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Jugendkriminalität nimmt zu!

Jugendkriminalität nimmt zu!


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Babba
Grünschnabel

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1    Dienstag, 08. Mai 2007 um 21:08 Uhr
      

Krass, wa!

 Zitat
Seit dem Jahr 1994 nimmt die Zahl der Gewaltdelikte in Deutschland kontinuierlich zu. Seinerzeit waren es knapp über 150.000 Fälle, im Jahr 2005 bereits 212.000, im vergangenen Jahr nochmals 3000 mehr.

Die Zahl leichter Körperverletzungen hat sich seit 1993 fast verdoppelt. Diese Entwicklung könne "auch auf eine erhöhte Bereitschaft der Bevölkerung zurückzuführen sein, Körperverletzungsdelikte bei der Polizei zur Anzeige zu bringen", schränkte Schäuble ein. Doch Berlins Innensenator Erhart Körting (SPD), der zurzeit der Innenministerkonferenz vorsitzt, sagte: "Es geht nicht nur um das Anzeigeverhalten, die Gewaltbereitschaft insgesamt ist gestiegen."

Im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung registrierten die Behörden laut Innenministerium gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 2,6 Prozent (151.000 Fälle). Auch Mord und Totschlag kamen 2006 häufiger vor als im Vorjahr (plus drei Prozent, 2470 Fälle), wenngleich die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte um 9,6 Prozent sank. Demgegenüber stand jedoch eine deutliche Massierung der Mord- und Totschlagsversuche (plus 9,4 Prozent).

Auch die Jugendgewalt hat im vergangenen Jahr zugenommen. Bei einfachen Körperverletzungen stieg die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen um 2,7 Prozent und die der heranwachsenden Tatverdächtigen um 4,6 Prozent. Die Ursachen dieser Entwicklung soll demnächst eine Studie zur Jugendgewalt in Deutschland klären. Erste Ergebnisse der Befragung von etwa 50.000 Schülern werden nach Angaben des Innenministeriums zum Jahresende vorliegen.

Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen ging nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge zurück. Sie liegt nun bei 2,3 Millionen Personen (minus 1,3 Prozent). Fast ein Viertel davon waren Mädchen und Frauen. Auch die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sei um 3,2 Prozent auf 503.000 gesunken, so Schäuble.

Rückläufig ist ebenfalls die Zahl der Diebstähle, vor allem die Zahl der Auto-Diebstähle (minus 16 Prozent). Gleichzeitig werden Betrügereien verbreiteter (plus 0,5 Prozent). Vor allem Waren- und Warenkreditdelikte (plus 8,8 Prozent) liegen im Trend - was auf die vermehrte Nutzung des Internets zurückzuführen ist.

Die registrierten Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern sanken den Angaben zufolge deutlich um 8,6 Prozent auf 12.765 und erreichten den niedrigsten Wert seit 1993. Allerdings ist in diesem Bereich laut dem Bericht von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Wie schon 2005 machte die Straßenkriminalität mit über anderthalb Millionen Fällen rund ein Viertel der Gesamtkriminalität aus, jedoch mit erneut sinkender Tendenz (minus vier Prozent). Taschendiebstähle nahmen um 8,7 Prozent ab, Rauschgiftdelikte verringerten sich um 7,8 Prozent.

Kriminalitätshochburg unter den Großstädten war weiterhin Frankfurt am Main mit 17.570 Delikten pro 100.000 Einwohnern. Allerdings waren hier die registrierten Straftaten im Vergleich zu 2005 um 6,1 Prozent zurückgegangen. Mit einigem Abstand folgten Hannover mit 15.690 (plus drei Prozent) und Berlin mit 15.030 Delikten (minus 2,4 Prozent).


Klick!

Traut man isch kaum auf die Straße!

Ich beobachtet sowas immer öfter in der Öffentlichkeit, wie bestimmte Gruppen pöpeln und immer Aggressiver werden als noch vor ein paar Jahren.

Die Eltern erziehen immer weniger und achten nicht mehr so drauf was die Sprösslinge in der Freizeit treiben.

Die Polizei soll vermehrt Präsenz auf Schulhöfen und vor Diskos und Clubs zeigen. Das Strafmaß soll schon für 12 Jährige anwendung finden. Immer mehr kleine Kinder werden straffällig. Darauf muss man reagieren.


