[Story] Mein Name ist Callon
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Anika
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1 Mittwoch, 04.
Juli 2007 um 09:13 Uhr
Mein Name ist Callon
Ich bin an einem schönen Ort angekommen. Auch hier werde ich nicht lange verweilen.
Den höchsten Gipfel der kleinen Bergkette habe ich erklommen und mir auf diesem Plateau ein Nachtlager bereitet. Ein Bett aus Moos und ein Dach aus Laub reichen aus, denn schon morgen werde ich weiterziehen.
Schon oft saß ich an ähnlichen Orten, meist einsam und nur sehr selten leistete mir jemand Gesellschaft so wie heute. Für ein kurzes Stück Weg wird der fremde Wanderer mein Gefährte sein.
Tief unter mir liegt eine weite grasbewachsene Ebene, die bis zum Horizont reicht. Ein Fluss durchschneidet sie. Ich sehe ihn im Licht der untergehenden Sonne funkeln, wenn ihre verblassenden Strahlen die gekräuselten Wellen berühren.
Ich bin gefangen in diesem Anblick und seufze. Mein Herz ist so schwer.
Der Fremde blickt mich an.
„Warum seufzt du?“
Er ist ein alter Mann, und ich sehe Weisheit und Verständnis in seinen Zügen.
Ein ruheloser Pilger bin ich und auf der Suche. Schon so lange währt sie, doch weiß ich nicht, wann sie endet. Ich zähle die Tage nicht und nicht die einsamen Nächte, in denen ich hinaufblicke zum sternbeglänzten Himmel und einen Namen flüstere: Alina...
Ist sie dir begegnet? Hast du sie gesehen auf deinem Weg, Fremder, der du in dieser Nacht die Wärme des Feuers mit mir teilen wird?
Mein Name ist Callon.
So hieß ich nicht immer.
Es gab eine Zeit, da besaß ich keinen Namen. Ich brauchte ihn nicht, denn stets wurde ich gerufen durch gebrüllte Befehle und herrische Trompeten- und Trommelsignale.
Und so zog ich los, einer willenlosen Puppe gleich, und folgte dem Ruf eines namenlosen Herrschers. Auf sein Geheiß tötete ich, und meine Taten waren böse. Nichts anderes als Teilnahmslosigkeit empfand ich beim Anblick der Toten und des Blutes, kein Mitleid, wenn ich die Menschen schreien hörte vor Schmerz und die Furcht in ihren Augen sah. Zuweilen jedoch war es wie der Widerhall einer fernen Erinnerung, wenn ich eine Mutter sah, die ihr Kind mit ihrem Körper schützen wollte und unter Tränen beruhigende Worte sprach. Doch das währte stets nur einen Augenblick, und ich tat, wie mir befohlen war.
Wer ich war, das wusste ich nicht. Ich glich den anderen im Heer, unterschied mich durch nichts von ihnen. Wie ein Rudel Wölfe waren wir, angetan mit grauen, schmutzigen Fellen, und der Sinn unseres Daseins bestand nur darin zu fressen, zu schlafen, zu kämpfen und zu töten, wenn es befohlen war.
Ach, was sage ich da! Wölfe haben ihren Stolz und ihre Ehre... Wir dagegen besaßen nichts dergleichen. Eigener Wille war uns nicht gegeben. Abgerichtet wie Hunde waren wir, die dankbar mit dem Schwanz wedeln, wenn sie mit einem Extrabissen belohnt und nicht getreten werden und die Peitsche nicht schmecken müssen.
Meine Worte sollen nicht der Verzeihung dienen. Sie sind nichts als eine Erklärung, denn Vergebung wird es nicht geben.
Und doch...Da ist jemand, der mir vergab, von ganzem Herzen vergab...Alina...
Frage nicht, wer sie war!
Frage, wer sie ist!
Ich bin mir sicher, dass sie lebt. Sie zu finden ist Inhalt meines Lebens.
Sie ist...meine Mutter...meine Schwester...meine Geliebte... meine Frau.
Sie ist...mein Leben.
Sie machte mich zu dem, was ich heute bin und was ich einst war: Ein Mensch!
Das Mensch-Sein begann im Augenblick meines Todes.
Sie stand in der gaffenden Menge, die sich ergötzte an meinen Qualen und auf den Moment wartete, in dem mein Hals brechen sollte.
Ich sah sie stehen, sah ihr Haar in der Sonne leuchten und ihre Augen, wie sie grün und strahlend die meinen suchten und festhielten, wie sie es schon einmal taten, als die Meute meinen Körper peinigte. Ihr Gesicht war bleich wie der Mond und ihre Hände hatte sie vor der Brust zu Fäusten geballt, doch sie stand fest und aufrecht, eine Klippe inmitten der wogenden Menge. Um sie her brandete und kochte die Meute, von meinem Blut und meiner Pein berauscht, ein Strudel aus Hass und Mordlust. Ich sah nichts anderes mehr als diese Frau und hörte nicht mehr die rachedurstigen Schreie aus verzerrten Mündern
„Ich komm und hol dich!“ vernahm ich in meinem Kopf ihren Ruf.
Ich verstand die Worte nicht, und doch erschienen sie mir wie ein tröstliches Versprechen. Da verließ mich alle Furcht, und ich nahm ihr Bild mit mir in die Dunkelheit des Todes.
Lange trieb ich umher in einer finsteren Welt ohne jegliche Empfindungen.
