ethikrat: organentnahme für alle bundesbürger ohne ausweis
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1 Mittwoch, 16.
Mai 2007 um 11:03 Uhr
der nationale ethikrat diskutiert und kritisiert gerade das seit 1997 gültige bundesgesetz zur organentnahme bei verstorbenen. derzeit muss der mensch zu lebzeiten eine willenserklärung abgeben und einer organentnahme zustimmen. stimmen aus dem ethikrat werden laut, die fordern, dass ärzte künftig grundsätzlich organe entnehmen dürfen, es sei denn, der mensch hat zu lebzeiten erklärt, er stimmt einer entnahme seiner organe nicht zu.
quelle: So viel zum Leben - Aktuelle N...chten von Tagesspiegel Online
mir ist nicht wohl bei dem gedanken, dass nach meinem ableben mein körper wie ein ersatzteillager behandelt wird und ich dann wieder zugenäht in die kiste geworfen werde. auch wenn es egoistisch klingt: mit diesem gedanken kann ich einfach nicht warm werden.
der nationale ethikrat diskutiert und kritisiert gerade das seit 1997 gültige bundesgesetz zur organentnahme bei verstorbenen. derzeit muss der mensch zu lebzeiten eine willenserklärung abgeben und einer organentnahme zustimmen. stimmen aus dem ethikrat werden laut, die fordern, dass ärzte künftig grundsätzlich organe entnehmen dürfen, es sei denn, der mensch hat zu lebzeiten erklärt, er stimmt einer entnahme seiner organe nicht zu.
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mir ist nicht wohl bei dem gedanken, dass nach meinem ableben mein körper wie ein ersatzteillager behandelt wird und ich dann wieder zugenäht in die kiste geworfen werde. auch wenn es egoistisch klingt: mit diesem gedanken kann ich einfach nicht warm werden.
Nightwitch
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2 Mittwoch, 16.
Mai 2007 um 11:18 Uhr
Ich sehe das total anders. Was bringen mir Leber, Niere und jedes andere Organ noch in der Kiste, wenn ich dadurch einem anderen Menschen evtl noch ein schöneres Leben bieten kann.
Viele Menschen müssen sterben oder sind ständig an Maschinen angewiesen, weil es zuwenig Organspenden gibt.
Natürlich respektiere ich die Meinung von anderen, nur der Körper wird irgendwann zu Maden-, Bakterien- und Würmerfutter. Und diese Vorstellung ist mir mehr zuwider, als dass ein paar Organe fehlen.
Daher habe ich jetzt schon meine Mutter angewiesen und jeden anderen, der eng mit mir vertraut ist (Partner), dass im Falle des Falles jedes Organ entnommen werden kann, Medizinstudenten meinetwegen an mir üben dürfen und dann der Rest verbrannt und anonym vergraben/verstreut wird.
Ich finde die Vorstellung ehrlich gesagt krank, dass meine Angehörigen zu meinem Geburts-, Todes- und sonstigen Gedenktagen auf den Friedhof gehen, dort unmengen für Grabschmuck und -pflege ausgeben, in der Hoffnung, dass andere Friedhofsbesucher mein Grab nicht anstössig finden.
Dann sollen sie lieber nen Strauss Blumen auf den Tisch stellen und so an mich denken. Und wenn dann irgendwo noch ein Mensch mit meinem Organ rumläuft, haben sie die Gewissheit, dass zumindest ein Teil von mir noch am Leben ist!
Ich sehe das total anders. Was bringen mir Leber, Niere und jedes andere Organ noch in der Kiste, wenn ich dadurch einem anderen Menschen evtl noch ein schöneres Leben bieten kann.
Viele Menschen müssen sterben oder sind ständig an Maschinen angewiesen, weil es zuwenig Organspenden gibt.
Natürlich respektiere ich die Meinung von anderen, nur der Körper wird irgendwann zu Maden-, Bakterien- und Würmerfutter. Und diese Vorstellung ist mir mehr zuwider, als dass ein paar Organe fehlen.
Daher habe ich jetzt schon meine Mutter angewiesen und jeden anderen, der eng mit mir vertraut ist (Partner), dass im Falle des Falles jedes Organ entnommen werden kann, Medizinstudenten meinetwegen an mir üben dürfen und dann der Rest verbrannt und anonym vergraben/verstreut wird.