Stiff Little Finger
Grünschnabel

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2    Mittwoch, 09. Mai 2007 um 01:10 Uhr
      

Und Du solltest weniger Bildzeitung lesen und RTL2-"Nachrichten" gucken. Denn Obacht! Manipulation am Durchschnittstrottel nimmt drastisch zu.



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Daemonarch
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3    Mittwoch, 09. Mai 2007 um 12:10 Uhr
      

Sieht für mich eigentlich nach fundierten harten Fakten ohne großes Sensationsgeshry aus.


Stiff Little Finger
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4    Mittwoch, 09. Mai 2007 um 12:23 Uhr
      

Yes, sorry hatte einen im Tee.

 Zitat
Die Polizei soll vermehrt Präsenz auf Schulhöfen und vor Diskos und Clubs zeigen. Das Strafmaß soll schon für 12 Jährige anwendung finden. Immer mehr kleine Kinder werden straffällig. Darauf muss man reagieren.

Das halte ich allerdings auch nüchtern für schwachsinnig. Polizei auf den Schulhöfen und 12jährige verknacken. Na Super. Und wer sich nicht benimmt kommt auch gleich ins Boot Camp. Wer glaubt so etwas zu erreichen denkt in der Tat etwas eindimensional.


masso
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5    Mittwoch, 09. Mai 2007 um 17:46 Uhr
      

Eindimensional hin oder her: Wie macht man einem 12jährigen deutlich, dass er nicht straffällig werden soll, wenn er einem erklärt, dass man ihm gar nichts kann, da er noch nicht strafmündig sei... :roll:


Stiff Little Finger
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6    Mittwoch, 09. Mai 2007 um 18:55 Uhr
      

indem man ihm eine lebenswelt schafft, in der es es nicht nötig hat kriminell zu werden beispielsweise. hört sich idealtypisch und meinetwegen utopisch an, ist aber meine überzeugung.


Giganto
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7    Donnerstag, 10. Mai 2007 um 11:37 Uhr
      

 Zitat von Stiff Little Finger;134567
Und Du solltest weniger Bildzeitung lesen und RTL2-"Nachrichten" gucken. Denn Obacht! Manipulation am Durchschnittstrottel nimmt drastisch zu.


auch wenn du einen im tee hattest. ein wenig wahrheit steckt schon in deiner aussage. solche zahlen werden doch gerade in letzter zeit gerne dazu missbraucht, die sicherheitsbedingungen in deutschland zu verschärfen und, dank herrn schäuble, die gesamte bundesrepublikanische bevölkerung unter generallverdacht zu stellen.

 Zitat von masso;134579
Eindimensional hin oder her: Wie macht man einem 12jährigen deutlich, dass er nicht straffällig werden soll, wenn er einem erklärt, dass man ihm gar nichts kann, da er noch nicht strafmündig sei... :roll:


 Zitat von Stiff Little Finger;134580
indem man ihm eine lebenswelt schafft, in der es es nicht nötig hat kriminell zu werden beispielsweise. hört sich idealtypisch und meinetwegen utopisch an, ist aber meine überzeugung.


so sehe ich das in etwa auch. ganz passend in diesem zusammenhang ist eine aktuelle studie der unicef:

 Zitat
Laut der am Dienstag (01.03.05) von UNICEF vorgestellten Studie wachsen mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Familien auf, die mit weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens auskommen müssen. In Westdeutschland hat sich die Kinderarmut seit 1989 mehr als verdoppelt und lag im Jahr 2001 bei 9,8 Prozent, in Ostdeutschland bei 12,6 Prozent. Kinder sind zudem häufiger arm als Erwachsene.


wer weniger als 615 € pro monat zum leben zur verfügung hat, gilt als arm. nicht alle von diesen menschen sind "assozial" und zu "nichts nütze" bzw. "untätig". /forum-showposts-10030-erste-g...inde-schafft-hartz-iv-ab.html

wer will es jugendlichen und kindern verdenken, wenn sie sich nehmen was sie benötigen unter solchen bedingungen. schliesslich stehen auch sie selber unter druck. spontan fallen mir hänseleien und gewalt auf schulhöfen ein, wenn ein kind / jugendlicher bestimmte klamotten nicht trägt. hat was anarchisches. ich denke unter den aktuellen politischen und gesellschaftlichen bedingungen wird sich dieser druck noch verschärfen.

ich liebäugel immer noch mit folgender idee zur lösung von solcherlei problemen:

/forum-showposts-9310-grundeinkommen-jedermann-frau.html


Nightwitch
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8    Donnerstag, 10. Mai 2007 um 13:01 Uhr
      

Andersrum könnte man gegen diese These argumentieren, dass auch viele "Reiche Söhne und Töchter" straffällig werden. Eben weil sie soviel langeweile haben und darauf vertrauen, dass Papa bzw Mama sie schon rausboxen.
Bestes Beispiel die Hohlpuppenbarbie Paris. Die fleht sogar Arnie und ihre Fangemeinde an, dass sie für ihre Straftat nicht ins Gefängnis muss.