Zuweilen war mir, als sähe ich in weiter Ferne einen schwachen Lichtschein, doch ich glaubte meinen Sinnen nicht. Vielleicht war es so, wenn man tot war, und vielleicht trieb man so umher bis in alle Unendlichkeit.
Ich blicke ins Feuer, als kämen die Erinnerungen aus seiner Glut. Lange schweige ich, und ich merke keine Ungeduld bei meinem Zuhörer. Es ist wohl die Weisheit des Alters, die mir dieses Pause gönnt, in der ich mich sammeln und meinen Gedanken nachhängen darf. Es ist so schmerzvoll, Worte zu finden für das Entsetzen, das ich selbst im Tod empfand, als ich aus dem friedlichen Zustand der Empfindungslosigkeit in den eines Grauens ohne Namen geworfen wurde.
Schatten umkreisten mich, griffen mit dürren Fingern nach mir, um mich in einen schwarzen Strudel zu zerren, dessen saugender Schlund sich am Grund der Finsternis auftat. Aufgerissene Münder in abgezehrten Gesichtern hauchten mir ihren nach Fäulnis und Verwesung stinkenden Atem in mein Gesicht.
Waren dies all die Toten, die mein Gewissen beschwerten?
Dann taten sie recht, denn nichts anderes hatte ich verdient, als in diesem Höllenschlund die bittersten Qualen zu erleiden.
Schmerzen...Schmerzen in mir, in meinen Gebeinen, in meinem Kopf, in meinem Herzen...Unsägliche, brennende Schmerzen in meinem ganzen Sein...
Wie konnte ich Schmerzen fühlen, da ich doch tot war?
Der Lichtschein näherte sich, bis er vollständig über mir war.
„Wach auf!“ hörte ich eine Stimme, so ermutigend, so vertraut. „Wach auf!“
Ihre Augen, nah bei mir, und in diesem tröstlichen Moment des Erkennens erfüllten mich Hoffnung und Friede. Als ich ihre sanften Hände an meinen Wangen fühlte und ihre Lippen leicht und zart wie ein warmer Wind auf meiner Stirn und meinen Augen, da spürte ich, dass ich lebte.
Wie erschöpft muss sie gewesen sein... Als sie glaubte, ich schliefe, legte sie ihren Kopf an meine Schulter, um auszuruhen.
Ihr Haar berührte mein Gesicht, und ich atmete seinen Duft, und es war der Duft des Lebens. An meinem Hals spürte ich ihren leichten Atem, und es war der Atem des Lebens. Ich fühlte mein Blut, wie es als warmer Strom durch meine Adern floss. Ich lebte.
So kam ich zu Kräften.
Meine Wunden heilten, und erst jetzt erkannte ich die besondere Gabe, die in ihr wohnte.
Sie war immer bei mir, wenn ich wachte, wenn ich schlief,. Sie gab mir zu essen und zu trinken, wusch mich ohne jede Scham und bettete mich.
Sie erzählte mir Geschichten und sang mir Lieder, deren Inhalt ich erst nach und nach verstehen konnte. Erinnerungen kamen mir an eine Zeit, in der ich diese Worte einst selbst gebrauchte, und Erinnerungen an Menschen, die ich liebte und die mich liebten, bis ich mit grober Hand aus ihrer Mitte gerissen wurde.
Als ich mich mit ihrer Hilfe zum ersten Mal von meinem Krankenlager erhob und auf ihre schmale Schulter gestützt die ersten unsicheren Schritte ins Sonnenlicht tat, wusste ich, dass ich nie wieder geknurrten Befehle und den Signalen der Trommeln folgen würde.
Und ich schwor mir, nie wieder zu töten.
Nun, einmal musste ich es dennoch...
Alina...Wie konnte ich ihr in gleichem Maße geben, wie ich nahm?
Ein wenig kindlich mutet es an, aber tapfer schluckte ich alle bittere Medizin, die sie mir einflößte. Ich wollte gesund werden, und ich wollte leben, für sie..
Ich lernte mit ihren Worten zu sprechen, zu lachen, zu weinen, all die Dinge, die nur Menschen vermögen. Und...ich lernte...zu lieben.
„Hast du geliebt, alter Mann?“ frage ich nach einer Pause des Schweigens.
„Kennst du das Gefühl, dass alle Gedanken, alle Empfindungen, alle Wünsche nur auf den einen Menschen gerichtet sind? So tief und schmerzvoll ist die Sehnsucht nach seiner Nähe, nach einem Wort, nach einem Blick, nach einer Berührung, dass das Atmen schwer fällt.“
Ich wusste dieses Gefühl nicht zu deuten. Fremd war es, beunruhigend, schmerzlich, quälend und...unendlich schön. Ein Blick in ihre Augen genügte, dass mein Herzschlag für einen Moment stillstand und dröhnend wieder einsetzte, wenn sie mir ihr Lächeln schenkte.
Ich beobachtete sie, wie sie ging, wie sie ihren Kopf hielt, wenn sie nachdachte, wie sie mit einer schnellen Bewegung ihr Haar zurückwarf. Dann wünschte ich mir nichts sehnlicher, als mein Gesicht darin zu vergraben und ihren Duft zu atmen. Meine Träume drehten sich nur noch um sie, und als ich mir einmal vorstellte, wie ich sie berühren würde, erschrak ich vor mir selbst.
