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[Artikel] Akne vulgaris - Kein auswegloser Kampf

[Artikel] Akne vulgaris - Kein auswegloser Kampf


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Anika

Mitgliedschaft beendet
1    Samstag, 01. September 2007 um 19:46 Uhr
      

Die Akne vulgaris ist weltweit die häufigste Hauterkrankung.
Etwa 80% aller Jugendlichen erkranken daran, und bei etwa 20% ist eine medikamentöse Therapie notwendig.
Häufig stellt diese Erkrankung eine hohe psychische Belastung der betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen dar. Hänseleien bis hin zum Mobbing sind keine Seltenheit.

[size=16] Akne vulgaris - Kein auswegloser Kampf
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Begriffsklärung und Entstehung
Unter den verschiedenen Akneformen ist die so genannte Akne vulgaris am weitesten verbreitet. Sie stellt eine Verhornungsstörung der Talgdrüsen in der obersten Schicht der Haut (Epidermis) dar, hervorgerufen durch vermehrte Talgproduktion der Talgdrüsen (Seborrhoe). Eine Erkrankung des Talgdrüsenfollikels ist die Folge.

Mit dem Eintritt in die Pubertät kommt es zu einem verstärkten Einfluss von Androgenen (=männliche Hormone, Testoide) und damit zu einer Veränderung des Stoffwechsels, die häufig einhergeht mit der oben genannten Erkrankung.
Jungen sind demnach öfter betroffen als Mädchen.
Bei Sportlern kann die Einnahme von Anabolika eine Akne begünstigen und hervorrufen.
In den meisten Fällen heilt eine Akne bis zum 25. Lebenjahr aus, bei Frauen allerdings kann sich der Prozess bis zum 40. Lebensjahr ausdehnen.
Akne hat nicht zu tun mit ungenügender Körperhygiene, und eine Vorbeugung ist nicht möglich.
Ein Zusammenhang mit der Ernährung konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, weil aussagekräftige Studien zu diesem Problem fehlen.

Verlauf
Zuerst bilden sich Komedonen (Mitesser).
Die so genannte Komedonen-Akne ist zunächst eine leichte Erkrankung, weil keine Entzündung des Gewebes vorliegt.
Durch die erhöhte Talgproduktion wird der Ausgang der Talgdrüse verstopft, und der Talg kann nicht abfließen. Licht und Bakterien sorgen dafür, dass sich die bekannten dunklen Punkte bilden.

Im weiteren Verlauf kann es zur so genannten Acne papulo-pustulosa mit Effloreszenzen wie Papeln und Pusteln kommen.
Der aufgestaute Talg gelangt in das die Talgdrüse umgebende Gewebe, verstopft es und ruft eine Entzündung hervor. Bakterien sorgen dafür, dass Eiter entsteht, der sich in einem Bläschen an der Hautoberfläche sammelt. Durch die teilweise massiven Entzündungsprozesse stellt diese Form der Akne eine schwere Erkrankung dar, und bei nicht sachgemäßer Therapie können Narben zurückbleiben.

(Worterklärungen:
Effloreszenzen: in der Haut aus einem krankhaften Prozess heraus entstehende Veränderungen
Papeln: Knötchen
Pusteln: mit eitriger Absonderung gefülltes Bläschen) Hinzu kommen oft Sekundärveränderungen wie Schuppen und Krusten durch getrocknetes Sekret.)

Sehr schwere Sekundärveränderungen sind Narben, die als Ersatz bei Hautsubstanzverlust nach Geschwüren auftreten. Bei Geschwüren ist die Gewebszerstörung derart tief und massiv, dass es zwangsläufig zu Narbenbildung kommt.

Akne tritt besonders häufig an solchen Körperstellen auf die, die viele Talgdrüsen aufweisen, also Gesicht, Rücken und mittlere Brustregion.
Das Krankheitsbild ist auf den folgenden Abbildungen sichtbar.

http://upload.wikimedia.org/wi...ns/d/da/AcneVulgarisUSMIL.jpg


Mit freundlicher Genehmigung von hautstadt.de



Quelle: Benutzer:Henryart - Wikipedia
Mein Dank geht an Herrn Dietmar Wieser/Kufstein für die freundliche Erlaubnis, das Bild zu nutzen.