Sicherlich habt ihr Recht, wer genug zu Essen hat, muss sich nichts stehlen. Aber die meisten Straftaten werden aus Langeweile und aus Gruppenzwang begangen. Da muss was anderes her, als genug Geld für alle. Obwohl dies shcon ein richtiger Schritt ist.
Das Problem ist viel komplexer, als das man es mit ein paar Euro mehr auf dem Konto gut machen könnte. Soziale Verbindung müssen wieder gefestigt werden, die Jugendlichen brauchen eine Zukunft. Da ist die Politik gefragt. Und vorallem die Eltern, aber bei den meisten sehe ich echt schwarz, da sie selbst keine anständigen Werte vermittelt bekommen haben und sie somit auch nicht weitergeben können.


Giganto
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9    Donnerstag, 10. Mai 2007 um 13:04 Uhr
      

 Zitat von Nightwitch;134605
Andersrum könnte man gegen diese These argumentieren, dass auch viele "Reiche Söhne und Töchter" straffällig werden. Eben weil sie soviel langeweile haben und darauf vertrauen, dass Papa bzw Mama sie schon rausboxen.
Bestes Beispiel die Hohlpuppenbarbie Paris. Die fleht sogar Arnie und ihre Fangemeinde an, dass sie für ihre Straftat nicht ins Gefängnis muss.

Sicherlich habt ihr Recht, wer genug zu Essen hat, muss sich nichts stehlen. Aber die meisten Straftaten werden aus Langeweile und aus Gruppenzwang begangen. Da muss was anderes her, als genug Geld für alle. Obwohl dies shcon ein richtiger Schritt ist.
Das Problem ist viel komplexer, als das man es mit ein paar Euro mehr auf dem Konto gut machen könnte. Soziale Verbindung müssen wieder gefestigt werden, die Jugendlichen brauchen eine Zukunft. Da ist die Politik gefragt. Und vorallem die Eltern, aber bei den meisten sehe ich echt schwarz, da sie selbst keine anständigen Werte vermittelt bekommen haben und sie somit auch nicht weitergeben können.


du hast vollkommen recht, wenn du schreibst, dass diese problem viel komplexer ist.

was denkst du, wo die politik erfolgreich ansetzen kann?


Nightwitch
Grünschnabel

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10    Donnerstag, 10. Mai 2007 um 18:21 Uhr
      

Man muss den Jugendlichen Perspektiven geben:
Bessere Schulausbildung ohne Stundenausfall und überfüllte Klassenräume mit überforderten Lehrern
ein umfassendes preisgünstiges Freitzeitangebot, Sportplätze, Sportvereine, Jugendtreffs etc pp
und vorallem Prävention bei Jugendlichen die die Tendenz haben auf die schiefe Bahn zu geraten.
Jugendliche stehen zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite sind sie noch nicht erwachsen auf der anderen aber auch keine Kinder mehr. Sie wollen erleben, agieren und Erfahrungen sammeln. Da ist es nicht verwunderlich, dass da auch mal was nach hinten los geht. Das gehört zum Lernprozess dazu.
Vorallem sollte aber auch an den Strafen gearbeitet werden. Es müssen ja nicht gleich Jugendcamps ala Army sein.
Die meisten Jugendlichen kennen das Strafgesetzbuch besser als sonst was. Kein Wunder, dass sie vor nichts zurückschrecken, wenn sie genau wissen, dass ihnen nichts passieren kann.

Ich habe nie besondere Strafen auferlegt worden, mir wurde aber gesagt, tust du das, bestraf ich dich so. Ende.

Es sollten Hilfsangebote geschaffen werden, wo sich Eltern hinwenden können, wenn sie mit der Erziehung der Kinder überfordert sind, ohne gleich blöd angeschaut zu werden und als Versager abgestempelt zu werden.
Dazu nicht gerade hilfreich ist die hohe Arbeitslosigkeit. Eltern die frustriert und zum Teil z.b. alkoholisiert zu Hause sitzen, können keine guten Vorbilder für die Kinder sein.
Die Kinder wissen, dass ihre Eltern jahrelang geschuftet haben und dennoch nichts erreicht haben, wieso sollten sie also damit anfangen, wenn es eh nichts bringt?