Quälend vergingen auf diese Weise die Tage, an denen ich so deutlich spürte, dass ich ein Mann war, dass ich sie begehrte, wie ein Mann eine Frau begehrt.
Ach, wäre ich doch nur offenen Auges und offenen Herzens durch diese Tage gegangen, dann hätte ich bemerkt, dass auch sie voller Sehnsucht war. Durch meine Unentschlossenheit schmälerte ich die Zeit, die uns vergönnt war.
„Was siehst du mich so an, alter Mann?
Ja, ich war ein Feigling. Ich litt in aller Stille, statt zu versuchen, sie zu erringen, wie es sich für einen Mann geziemt.
Sie tat den ersten Schritt...“
An einem Sommerabend trat sie auf mich zu, reckte sich und nahm mein Gesicht in ihre Hände. Sie küsste mich. Es war so einfach.
Ich betrachtete sie im Licht des Mondes und konnte mich nicht satt sehen. Nie sah ich Schöneres, und niemals zuvor hielt ich Schöneres in meinen Händen.
Sie zog mich zu sich, und ich spürte ihre weiche Nachgiebigkeit und Zärtlichkeit.
Wie das Meer war sie, unergründlich und tief.
Niemals vergesse ich ihre Augen, die grün waren wie Birkenlaub. Dunkel wie Moos wurden sie vor Verlangen...
Und ich? Ich war wie ein Kind, ungeschickt und scheu, doch wich das alles, als sie mir entgegenkam und mein Blut wie flüssiges Feuer durch meine Venen raste.
Im Morgengrauen betrachtete ich meine schlafende Liebste. Da lag sie, das lockige Haar ausgebreitet auf dem Kissen, die schlanken Glieder im Schlaf gelöst. Ich wagte keine Bewegung, schaute nur und lauschte auf ihren ruhigen Atem, und ich schwor in diesem Augenblick, dass ich sie beschützen würde, auch wenn es mein Leben kostete.
Ich habe meinen Schwur nicht gehalten...
Es traf ein, wovor uns Johannes, unser Freund und Bruder, schon lange warnte und das wir im Taumel des Glücks nicht glauben wollten: Die Horden kehrten zurück und suchten uns erneut heim mit Mord und Kriegsgeschrei. Sie überrannten die nichtsahnenden Menschen und machten jeden nieder, der sich ihnen in den Weg stellte.
Ich hörte den Ruf der Trommeln und Trompeten und sprang auf. Zu lange war ich ihnen gefolgt, als dass ich nicht dem ersten Impuls nachgeben wollte.
Sie war schon an der Tür, während ich verwirrt und unschlüssig in der Kate verharrte, kehrte zurück zu mir, ich spürte ihre Lippen auf meinen und hörte sie flüstern: „Auf ewig!“
An der Tür wurde sie von den grauen Kriegern ergriffen. Sie wehrte sich und tobte, und sie schrie immer wieder meinen Namen.
Als ich mich endlich aus meiner Starre löste, war es zu spät. Sie hatten sie fortgebracht.
„Ja, alter Mann, ich habe sie verraten. Ich habe sie nicht beschützt, wie ich geschworen hatte. Ich habe versagt.“
Wieder blicke ich in die Flammen.
Dort, wo mein Herz seinen Platz hat, ist ein unerträglicher Schmerz. Eine eiserne Faust presst es zusammen, und ich ringe nach Luft.
„Was hältst du da in deiner Hand?“ höre ich den Alten fragen.
Ich öffne die Faust, und darin liegt eine silberne Haarspange. Mehr ist mir nicht geblieben von ihr.
Eine Träne löst sich und rinnt über meine Wange. Ich wische sie fort. Sie ist nur eine von unzähligen anderen, die ich schon weinte.
Ein Kämpfer in einem Fell zeigte sich in der Tür.
Schweigend standen wir uns gegenüber. Mir war, als würde sich die Zeit verlangsamen. Sie dehnte sich unendlich.
Gleichmut sah ich im Gesicht der Kreatur, als sie die Keule gegen mich erhob.
Ich drückte seinen Arm weg von mir, drehte mich zur Seite, doch er zerschmetterte mir den Arm, bevor ich die Bewegung vollendet hatte.
Die Sinne schwanden mir, und bevor mich die Dunkelheit umfing, rammte ich ihm mein Messer in den Leib.
So lagen wir gemeinsam auf der Schwelle der Kate. Ungewollt schützte er mich mit seinem toten Körper, und ich blieb unbemerkt und überlebte.
Die Nacht war schon weit fortgeschritten, als ich erwachte. Ich stieß den Kadaver beiseite und kam mit Mühe auf die Beine.
Über dem Dorf lag gespenstische Schweigsamkeit.
Ein kalter Mond schien auf mich herab, derselbe Mond, der uns sein warmes Licht spendete, als die Liebe zu uns kam...
Die Luft war erfüllt von Rauch und zu dick zum Atmen.
Ich lief, meinen gebrochenen Arm an mich pressend, durch die stillen Gassen, vorbei an zerstörten Hütten und an den verkohlten, noch schwelenden Balken des Gasthofes bis hin zum Dorfplatz. Ich kannte die Gewohnheiten der Mörder zur Genüge und wusste, wohin ich mich zu wenden hatte.
Die Leichen lagen auf einem Haufen, denn es war niemand mehr da, der sie bestatten konnte. Im Morgengrauen würden sich die Aaskrähen daran gütlich tun.
