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Samstag, der 11. Februar 2012
Barbara Erskine: Königreich der Schatten

Barbara Erskine: Königreich der Schatten

Autor: Anika • Samstag, 2. August 2008, 22:44 Uhr
   Kategorie: Lesestoff

Barbara Erskine

Königreich der Schatten

Dieser Roman fesselte mich ebenso wie Erskines „The Lady of Hay“.
Wieder verbindet die Autorin die Gegenwart mit dem Mittelalter, nur stehen diesmal zwei Frauenschicksale im Mittelpunkt der Handlung, das der jungen Clare Royland und ihrer schottischen Ahnherrin Isobel of Fife.

Barbara Erskine: Königreich der Schatten
Titel der Originalausgabe: Kingdom of Shadows
Bastei Lübbe
ISBN3-404-12021-3

Es geht also nicht um Erinnerungen an ein früheres Leben wie in „Die Herrin von Hay“, wenn Clare in beinahe jeder Nacht von schrecklichen Träumen gequält wird, in denen sie teilhat an dramatischen, mitunter grausamen und bestürzenden Ereignissen vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Schottland und Edward I., König von England, vor dem Hintergrund der Schlacht von Dunbar und der Schlacht von Stirling, bei der William Wallace Schottland befreite, und der Unterwerfung der Schotten im Jahre 1304.
Beide Frauen, Clare und ebenso Isobel, waren mir beim Lesen und noch lange danach sehr nah. Die eine, die unter ihrer Kinderlosigkeit und ihrem raffgierigen Ehemann litt, der sie wegen ihrer beängstigenden Träume und wegen des ererbten Familienbesitzes Duncairn Castle, das bei einem Verkauf beträchtlichen Gewinn versprach, entmündigen lassen wollte, und die andere, eine energische, tatkräftige Frau, die in ihrer Zeit nicht mehr war als ein Besitz der Männer und Spielball ihrer Intrigen und die, in einen Käfig gesperrt, im Jahre 1305 der Hinrichtung von William Wallace zusehen musste.
Das alles beschreibt Barbara Erskine sehr einfühlsam und spannend, so dass ich versucht war, die Nacht durch zu lesen, hätte ich nicht am folgenden Tag arbeiten müssen.

Geschichtlich überliefert ist Isobels Ritt nach Scone, um Robert Bruce, den sie liebte, zum König zu krönen.

Fazit:
Der Roman besticht durch Barbara Erskines unglaublich bildhafte Sprache und ihre Fähigkeit, dem Leser die agierenden Personen so nahe zu bringen, dass er mit ihnen fühlt, mit ihnen leidet und mit ihnen Glück empfindet. Hinzu kommt historische Korrektheit, und wer sich für die Geschichte Schottlands interessiert, sollte dieses Buch lesen, ohne dass er befürchten muss, dass eine in Historie eingebettete Liebesgeschichte ins Triviale abgleitet.
Sehr wertvoll fand ich zwei Anhänge: Zum einen den kurzen chronologischen Abriss der historischen Ereignisse und zum anderen eine grafische Darstellung der schottischen Erbfolge der Familien von Robert Bruce und Isobel of Fife.
Zu meiner großen Überraschung fand ich auf dem hinteren Einband des Romans eine erstaunliche Information: Barbara Erskine ist eine Nachfahrin des Schottenkönigs Robert Bruce!

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Anika ist Trägerin des Ginger-Gens, Antifeministin, Kämpferin gegen Pickel, Falten und Damenbärte. ;-)
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