Man muss an vielen Stellen arbeiten und das Problem von verschiedenen Seiten aufziehen.
Glückliche Familien mit Jugendlichen die ohne Probleme (Gewalt, Straftaten etc) aufwachsen gibt es leider viel zu selten.
Vorallem lernen Kinder/Jugendliche am schnellsten, dass nur der überlebt, der sich gegen andere behaupten kann. Sowas kann nicht richtig sein. Das Miteinander muss wieder gelehrt werden, nicht das gegeneinander.

Man sieht es doch schon in der Politik, Thema Krippenplätze. (Fast) alle meinen ist ne gute Idee, aber etwas dafür tun bzw auf was verzichten will keiner.
Ich habe noch im Hinterkopf, dass ein ostdeutscher Politiker ganz zu Anfang der Diskussion gemeint hat, nur weil die Regierung in Ostdeutschland bzw der ehemaligen DDR gut vorgearbeitet hat was das Thema Krippenplätze angeht, dürften sie jetzt nicht zurück stecken, wenn es um die Vergabe der Gelder geht. Dass sie aber viel Geld für den Wiederaufbau bekommen haben und rein solidarisch dazu verpflichtet wären (so seh das jedenfalls) etwas davon zurück zu geben und z.b. auf Zuschüsse zu verzichten, sehen sie nicht ein.

Wohltätig zu sein ist halt ne schöne sache, wenn es nicht an die eigene Tasche geht.

Und dann sollen Jugendliche damit anfangen wenn selbst die Erwachsenen das nicht können?
Jugendliche lernen von uns Erwachsenen. Nur lernen sie das falsche. Aber das ist wohl auch ein Gesellschaftsproblem, aus dem wir wohl nicht herausbrechen können.
Die Mehrzahl der Menschen sind nunmal egoistisch und daran wird sich wohl kaum was ändern


Rabauke
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11    Freitag, 11. Mai 2007 um 10:55 Uhr
      

hat die welt zukunft?
ist das leben wie wirs kennen eine farce?
wenn der nachwuchst schon so ist...gute güte! was wird aus meinem sohn mal fürn krimineller werden?
*ist nachdenklich*


Stiff Little Finger
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12    Freitag, 11. Mai 2007 um 12:47 Uhr
      

Das komplette Zitat finde ich leider nicht mehr aber sinngemäß sagte bereits Sokrates:

"Die Kinder sind verlorene Seuchen ohne Respekt, Ehrfurcht und Zukunft."

Auf die junge Generation wurde immer schon geschimpft.


Anika

Mitgliedschaft beendet
13    Freitag, 11. Mai 2007 um 13:31 Uhr
      

Was ist mit der Rolle der Eltern beim Erziehungsprozess? Ich messe ihr eine hohe Wichtigkeit zu.
Ich muss als Mutter doch nicht darauf warten, dass mir meine Pflichten vom Staat abgenommen werden, sondern ich sorge dafür, dass die Kinder Recht und Unrecht unterscheiden lernen.
Da fängt die Misere doch an: Wenn bestimmte Werte nicht schon im Kindesalter ausgeprägt werden, wann dann?


Stiff Little Finger
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14    Freitag, 11. Mai 2007 um 16:56 Uhr
      

Eben! Und das ist ein viel sinnigerer Ansatzpunkt als die Einführung von Kinderknästen.


Nightwitch
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15    Freitag, 11. Mai 2007 um 17:06 Uhr
      

 Zitat von Anika;134674
Was ist mit der Rolle der Eltern beim Erziehungsprozess? Ich messe ihr eine hohe Wichtigkeit zu.
Ich muss als Mutter doch nicht darauf warten, dass mir meine Pflichten vom Staat abgenommen werden, sondern ich sorge dafür, dass die Kinder Recht und Unrecht unterscheiden lernen.
Da fängt die Misere doch an: Wenn bestimmte Werte nicht schon im Kindesalter ausgeprägt werden, wann dann?