Mit verrenkten Gliedmaßen lagen sie da, die Menschen, die ich gekannt hatte. Viele waren von Pfeilen durchbohrt, und manchen hatten sie die Schädel zerschmettert.
Ich wühlte mich durch die toten Körper, wendete sie um, um ihnen in die Gesichter sehen zu können. Johannes war da und blickte aus toten Augen in den dunklen Himmel.
Alina fand ich nicht.
Im Mondenschein blinkte es silbern...Ich hob es auf.
Alina hatte diese Spange getragen...
Warum war sie nicht hier?
Wenn sie nicht hier war...lebte sie?
Ich rief ihren Namen, doch eine Antwort erhielt ich nicht.
Tränen rannen über meine Wangen. Ich wischte sie fort. Zum Weinen war jetzt nicht die Zeit.
So lief ich los...und suche sie noch immer.
Alina...meine Liebste...meine Frau.
Wieder schweige ich und blicke in die Dunkelheit.
Ich summe vor mich hin. Es ist eine einfache Melodie, doch in ihr liegt meine ganze Sehnsucht.
„Was ist das für ein Lied?“ fragt der Alte.
Oft stand ich auf den Bergen und Klippen, die ich auf meiner Wanderung erreichte, und sang ein Lied, dessen Worte mir zuflogen, während meine Schritte den Wegen folgten:
„Ich lief dir nach,
ich rief dich
doch du warst weg.
Verlassen stand ich da, bar jeder Hoffnung.
Doch folgte ich dir, und rief dich, umtosst von
jener feindlichen Welt.
In den Bergen rief ich und blecherne Echos drangen
statt deiner süßen Stimme an mein Ohr
Der Wald liess kurz alles verstummen,
doch auch hier warst du nicht.
Die Wüste durchzog ich, erstieg jeden Baum, der
kärglich und allein stand. Ich schaute und rief
doch du warst bereits fort.
Ich schlich mich in die Höhlen der Drachen, der Wölfe, Löwen, Bären. doch sie kannten dich nicht. Hatten dich nur kurz erblickt.
Drum wandere ich durch die höllischen Sphären, die höchsten Gipfel und wende mich
immer wieder dir zu.
In der Hoffnung steckt meine Seele und ich erwarte sehnsüchtig
dein Bild, dein Leben und ganz dich.“
Ja, so sang ich, doch eine Antwort erhielt ich nie.
„Es ist Schlafenszeit, alter Mann,“ sage ich.
„Ich danke dir, dass du mir gelauscht hast. Morgen in aller Frühe breche ich auf.
Meine Suche ist noch nicht zuende.“
Ich ziehe die Decke über meinen Körper und sehe unzählige Sterne über mir, dieselben Sterne, die in diesem Augenblick über ihr leuchten.
Alina...meine Geliebte...meine Frau.
Ich weiß nicht, wie lange meine Suche fortdauert, wie viele Menschenalter vergehen werden, bis ich sie in meinen Armen halten kann.
Irgendwo da draußen ist sie, die Frau mit diesen Augen, die grün sind wie Birkenlaub und die sich verdunkeln und die Farbe des Mooses annehmen, wenn sie nach mir verlangt.
Ich werde ihre Worte hören: „Auf ewig!“
Und ich werde antworten: „Auf ewig!“
ENDE
©Anika/Lykaon
18.11.06
Zuletzt modifiziert von Anika am 18.03.2008 - 10:32:21
Mein Name ist Callon
Ich bin an einem schönen Ort angekommen. Auch hier werde ich nicht lange verweilen.
Den höchsten Gipfel der kleinen Bergkette habe ich erklommen und mir auf diesem Plateau ein Nachtlager bereitet. Ein Bett aus Moos und ein Dach aus Laub reichen aus, denn schon morgen werde ich weiterziehen.
Schon oft saß ich an ähnlichen Orten, meist einsam und nur sehr selten leistete mir jemand Gesellschaft so wie heute. Für ein kurzes Stück Weg wird der fremde Wanderer mein Gefährte sein.
Tief unter mir liegt eine weite grasbewachsene Ebene, die bis zum Horizont reicht. Ein Fluss durchschneidet sie. Ich sehe ihn im Licht der untergehenden Sonne funkeln, wenn ihre verblassenden Strahlen die gekräuselten Wellen berühren.
Ich bin gefangen in diesem Anblick und seufze. Mein Herz ist so schwer.
Der Fremde blickt mich an.
„Warum seufzt du?“
Er ist ein alter Mann, und ich sehe Weisheit und Verständnis in seinen Zügen.
Ein ruheloser Pilger bin ich und auf der Suche. Schon so lange währt sie, doch weiß ich nicht, wann sie endet. Ich zähle die Tage nicht und nicht die einsamen Nächte, in denen ich hinaufblicke zum sternbeglänzten Himmel und einen Namen flüstere: Alina...
Ist sie dir begegnet? Hast du sie gesehen auf deinem Weg, Fremder, der du in dieser Nacht die Wärme des Feuers mit mir teilen wird?
Mein Name ist Callon.
So hieß ich nicht immer.
Es gab eine Zeit, da besaß ich keinen Namen. Ich brauchte ihn nicht, denn stets wurde ich gerufen durch gebrüllte Befehle und herrische Trompeten- und Trommelsignale.