Ich finde die Vorstellung ehrlich gesagt krank, dass meine Angehörigen zu meinem Geburts-, Todes- und sonstigen Gedenktagen auf den Friedhof gehen, dort unmengen für Grabschmuck und -pflege ausgeben, in der Hoffnung, dass andere Friedhofsbesucher mein Grab nicht anstössig finden.
Dann sollen sie lieber nen Strauss Blumen auf den Tisch stellen und so an mich denken. Und wenn dann irgendwo noch ein Mensch mit meinem Organ rumläuft, haben sie die Gewissheit, dass zumindest ein Teil von mir noch am Leben ist!
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Piet
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3 Mittwoch, 16.
Mai 2007 um 11:33 Uhr
Ne, ich bin da vielleicht altmodisch, aber aus mir kommt nichts raus. Sicherlich ist es eine tolle Sache wenn man damit jemanden helfen kann, aber für mich ist das nichts. Ich will auch nicht verbrannt werden oder ähnliches. So wie ich irgendwann mal auf die Welt gekommen will ich auch wieder unter die Erde. (naja gut, ein bischen größer halt)
Ne, ich bin da vielleicht altmodisch, aber aus mir kommt nichts raus. Sicherlich ist es eine tolle Sache wenn man damit jemanden helfen kann, aber für mich ist das nichts. Ich will auch nicht verbrannt werden oder ähnliches. So wie ich irgendwann mal auf die Welt gekommen will ich auch wieder unter die Erde. (naja gut, ein bischen größer halt)
4 Mittwoch, 16.
Mai 2007 um 11:38 Uhr
warum sich beschweren, wenn man doch nur einen bereits bestehenden Einspruch braucht via "nicht entnehmen"-Ausweis?
das ist wie mein "wenn sichs nicht mehr lohnt, schaltet die Maschine ab"-Patientenverfügung :mrgreen:
warum sich beschweren, wenn man doch nur einen bereits bestehenden Einspruch braucht via "nicht entnehmen"-Ausweis?
das ist wie mein "wenn sichs nicht mehr lohnt, schaltet die Maschine ab"-Patientenverfügung :mrgreen:
Nightwitch
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5 Mittwoch, 16.
Mai 2007 um 12:41 Uhr
Ach ja, genau das habe ich auch vergessen: ich habe verfügt, dass sie bitte alle Lebenserhaltungsmaßnahmen unterlassen, wenn mein Partner oder meine Mutter (am besten beide) der Meinung sind es bringt nichts mehr.
Ich habs bei meiner Schwiegermom gesehen. Die lag über 24 Stunden eigentlich schon tot an den Maschinen (nur die Maschinen haben für sie geatmet etc.) und die Ärzte wollten das noch weiterlaufen lassen, weil es ja evtl irgendwann noch ne Heilmethode gibt. Mein Freund war aber mal Rettungssanitäter und die Cousine von meiner Schwiegermom arbeitete lange Zeit auf Intensiv und beide haben gesagt, dass es kein Sinn mehr macht, wenn man die Maschinen weiterlaufen lassen würde. Selbst wenn es irgendeine Möglichkeit gäbe dass sie selbständig atmen würde, hätte sie aufgrund der Unterversorgung schwerste Gehirnschäden und ein Pflegefall. Und das wollte sie nie im Leben sein. Also haben wir ihr den letzten Wunsch erfüllt und sie gehen lassen.
Finde ich ehrlich gesagt auch besser als "am Leben erhalten um jeden Preis"
Ach ja, genau das habe ich auch vergessen: ich habe verfügt, dass sie bitte alle Lebenserhaltungsmaßnahmen unterlassen, wenn mein Partner oder meine Mutter (am besten beide) der Meinung sind es bringt nichts mehr.