Was machen aber Eltern, die aufgrund der Situation die der Staat vorgibt frustiert und ausgelaugt sind?
Es gibt viele Beispiele wo Familien ihre Kinder anständig erziehen.
Bei den Jugendlichen Straftätern ist dies nicht der Fall.
Zum einen weil ich ganz provokant behaupte, dass die Eltern zu doof sind um ihre eigenen Kinder anständig zu erziehen und sich lieber ihren eigenen Problemen hingeben als sich auch noch mit den Problemen der Kinder zu beschäftigen, zum anderen weil es keine Hilfen für die Eltern gibt, die gemerkt haben, dass sie alleine nicht weiter kommen.

Ich habe beide Beispiele (Eltern zu doof oder Eltern keine Hilfe) in meinem Bekanntenkreis. Aber es ist leider gang und gebe, dass die Eltern einfach selbst von anfang an überfordert sind. Intelligent genug zum poppen sind alle, aber wenns um Verhütung oder halt später um Erziehung geht, sind nur die wenigsten richtig in der Lage zu handeln.

Von vielen Familien mit (Klein)-Kindern die ich kenne, erlebe ich in der jüngsten Vergangenheit viel zu viele, die mit der Situation total überfordert sind. Es zählen halt andere Werte als die, die unsere Eltern (und einige wenige "Jetzt-Mütter"Zwinker ihren Kindern mitgegeben haben. Und sowas macht mit wütend und traurig zu gleich.


rocherie
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16    Freitag, 11. Mai 2007 um 23:12 Uhr
      

ich sehe das noch ein wenig anders:
Familie..definiert sich heute anders als früher.
Familie..ist heute eine Vielzahl an Möglichkeiten in der (mindestens) zwei Generationen zusammen leben.

Familie ist heute:
ganz traditionell Vater, Mutter, Kind(er)
Alleinerziehnde(r) mit Kind(ern)
Lesben und Schwule mit Kind(ern)
Patchworkfamilien
Familien die adoptierte Kinder haben oder Pflegekinder
....

Das..was sich Familie nennt - wie immer es auch aussehen mag, sollte ein Ort der Geborgenheit für die Kinder und Heranwachsenden sein.
Und genau da sehe ich die Probleme:
wer nimmt sich noch die Zeit mit Kindern zu spielen?
wer hört dem Heranwachsenden zu - auch wenn er wochenlang verschlossen scheint und bietet sich ihm/ihr immer wieder als Gesprächspartner an?
wer diskutiert Konflikte aus?
wer setzt Grenzen? wer hat Verständnis für junge Menschen die in sich gekehrt sind, nicht wissen was die Zukunft bringt?
wer versteht Ängste und Sorgen?
....

Das alles kostet unglaublich viel Kraft, Zeit und Energie.
Und ganz sicher kann man auch nicht immer mit viel Liebe und Verständnis sein Kind vor allem bewahren. Aber man kann dem Kind immer vermitteln:
Ich liebe dich so wie du bist - weil du so bist!
Auch wenn ich dich manchmal kritisiere, dich zurechtweise, dir ratschäge gebe die du nicht hören willst: ich bin immer für dich da.

unsere Gesellschaft lebt von Medien, Freizeitevents, Geld-ausgeben,TV, Show und Selbstdarstellung.
dagegen wäre nichts zu sagen..wenn es Maßen geschehen würde.

und sagt mir bitte nicht, daß Eltern ein Kind nicht liebevoll erziehen können aus Geldmangel. das lasse ich nicht gelten.
Kinder verstehen sehr wohl, wenn wenig geld da ist. Aber sie würden - befragt man sie - immer der Aufmerksamkeit und der Zuwendung der Eltern den Vorzug geben. noch vor allem materiellem.

Vielleicht sollten sich manche erwachsenen mal fragen wie sie miteinander umgehen und was sie vorleben. Kinder lernen sehr schnell beim zuschauen: wer respekt vorlebt und sein Kind ebenso respektvoll behandelt kann darauf hoffen, daß das kind das als guten weg ansieht.

und man muss nicht zuckersüss sein..um respektvoll zu sein. Meine kritik, ärger kann ich immer auch so anbringen daß der andere sein gesicht nicht verliert.


sorry..bischen viel text..aber das floss mir gerade so "aus der feder"


Stiff Little Finger
Grünschnabel

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17    Dienstag, 15. Mai 2007 um 14:20 Uhr
      

Die Diskussion zum Thema "Behinderung, Sex und Fortpflanzung" wurde getrennt und verschoben. Weiter geht es mit folgendem Link.

/forum-showposts-10068-fortpfl...n-behinderung.html#post134781


      

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