Und so zog ich los, einer willenlosen Puppe gleich, und folgte dem Ruf eines namenlosen Herrschers. Auf sein Geheiß tötete ich, und meine Taten waren böse. Nichts anderes als Teilnahmslosigkeit empfand ich beim Anblick der Toten und des Blutes, kein Mitleid, wenn ich die Menschen schreien hörte vor Schmerz und die Furcht in ihren Augen sah. Zuweilen jedoch war es wie der Widerhall einer fernen Erinnerung, wenn ich eine Mutter sah, die ihr Kind mit ihrem Körper schützen wollte und unter Tränen beruhigende Worte sprach. Doch das währte stets nur einen Augenblick, und ich tat, wie mir befohlen war.
Wer ich war, das wusste ich nicht. Ich glich den anderen im Heer, unterschied mich durch nichts von ihnen. Wie ein Rudel Wölfe waren wir, angetan mit grauen, schmutzigen Fellen, und der Sinn unseres Daseins bestand nur darin zu fressen, zu schlafen, zu kämpfen und zu töten, wenn es befohlen war.
Ach, was sage ich da! Wölfe haben ihren Stolz und ihre Ehre... Wir dagegen besaßen nichts dergleichen. Eigener Wille war uns nicht gegeben. Abgerichtet wie Hunde waren wir, die dankbar mit dem Schwanz wedeln, wenn sie mit einem Extrabissen belohnt und nicht getreten werden und die Peitsche nicht schmecken müssen.
Meine Worte sollen nicht der Verzeihung dienen. Sie sind nichts als eine Erklärung, denn Vergebung wird es nicht geben.
Und doch...Da ist jemand, der mir vergab, von ganzem Herzen vergab...Alina...
Frage nicht, wer sie war!
Frage, wer sie ist!
Ich bin mir sicher, dass sie lebt. Sie zu finden ist Inhalt meines Lebens.
Sie ist...meine Mutter...meine Schwester...meine Geliebte... meine Frau.
Sie ist...mein Leben.
Sie machte mich zu dem, was ich heute bin und was ich einst war: Ein Mensch!
Das Mensch-Sein begann im Augenblick meines Todes.
Sie stand in der gaffenden Menge, die sich ergötzte an meinen Qualen und auf den Moment wartete, in dem mein Hals brechen sollte.
Ich sah sie stehen, sah ihr Haar in der Sonne leuchten und ihre Augen, wie sie grün und strahlend die meinen suchten und festhielten, wie sie es schon einmal taten, als die Meute meinen Körper peinigte. Ihr Gesicht war bleich wie der Mond und ihre Hände hatte sie vor der Brust zu Fäusten geballt, doch sie stand fest und aufrecht, eine Klippe inmitten der wogenden Menge. Um sie her brandete und kochte die Meute, von meinem Blut und meiner Pein berauscht, ein Strudel aus Hass und Mordlust. Ich sah nichts anderes mehr als diese Frau und hörte nicht mehr die rachedurstigen Schreie aus verzerrten Mündern
„Ich komm und hol dich!“ vernahm ich in meinem Kopf ihren Ruf.
Ich verstand die Worte nicht, und doch erschienen sie mir wie ein tröstliches Versprechen. Da verließ mich alle Furcht, und ich nahm ihr Bild mit mir in die Dunkelheit des Todes.
Lange trieb ich umher in einer finsteren Welt ohne jegliche Empfindungen.
Zuweilen war mir, als sähe ich in weiter Ferne einen schwachen Lichtschein, doch ich glaubte meinen Sinnen nicht. Vielleicht war es so, wenn man tot war, und vielleicht trieb man so umher bis in alle Unendlichkeit.
Ich blicke ins Feuer, als kämen die Erinnerungen aus seiner Glut. Lange schweige ich, und ich merke keine Ungeduld bei meinem Zuhörer. Es ist wohl die Weisheit des Alters, die mir dieses Pause gönnt, in der ich mich sammeln und meinen Gedanken nachhängen darf. Es ist so schmerzvoll, Worte zu finden für das Entsetzen, das ich selbst im Tod empfand, als ich aus dem friedlichen Zustand der Empfindungslosigkeit in den eines Grauens ohne Namen geworfen wurde.
Schatten umkreisten mich, griffen mit dürren Fingern nach mir, um mich in einen schwarzen Strudel zu zerren, dessen saugender Schlund sich am Grund der Finsternis auftat. Aufgerissene Münder in abgezehrten Gesichtern hauchten mir ihren nach Fäulnis und Verwesung stinkenden Atem in mein Gesicht.
Waren dies all die Toten, die mein Gewissen beschwerten?
Dann taten sie recht, denn nichts anderes hatte ich verdient, als in diesem Höllenschlund die bittersten Qualen zu erleiden.
Schmerzen...Schmerzen in mir, in meinen Gebeinen, in meinem Kopf, in meinem Herzen...Unsägliche, brennende Schmerzen in meinem ganzen Sein...
Wie konnte ich Schmerzen fühlen, da ich doch tot war?
Der Lichtschein näherte sich, bis er vollständig über mir war.
„Wach auf!“ hörte ich eine Stimme, so ermutigend, so vertraut. „Wach auf!“
Ihre Augen, nah bei mir, und in diesem tröstlichen Moment des Erkennens erfüllten mich Hoffnung und Friede. Als ich ihre sanften Hände an meinen Wangen fühlte und ihre Lippen leicht und zart wie ein warmer Wind auf meiner Stirn und meinen Augen, da spürte ich, dass ich lebte.