Ich habs bei meiner Schwiegermom gesehen. Die lag über 24 Stunden eigentlich schon tot an den Maschinen (nur die Maschinen haben für sie geatmet etc.) und die Ärzte wollten das noch weiterlaufen lassen, weil es ja evtl irgendwann noch ne Heilmethode gibt. Mein Freund war aber mal Rettungssanitäter und die Cousine von meiner Schwiegermom arbeitete lange Zeit auf Intensiv und beide haben gesagt, dass es kein Sinn mehr macht, wenn man die Maschinen weiterlaufen lassen würde. Selbst wenn es irgendeine Möglichkeit gäbe dass sie selbständig atmen würde, hätte sie aufgrund der Unterversorgung schwerste Gehirnschäden und ein Pflegefall. Und das wollte sie nie im Leben sein. Also haben wir ihr den letzten Wunsch erfüllt und sie gehen lassen.
Finde ich ehrlich gesagt auch besser als "am Leben erhalten um jeden Preis"
6 Mittwoch, 16.
Mai 2007 um 13:00 Uhr
ich bin da etwas gespaltener meinung, einerseits kann ich weder organe noch geld ect. "mit in himmel" nehmen (bin atheist, aber das ist ja was anderes), und welcher tod ist nicht "sinnvoller" als jemand anderem das leben zu schenken? egal wärs mir ja in dem augenblick so oder so.
als motorradfahrer bin ich potenzieller organspender, aber der grund, warum ich keinen ausweis habe, ist recht einfach -> ich häng an meinem leben. es gibt leute, die sind nach mehreren tagen wieder aufgewacht, obwohl man sie schon abgeschrieben hat. ich weis nciht, wie ein arzt entscheiden würde, wenn ich noch ~10% überlebendchance hätte und der kleine timmy ne leber/ect. braucht und damit eine 90%ige überlebenchance. zwar heist es, das 2 quacksalber unabhängig das entscheiden müssen -> blablabla. da bin ich egoist, meine wenigen prozente sind mir wichtiger, als das leben anderer.
ich bin da etwas gespaltener meinung, einerseits kann ich weder organe noch geld ect. "mit in himmel" nehmen (bin atheist, aber das ist ja was anderes), und welcher tod ist nicht "sinnvoller" als jemand anderem das leben zu schenken? egal wärs mir ja in dem augenblick so oder so.
als motorradfahrer bin ich potenzieller organspender, aber der grund, warum ich keinen ausweis habe, ist recht einfach -> ich häng an meinem leben. es gibt leute, die sind nach mehreren tagen wieder aufgewacht, obwohl man sie schon abgeschrieben hat. ich weis nciht, wie ein arzt entscheiden würde, wenn ich noch ~10% überlebendchance hätte und der kleine timmy ne leber/ect. braucht und damit eine 90%ige überlebenchance. zwar heist es, das 2 quacksalber unabhängig das entscheiden müssen -> blablabla. da bin ich egoist, meine wenigen prozente sind mir wichtiger, als das leben anderer.
7 Dienstag, 29.
Mai 2007 um 23:04 Uhr
Ich stelle hier mal eine provokante These auf:
Die verfügbaren Organe würden reichen, wenn nur diejenigen im Ernstfall eine Organspende in Anspruch nehmen, die selbst vorher einen Spenderausweis besessen haben.
Die Richtigkeit der eigenen Entscheidung, ob man einen Organspendeausweis haben soll oder nicht, ist einfach zu prüfen: Kann man die nachfolgende Aussage in aller Konsequenz für sich akzeptieren?
Wer die Spende eigener Organe kategorisch ausschließt, hat selbst keinen Anspruch auf Transplantation.
Ich stelle hier mal eine provokante These auf:
Die verfügbaren Organe würden reichen, wenn nur diejenigen im Ernstfall eine Organspende in Anspruch nehmen, die selbst vorher einen Spenderausweis besessen haben.
Die Richtigkeit der eigenen Entscheidung, ob man einen Organspendeausweis haben soll oder nicht, ist einfach zu prüfen: Kann man die nachfolgende Aussage in aller Konsequenz für sich akzeptieren?
Wer die Spende eigener Organe kategorisch ausschließt, hat selbst keinen Anspruch auf Transplantation.
8 Montag, 04.
Juni 2007 um 18:42 Uhr
Mal ne Frage andersherum:
wie wäre für euch der Gedanke, ein fremdes Organ in euch zu haben?
Von einem Spender den ihr nicht kennt, bzw. nur ganz allgemeine Infos habt (z.B. Junger Mann, Motorradunfall).
Aus meiner Berufspraxis weiß ich, daß gerade Herztransplantationen eine enorme psychische Belastung sind. Nicht jeder Empfänger kommt damit klar.
Nur..wenn man denn erst mal ein kaputtes Organ hat und an Schläuchen und Apparaten ist..was soll man tun?
Im Übrigen ist man damit ja nicht gleich bewußtlos und man könnte sagen: "schalt ab!"
Nur mal so in den Raum gefragt...
Mal ne Frage andersherum:
wie wäre für euch der Gedanke, ein fremdes Organ in euch zu haben?
Von einem Spender den ihr nicht kennt, bzw. nur ganz allgemeine Infos habt (z.B. Junger Mann, Motorradunfall).
Aus meiner Berufspraxis weiß ich, daß gerade Herztransplantationen eine enorme psychische Belastung sind. Nicht jeder Empfänger kommt damit klar.
Nur..wenn man denn erst mal ein kaputtes Organ hat und an Schläuchen und Apparaten ist..was soll man tun?
Im Übrigen ist man damit ja nicht gleich bewußtlos und man könnte sagen: "schalt ab!"
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9 Montag, 04.
Juni 2007 um 22:05 Uhr
@ rocherie:
das frag ich mich ehrlich gesagt auch und die Vorstellung ist schon komisch. Ich bin zwar bereit nach meinem Tod jedem der was von mir benötigt auch das zu geben wenns geht, aber ob ich selbst was möchte weiss ich nicht. Zum Glück bin ich aber nicht in der Situation soetwas zu entscheiden. Meine verstorbene "Schwiegermutter" wollte auch definitiv keine Organspende (Herz), weil sie dann immer wüsste, dass jemand für ihr Leben gestorben wäre. Was ja eigentlich blöde ist, weil der Mensch ja so oder so schon tot war. Zum Ende hin hat sie sich doch mit dem Thema auseinandergesetzt und war schon eher bereit darüber nach zu denken. Aber leider kams zu spät, obwohl letztendlich auch kein neues Herz ihr hätte langfristig helfen können.
@ rocherie:
das frag ich mich ehrlich gesagt auch und die Vorstellung ist schon komisch. Ich bin zwar bereit nach meinem Tod jedem der was von mir benötigt auch das zu geben wenns geht, aber ob ich selbst was möchte weiss ich nicht. Zum Glück bin ich aber nicht in der Situation soetwas zu entscheiden. Meine verstorbene "Schwiegermutter" wollte auch definitiv keine Organspende (Herz), weil sie dann immer wüsste, dass jemand für ihr Leben gestorben wäre. Was ja eigentlich blöde ist, weil der Mensch ja so oder so schon tot war. Zum Ende hin hat sie sich doch mit dem Thema auseinandergesetzt und war schon eher bereit darüber nach zu denken. Aber leider kams zu spät, obwohl letztendlich auch kein neues Herz ihr hätte langfristig helfen können.
10 Donnerstag, 07.
Juni 2007 um 00:39 Uhr
ich kann mir gut vorstellen, dass es schon ein komisches gefühl ist mit einem fremden organ im körper zu leben.
was ich mit meiner frau vor ein paar tagen diskutiert habe:
wie sieht es eigentlich mit dem risiko aus, durch ein fremdes organ im körper zu erkranken? gibt es spezielle anforderungen an den spender? dh. dürfen menschen mit bestimmten risikofaktoren überhaupt organe spenden (menschen nach einer krebserkrankung z.b.)? gibt es statistiken zu dem thema?
| Zitat von rocherie;135439 | |
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ich kann mir gut vorstellen, dass es schon ein komisches gefühl ist mit einem fremden organ im körper zu leben.
was ich mit meiner frau vor ein paar tagen diskutiert habe:
wie sieht es eigentlich mit dem risiko aus, durch ein fremdes organ im körper zu erkranken? gibt es spezielle anforderungen an den spender? dh. dürfen menschen mit bestimmten risikofaktoren überhaupt organe spenden (menschen nach einer krebserkrankung z.b.)? gibt es statistiken zu dem thema?