Wie erschöpft muss sie gewesen sein... Als sie glaubte, ich schliefe, legte sie ihren Kopf an meine Schulter, um auszuruhen.
Ihr Haar berührte mein Gesicht, und ich atmete seinen Duft, und es war der Duft des Lebens. An meinem Hals spürte ich ihren leichten Atem, und es war der Atem des Lebens. Ich fühlte mein Blut, wie es als warmer Strom durch meine Adern floss. Ich lebte.
So kam ich zu Kräften.
Meine Wunden heilten, und erst jetzt erkannte ich die besondere Gabe, die in ihr wohnte.
Sie war immer bei mir, wenn ich wachte, wenn ich schlief,. Sie gab mir zu essen und zu trinken, wusch mich ohne jede Scham und bettete mich.
Sie erzählte mir Geschichten und sang mir Lieder, deren Inhalt ich erst nach und nach verstehen konnte. Erinnerungen kamen mir an eine Zeit, in der ich diese Worte einst selbst gebrauchte, und Erinnerungen an Menschen, die ich liebte und die mich liebten, bis ich mit grober Hand aus ihrer Mitte gerissen wurde.
Als ich mich mit ihrer Hilfe zum ersten Mal von meinem Krankenlager erhob und auf ihre schmale Schulter gestützt die ersten unsicheren Schritte ins Sonnenlicht tat, wusste ich, dass ich nie wieder geknurrten Befehle und den Signalen der Trommeln folgen würde.
Und ich schwor mir, nie wieder zu töten.
Nun, einmal musste ich es dennoch...
Alina...Wie konnte ich ihr in gleichem Maße geben, wie ich nahm?
Ein wenig kindlich mutet es an, aber tapfer schluckte ich alle bittere Medizin, die sie mir einflößte. Ich wollte gesund werden, und ich wollte leben, für sie..
Ich lernte mit ihren Worten zu sprechen, zu lachen, zu weinen, all die Dinge, die nur Menschen vermögen. Und...ich lernte...zu lieben.
„Hast du geliebt, alter Mann?“ frage ich nach einer Pause des Schweigens.
„Kennst du das Gefühl, dass alle Gedanken, alle Empfindungen, alle Wünsche nur auf den einen Menschen gerichtet sind? So tief und schmerzvoll ist die Sehnsucht nach seiner Nähe, nach einem Wort, nach einem Blick, nach einer Berührung, dass das Atmen schwer fällt.“
Ich wusste dieses Gefühl nicht zu deuten. Fremd war es, beunruhigend, schmerzlich, quälend und...unendlich schön. Ein Blick in ihre Augen genügte, dass mein Herzschlag für einen Moment stillstand und dröhnend wieder einsetzte, wenn sie mir ihr Lächeln schenkte.
Ich beobachtete sie, wie sie ging, wie sie ihren Kopf hielt, wenn sie nachdachte, wie sie mit einer schnellen Bewegung ihr Haar zurückwarf. Dann wünschte ich mir nichts sehnlicher, als mein Gesicht darin zu vergraben und ihren Duft zu atmen. Meine Träume drehten sich nur noch um sie, und als ich mir einmal vorstellte, wie ich sie berühren würde, erschrak ich vor mir selbst.
Quälend vergingen auf diese Weise die Tage, an denen ich so deutlich spürte, dass ich ein Mann war, dass ich sie begehrte, wie ein Mann eine Frau begehrt.
Ach, wäre ich doch nur offenen Auges und offenen Herzens durch diese Tage gegangen, dann hätte ich bemerkt, dass auch sie voller Sehnsucht war. Durch meine Unentschlossenheit schmälerte ich die Zeit, die uns vergönnt war.
„Was siehst du mich so an, alter Mann?
Ja, ich war ein Feigling. Ich litt in aller Stille, statt zu versuchen, sie zu erringen, wie es sich für einen Mann geziemt.
Sie tat den ersten Schritt...“
An einem Sommerabend trat sie auf mich zu, reckte sich und nahm mein Gesicht in ihre Hände. Sie küsste mich. Es war so einfach.
Ich betrachtete sie im Licht des Mondes und konnte mich nicht satt sehen. Nie sah ich Schöneres, und niemals zuvor hielt ich Schöneres in meinen Händen.
Sie zog mich zu sich, und ich spürte ihre weiche Nachgiebigkeit und Zärtlichkeit.
Wie das Meer war sie, unergründlich und tief.
Niemals vergesse ich ihre Augen, die grün waren wie Birkenlaub. Dunkel wie Moos wurden sie vor Verlangen...
Und ich? Ich war wie ein Kind, ungeschickt und scheu, doch wich das alles, als sie mir entgegenkam und mein Blut wie flüssiges Feuer durch meine Venen raste.
Im Morgengrauen betrachtete ich meine schlafende Liebste. Da lag sie, das lockige Haar ausgebreitet auf dem Kissen, die schlanken Glieder im Schlaf gelöst. Ich wagte keine Bewegung, schaute nur und lauschte auf ihren ruhigen Atem, und ich schwor in diesem Augenblick, dass ich sie beschützen würde, auch wenn es mein Leben kostete.
Ich habe meinen Schwur nicht gehalten...
Es traf ein, wovor uns Johannes, unser Freund und Bruder, schon lange warnte und das wir im Taumel des Glücks nicht glauben wollten: Die Horden kehrten zurück und suchten uns erneut heim mit Mord und Kriegsgeschrei. Sie überrannten die nichtsahnenden Menschen und machten jeden nieder, der sich ihnen in den Weg stellte.