11 Donnerstag, 07.
Juni 2007 um 01:47 Uhr
Ich weiß nicht, wie ich die Frage für mich beantworten soll. Da bin ich zugegebermaßen mehr als ratlos und hoffe, niemals in die Situation zu kommen.
Mit der psychischen Belastung hast du völlig recht. Ich kannte zwei Personen, die Spenderorgane bekamen. Beide hatten hier zum Glück kaum Probleme.
Ein Schulkollege hat in jungen Jahren bereits ein Spenderherz erhalten, weil er sonst innerhalb kürzester Zeit verstorben wäre. Er war unendlich glücklich über das neue Herz und einfach nur dankbar. Letztendlich hat es ihm allerdings nur wenige Jahre gebracht, weil es zu einem späten Abstossprozess kam. (An die Details kann ich mich nicht mehr erinnern.)
Bei dem zweiten handelte es sich um den Vater eines Ex-Freundes. Ich habe den Leidensweg an der Dialyse über Jahre miterlebt. Kann sich eigentlich einer vorstellen, was das bedeutet? Die Lebensqualität sinkt auf ein Minimum, der Körper ist irgendwann am Ende, und nur noch die Hoffnung auf eine Spenderniere hält am Leben. Ich erinnere mich noch gut an heiße Sommertage, an denen ich literweise Wasser getrunken habe, und dieser Mann durfte nichts trinken, weil der Körper die Flüssigkeit nicht ausscheiden kann. Größere Mengen an Getränken waren - wenn ich es recht in Erinnerung habe - immer nur kurz vor der Dialyse erlaubt. Ein Horrortrip! Die ganze Familie hat mitgelitten, musste extreme Einschränkungen hinnehmen, sich medizinisch ausbilden lassen, und hat Tag und Nacht auf einen geeigneten Spender gewartet (in der Familie selbst gab es leider niemanden). Wir haben uns dann aus den Augen verloren und ich habe später nur erfahren, dass die ersehnte Niere "5 vor 12" kam. Der Mann war aber offensichtlich ob seines langen Leidensweges so angezählt, dass es ihm auch nur noch einen kurzen Aufschub ermöglichte.
Wer die Verzweiflung solcher Menschen hautnah miterlebt hat, weiß, dass deren echte Todesangst keinen Platz für Diskussionen à la "Will ich ein fremdes Organ im Körper?" zugelassen hat. Da war der nackte Überlebenswille stärker.
| Zitat von rocherie;135439 | |
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Ich weiß nicht, wie ich die Frage für mich beantworten soll. Da bin ich zugegebermaßen mehr als ratlos und hoffe, niemals in die Situation zu kommen.
Mit der psychischen Belastung hast du völlig recht. Ich kannte zwei Personen, die Spenderorgane bekamen. Beide hatten hier zum Glück kaum Probleme.
Ein Schulkollege hat in jungen Jahren bereits ein Spenderherz erhalten, weil er sonst innerhalb kürzester Zeit verstorben wäre. Er war unendlich glücklich über das neue Herz und einfach nur dankbar. Letztendlich hat es ihm allerdings nur wenige Jahre gebracht, weil es zu einem späten Abstossprozess kam. (An die Details kann ich mich nicht mehr erinnern.)
Bei dem zweiten handelte es sich um den Vater eines Ex-Freundes. Ich habe den Leidensweg an der Dialyse über Jahre miterlebt. Kann sich eigentlich einer vorstellen, was das bedeutet? Die Lebensqualität sinkt auf ein Minimum, der Körper ist irgendwann am Ende, und nur noch die Hoffnung auf eine Spenderniere hält am Leben. Ich erinnere mich noch gut an heiße Sommertage, an denen ich literweise Wasser getrunken habe, und dieser Mann durfte nichts trinken, weil der Körper die Flüssigkeit nicht ausscheiden kann. Größere Mengen an Getränken waren - wenn ich es recht in Erinnerung habe - immer nur kurz vor der Dialyse erlaubt. Ein Horrortrip! Die ganze Familie hat mitgelitten, musste extreme Einschränkungen hinnehmen, sich medizinisch ausbilden lassen, und hat Tag und Nacht auf einen geeigneten Spender gewartet (in der Familie selbst gab es leider niemanden). Wir haben uns dann aus den Augen verloren und ich habe später nur erfahren, dass die ersehnte Niere "5 vor 12" kam. Der Mann war aber offensichtlich ob seines langen Leidensweges so angezählt, dass es ihm auch nur noch einen kurzen Aufschub ermöglichte.
Wer die Verzweiflung solcher Menschen hautnah miterlebt hat, weiß, dass deren echte Todesangst keinen Platz für Diskussionen à la "Will ich ein fremdes Organ im Körper?" zugelassen hat. Da war der nackte Überlebenswille stärker.
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12 Donnerstag, 07.
Juni 2007 um 22:53 Uhr
Um auf deine Frage zu kommen Gig, ich habe nebenbei in den Nachrichten mitbekommen, dass ein Mann regelmässig Blut gespendet hat und hinterher an Krebs erkrankt sei. Man geht jedoch nicht davon aus, dass die Erreger einer Krankheit sich übertragen können, da alle Spenden (egal ob Blut, Plasma oder Organe) wohl untersucht werden.
Ist ja wohl logisch, dass ein Mensch der Leberkrebs hatte nicht seine Leber spenden darf.
Ich denke aber ehrlich gesagt, wenn die Menschen so sehr auf ein Organ angewiesen sind, dann ist ihnen das Risiko, dass sie evtl irgendwann jahre später an einer Krankheit sterben könnten ziemlich egal.
Der Mensch ist ein Lebewesen, dass um sein Leben kämpft wenn es drauf ankommt und sterben müssten sie dann so oder so (also wenn sie das Organ nicht wollen würden). Mir wären dann ein paar unbeschwerte Jahre lieber als noch ein paar Monate leiden.
Allerdings weiss ich nicht wie genau die Blutspenden kontrolliert werden, da hört man ja auch ab und an einiges.
Um auf deine Frage zu kommen Gig, ich habe nebenbei in den Nachrichten mitbekommen, dass ein Mann regelmässig Blut gespendet hat und hinterher an Krebs erkrankt sei. Man geht jedoch nicht davon aus, dass die Erreger einer Krankheit sich übertragen können, da alle Spenden (egal ob Blut, Plasma oder Organe) wohl untersucht werden.
Ist ja wohl logisch, dass ein Mensch der Leberkrebs hatte nicht seine Leber spenden darf.
Ich denke aber ehrlich gesagt, wenn die Menschen so sehr auf ein Organ angewiesen sind, dann ist ihnen das Risiko, dass sie evtl irgendwann jahre später an einer Krankheit sterben könnten ziemlich egal.
Der Mensch ist ein Lebewesen, dass um sein Leben kämpft wenn es drauf ankommt und sterben müssten sie dann so oder so (also wenn sie das Organ nicht wollen würden). Mir wären dann ein paar unbeschwerte Jahre lieber als noch ein paar Monate leiden.
Allerdings weiss ich nicht wie genau die Blutspenden kontrolliert werden, da hört man ja auch ab und an einiges.
13 Mittwoch, 13.
Juni 2007 um 10:53 Uhr
klar, ich denke jetzt aber eher an die "menschen nach einer krebserkrankung" im allgemeinen und ob sie grundsätzlich "ausgeschlossen" werden. ein mensch, der eine leberkrebserkrankung hatte, könnte ja andere organe spenden. allerdings gibt es immer noch das risiko von mikrometastasen, die mit den derzeit verfügbaren bildgebenden geräten nicht sichtbar gemacht werden können.
| Zitat | |
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klar, ich denke jetzt aber eher an die "menschen nach einer krebserkrankung" im allgemeinen und ob sie grundsätzlich "ausgeschlossen" werden. ein mensch, der eine leberkrebserkrankung hatte, könnte ja andere organe spenden. allerdings gibt es immer noch das risiko von mikrometastasen, die mit den derzeit verfügbaren bildgebenden geräten nicht sichtbar gemacht werden können.
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14 Mittwoch, 13.
Juni 2007 um 17:18 Uhr
Wie gesagt ich war noch nicht in dieser Situation, aber ich kann mir ehrlich gesagt vorstellen, dass wenn jemand wirklich ein total bescheidenes Leben führt, weil er unbedingt ein neues Organ braucht auch das Risiko einer evtl. Krebserkrankung einkalkuliert.