Ich hörte den Ruf der Trommeln und Trompeten und sprang auf. Zu lange war ich ihnen gefolgt, als dass ich nicht dem ersten Impuls nachgeben wollte.
Sie war schon an der Tür, während ich verwirrt und unschlüssig in der Kate verharrte, kehrte zurück zu mir, ich spürte ihre Lippen auf meinen und hörte sie flüstern: „Auf ewig!“
An der Tür wurde sie von den grauen Kriegern ergriffen. Sie wehrte sich und tobte, und sie schrie immer wieder meinen Namen.
Als ich mich endlich aus meiner Starre löste, war es zu spät. Sie hatten sie fortgebracht.
„Ja, alter Mann, ich habe sie verraten. Ich habe sie nicht beschützt, wie ich geschworen hatte. Ich habe versagt.“
Wieder blicke ich in die Flammen.
Dort, wo mein Herz seinen Platz hat, ist ein unerträglicher Schmerz. Eine eiserne Faust presst es zusammen, und ich ringe nach Luft.
„Was hältst du da in deiner Hand?“ höre ich den Alten fragen.
Ich öffne die Faust, und darin liegt eine silberne Haarspange. Mehr ist mir nicht geblieben von ihr.
Eine Träne löst sich und rinnt über meine Wange. Ich wische sie fort. Sie ist nur eine von unzähligen anderen, die ich schon weinte.
Ein Kämpfer in einem Fell zeigte sich in der Tür.
Schweigend standen wir uns gegenüber. Mir war, als würde sich die Zeit verlangsamen. Sie dehnte sich unendlich.
Gleichmut sah ich im Gesicht der Kreatur, als sie die Keule gegen mich erhob.
Ich drückte seinen Arm weg von mir, drehte mich zur Seite, doch er zerschmetterte mir den Arm, bevor ich die Bewegung vollendet hatte.
Die Sinne schwanden mir, und bevor mich die Dunkelheit umfing, rammte ich ihm mein Messer in den Leib.
So lagen wir gemeinsam auf der Schwelle der Kate. Ungewollt schützte er mich mit seinem toten Körper, und ich blieb unbemerkt und überlebte.
Die Nacht war schon weit fortgeschritten, als ich erwachte. Ich stieß den Kadaver beiseite und kam mit Mühe auf die Beine.
Über dem Dorf lag gespenstische Schweigsamkeit.
Ein kalter Mond schien auf mich herab, derselbe Mond, der uns sein warmes Licht spendete, als die Liebe zu uns kam...
Die Luft war erfüllt von Rauch und zu dick zum Atmen.
Ich lief, meinen gebrochenen Arm an mich pressend, durch die stillen Gassen, vorbei an zerstörten Hütten und an den verkohlten, noch schwelenden Balken des Gasthofes bis hin zum Dorfplatz. Ich kannte die Gewohnheiten der Mörder zur Genüge und wusste, wohin ich mich zu wenden hatte.
Die Leichen lagen auf einem Haufen, denn es war niemand mehr da, der sie bestatten konnte. Im Morgengrauen würden sich die Aaskrähen daran gütlich tun.
Mit verrenkten Gliedmaßen lagen sie da, die Menschen, die ich gekannt hatte. Viele waren von Pfeilen durchbohrt, und manchen hatten sie die Schädel zerschmettert.
Ich wühlte mich durch die toten Körper, wendete sie um, um ihnen in die Gesichter sehen zu können. Johannes war da und blickte aus toten Augen in den dunklen Himmel.
Alina fand ich nicht.
Im Mondenschein blinkte es silbern...Ich hob es auf.
Alina hatte diese Spange getragen...
Warum war sie nicht hier?
Wenn sie nicht hier war...lebte sie?
Ich rief ihren Namen, doch eine Antwort erhielt ich nicht.
Tränen rannen über meine Wangen. Ich wischte sie fort. Zum Weinen war jetzt nicht die Zeit.
So lief ich los...und suche sie noch immer.
Alina...meine Liebste...meine Frau.
Wieder schweige ich und blicke in die Dunkelheit.
Ich summe vor mich hin. Es ist eine einfache Melodie, doch in ihr liegt meine ganze Sehnsucht.
„Was ist das für ein Lied?“ fragt der Alte.
Oft stand ich auf den Bergen und Klippen, die ich auf meiner Wanderung erreichte, und sang ein Lied, dessen Worte mir zuflogen, während meine Schritte den Wegen folgten:
„Ich lief dir nach,
ich rief dich
doch du warst weg.
Verlassen stand ich da, bar jeder Hoffnung.
Doch folgte ich dir, und rief dich, umtosst von
jener feindlichen Welt.
In den Bergen rief ich und blecherne Echos drangen
statt deiner süßen Stimme an mein Ohr
Der Wald liess kurz alles verstummen,
doch auch hier warst du nicht.
Die Wüste durchzog ich, erstieg jeden Baum, der
kärglich und allein stand. Ich schaute und rief
doch du warst bereits fort.
Ich schlich mich in die Höhlen der Drachen, der Wölfe, Löwen, Bären. doch sie kannten dich nicht. Hatten dich nur kurz erblickt.
Drum wandere ich durch die höllischen Sphären, die höchsten Gipfel und wende mich
immer wieder dir zu.