Erstens denk ich dass bei einer Organtransplantation der eigene Immunhaushalt soweit dezimiert ist, dass die Krebszellen ideale Voraussetzungen haben sich auszuweiten und zweitens ist die Chance Krebs zu heilen ja recht hoch, wenn er vorzeitig erkannt wird.
Bei meiner Schwiegermutter war das damals so, dass sie früher einmal krebs hatte und sie deshalb keine Gebärmutter mehr hatte. Der leitende Arzt wollte deshalb unbedingt vor einer möglichen Herztransplantation die Unterlagen der Klinik von damals haben, damit er das Krebsrisiko ausschliessen konnte.
Er hat mir wortwörtlich gesagt: Was nutzt ihrer Schwiegermutter ein neues Herz,wenn dabei ihr Körper voller Krebs sitzt.
Es ging aber um ihren "eigenen" Krebs, wenn ich das mal so formulieren darf, nicht um einen "eingeschleppten" durch das neue Organ.
Hundertprozentige Sicherheit hat man nie, aber wenn ich wählen müsste zwischen "fast sicherer Tod oder zumindest eingeschränktes Leben durch mein kaputtes Organ" oder "neues Organ, neues beschwerdefreieres Leben mit evtl der erhöhten Chance das Krebs übertragen sein könnte" würd ich mich ehrlich gesagt für das Krebsrisiko entscheiden!
Wie gesagt ich war noch nicht in dieser Situation, aber ich kann mir ehrlich gesagt vorstellen, dass wenn jemand wirklich ein total bescheidenes Leben führt, weil er unbedingt ein neues Organ braucht auch das Risiko einer evtl. Krebserkrankung einkalkuliert.
Erstens denk ich dass bei einer Organtransplantation der eigene Immunhaushalt soweit dezimiert ist, dass die Krebszellen ideale Voraussetzungen haben sich auszuweiten und zweitens ist die Chance Krebs zu heilen ja recht hoch, wenn er vorzeitig erkannt wird.
Bei meiner Schwiegermutter war das damals so, dass sie früher einmal krebs hatte und sie deshalb keine Gebärmutter mehr hatte. Der leitende Arzt wollte deshalb unbedingt vor einer möglichen Herztransplantation die Unterlagen der Klinik von damals haben, damit er das Krebsrisiko ausschliessen konnte.
Er hat mir wortwörtlich gesagt: Was nutzt ihrer Schwiegermutter ein neues Herz,wenn dabei ihr Körper voller Krebs sitzt.
Es ging aber um ihren "eigenen" Krebs, wenn ich das mal so formulieren darf, nicht um einen "eingeschleppten" durch das neue Organ.
Hundertprozentige Sicherheit hat man nie, aber wenn ich wählen müsste zwischen "fast sicherer Tod oder zumindest eingeschränktes Leben durch mein kaputtes Organ" oder "neues Organ, neues beschwerdefreieres Leben mit evtl der erhöhten Chance das Krebs übertragen sein könnte" würd ich mich ehrlich gesagt für das Krebsrisiko entscheiden!
15 Samstag, 23.
Juni 2007 um 13:00 Uhr
du hast sicher recht. ich würde mich auch für das krebsrisiko entscheiden statt weiter zu leiden und möglicherweise an einem fehlendem organ den sicheren tod in kauf zu nehmen.
allerdings interessiert mich meine ausgangsfrage dennoch: dürfen menschen mit krebserkrankung organe spenden.
vielleicht schreib ich nächste woche mal eine organisation an, die sich um organtransplantationen und -spenden kümmert.
| Zitat von Nightwitch;135782 | |
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du hast sicher recht. ich würde mich auch für das krebsrisiko entscheiden statt weiter zu leiden und möglicherweise an einem fehlendem organ den sicheren tod in kauf zu nehmen.
allerdings interessiert mich meine ausgangsfrage dennoch: dürfen menschen mit krebserkrankung organe spenden.
vielleicht schreib ich nächste woche mal eine organisation an, die sich um organtransplantationen und -spenden kümmert.
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