In der Hoffnung steckt meine Seele und ich erwarte sehnsüchtig
dein Bild, dein Leben und ganz dich.“
Ja, so sang ich, doch eine Antwort erhielt ich nie.
„Es ist Schlafenszeit, alter Mann,“ sage ich.
„Ich danke dir, dass du mir gelauscht hast. Morgen in aller Frühe breche ich auf.
Meine Suche ist noch nicht zuende.“
Ich ziehe die Decke über meinen Körper und sehe unzählige Sterne über mir, dieselben Sterne, die in diesem Augenblick über ihr leuchten.
Alina...meine Geliebte...meine Frau.
Ich weiß nicht, wie lange meine Suche fortdauert, wie viele Menschenalter vergehen werden, bis ich sie in meinen Armen halten kann.
Irgendwo da draußen ist sie, die Frau mit diesen Augen, die grün sind wie Birkenlaub und die sich verdunkeln und die Farbe des Mooses annehmen, wenn sie nach mir verlangt.
Ich werde ihre Worte hören: „Auf ewig!“
Und ich werde antworten: „Auf ewig!“
ENDE
©Anika/Lykaon
18.11.06
Zuletzt modifiziert von Anika am 18.03.2008 - 10:32:21
Daemonarch
Grünschnabel

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2 Mittwoch, 04.
Juli 2007 um 16:49 Uhr
Was heißt das eigentlich da unten? Anika/Lykaon dieselbe Person??
Was heißt das eigentlich da unten? Anika/Lykaon dieselbe Person??
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3 Mittwoch, 04.
Juli 2007 um 17:22 Uhr
die Basis der Geschichte habe ich mal geschrieben, ein kurzer Wurf aus dem Stehgreif... und Anika hat dann eine wunderbare Geschichte daraus geformt
die Basis der Geschichte habe ich mal geschrieben, ein kurzer Wurf aus dem Stehgreif... und Anika hat dann eine wunderbare Geschichte daraus geformt

Sting
Nicht registriert
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4 Mittwoch, 04.
Juli 2007 um 22:41 Uhr
Schön und fliessend geschrieben: die beklemmende Gefühlslage des Protagonisten wird sehr gut vermittelt.
Welche Motivation hattet Ihr, diese Geschichte zu schreiben bzw. wie kam das Grundgerüst zustande und inwieweit unterscheidet sich die aktuelle Version von diesem Grundgerüst (nicht hinsichtlich der Details, sondern allgemein bzgl. des Plot)?
Schön und fliessend geschrieben: die beklemmende Gefühlslage des Protagonisten wird sehr gut vermittelt.
Welche Motivation hattet Ihr, diese Geschichte zu schreiben bzw. wie kam das Grundgerüst zustande und inwieweit unterscheidet sich die aktuelle Version von diesem Grundgerüst (nicht hinsichtlich der Details, sondern allgemein bzgl. des Plot)?
Anika
Mitgliedschaft beendet
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5 Mittwoch, 04.
Juli 2007 um 23:03 Uhr
Danke für die Einschätzung, Sting.
Eigentlich hättest du "Ein Ende und ein Anfang" zuerst lesen sollen. Das ist die gleiche Geschichte aus der Sicht der Frau.
Lyka hatte einen Traum niedergeschrieben in Form einer kurzen Geschichte.
Das hat mich so fasziniert, dass ich zwei Geschichten zum gleichen Thema schreiben MUSSTE. Der Plot ist in allen drei Geschichten derselbe, nur die Blickwinkel der Erzähler sind unterschiedlich.
Der Unterschied meiner Geschichten zu Lykas Traumgeschichte besteht wirklich nur darin, dass ich sie "ausgemalt" habe.
| Zitat von Sting;136863 | |
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Danke für die Einschätzung, Sting.
Eigentlich hättest du "Ein Ende und ein Anfang" zuerst lesen sollen. Das ist die gleiche Geschichte aus der Sicht der Frau.
Lyka hatte einen Traum niedergeschrieben in Form einer kurzen Geschichte.
Das hat mich so fasziniert, dass ich zwei Geschichten zum gleichen Thema schreiben MUSSTE. Der Plot ist in allen drei Geschichten derselbe, nur die Blickwinkel der Erzähler sind unterschiedlich.
Der Unterschied meiner Geschichten zu Lykas Traumgeschichte besteht wirklich nur darin, dass ich sie "ausgemalt" habe.
Sting
Nicht registriert
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6 Donnerstag, 05.
Juli 2007 um 12:27 Uhr
Hey Anika,
danke für die Erläuterung.
Werde die anderen beiden Geschichten auch lesen.
An dieser Stelle auch ein *thumbs up* an den Wolf.
Bis zum nächsten Feedback.
Hey Anika,
danke für die Erläuterung.
Werde die anderen beiden Geschichten auch lesen.
An dieser Stelle auch ein *thumbs up* an den Wolf.
Bis zum nächsten Feedback.
Anika
Mitgliedschaft beendet
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7 Donnerstag, 05.
Juli 2007 um 13:36 Uhr
Es sind nur meine beiden Geschichten, die hier im Forum stehen.
Lykas Traum-Geschichte, die der Ausgangspunkt und meine Inspiration war, ist nicht hier eingestellt.
| Zitat von Sting;136870 | |
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Es sind nur meine beiden Geschichten, die hier im Forum stehen.
Lykas Traum-Geschichte, die der Ausgangspunkt und meine Inspiration war, ist nicht hier eingestellt.
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