Die Behandlung

Bei einer leichten Akne kann eine kosmetische Behandlung Erfolg bringen.
Man sollte sich jedoch klar darüber sein, dass hier lediglich die Symptome behandelt werden können.
Die Haut wird gereinigt, Mitesser und kleine Pusteln werden ausgedrückt.
Das Ausdrücken sollte nur durch geschultes Personal erfolgen, um durch Schmierinfektion entstehende Abszesse zu vermeiden.
Schwerwiegende Komplikationen wären z.B. größere Entzündungen mit einer Schwellung der Lymphknoten und als Folge einer Schmierinfektion Furunkulose und sogar Sepsis (Blutvergiftung).
Narbenbildung wäre unausweichlich.

Anzumerken wäre hier, dass sich das Hautbild nach einer kosmetischen Behandlung vorübergehend verschlechtern kann, als würde durch die Manipulationen ein Schub ausgelöst werden. Die Irritationen klingen jedoch nach einiger Zeit ab.

In schweren Fällen sollte ein Hautarzt (Dermatologe) aufgesucht werden. Er kann eine medikamentöse Therapie durchführen, die die Talgdrüsenproduktion vermindert und den Verhornungsvorgang im Bereich des Ausführungsganges der Talgdrüse normalisiert.
Er wird eventuell Antibiotika verschreiben, die zur Bekämpfung der Bakterien dienen, die die entzündeten Bereiche besiedeln.
Für Frauen besteht die Möglichkeit einer hormonellen Therapie, die zugleich der Empfängnisverhütung dient.

Äußerlich zur Behandlung der Haut kann der Arzt eine Hautschälung mit Vitamin-A-Derivaten oder Fruchtsäuren durchführen. Sie gehört unbedingt in die Hand des Arztes.
Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Benzoylperoxid, dessen klinische Wirkung unbestritten ist, weil bei 80 bis 90% der Patienten Therapieerfolge zu verzeichnen sind.

Generell sollte der Arzt aufgesucht werden, wenn`
  • große wunde Pickel vorhanden sind,
  • sich dunkle Stellen gebildet haben, wo vorher Pickel waren,
  • Narben entstanden sind. Sie können gegebenenfalls abgeschliffen werden (Dermabrasio) oder durch eine Laserbehandlung gemildert werden. Behandlungen dieser Art führen der Hautarzt oder ein Plastischer Chirurg durch.
  • der Betroffene psychisch sehr belastet ist.
Eine bestehende Akne kann durch bestimmte Faktoren verschlimmert werden. Dazu gehören das Arbeiten in feuchtem Milieu, mit Ölen und Fetten und der Aufenthalt in gechlortem Wasser.
Bei Frauen ist es die Menstruation, die Akne verschlimmert.
Bei einem Arztbesuch ist der Arzt zu informieren, welche Medikamente man einnimmt, um abklären, ob sie eine Akne begünstigen.
Über unsachgemäßes Ausdrücken von Pickeln und Pusteln wurde schon geschrieben.

Selbsthilfe
  • Wasche dein Gesicht zweimal täglich mit einer milden, hautfreundlichen Seife, deren PH-Wert etwa bei 6,5 liegt.
  • Verwende ein mildes Gesichtswasser, das du nach der Reinigung aufträgst, doch achte darauf, dass es nicht mehr als 10% Alkohol enthält. Zu viel Alkohol entfettet zu stark, und das setzt einen Kreislauf in Gang: Entfetten -> Haut ist bemüht nachzufetten -> noch mehr Talg wird produziert -> subjektives Bedürfnis, wieder zu entfetten -> entfetten -> und so weiter` ein Kreislauf, der nichts bringt.

  • Wasche deine Haare häufig mit einem milden Shampoo und lasse sie nicht ins Gesicht hängen, damit Luft an die Haut gelangt.
  • Drücke deine Pickel nicht selbst aus.
  • Schütze deine Haut vor zu viel Kälte, Wärme und Sonne. Sonneneinstrahlung bringt nur eine kurzfristige Linderung. Danach erfolgt eine Verschlechterung des Hautzustandes.
  • Verwende generell Kosmetika auf Wasserbasis, also Öl-in-Wasser-Emulsionen. Fett produziert deine Haut von selbst.
  • Lebe gesund. Achte auf eine gesunde Ernährung, trinke viel und ausreichend und bewege dich viel an frischer Luft.
Quellen zur Informationsgewinnung:
www.wikipedia .
Medinfo
www.netdoctor.de


Piet

Mitgliedschaft beendet
2    Montag, 03. September 2007 um 16:08 Uhr
      

Ist man heutzutage eigentlich schon soweit, das Narben komplett mit dem Laser entfernt werden können?



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Anika

Mitgliedschaft beendet
3    Montag, 03. September 2007 um 16:34 Uhr
      

 Zitat von Psycho_Cowboy;138326
Ist man heutzutage eigentlich schon soweit, das Narben komplett mit dem Laser entfernt werden können?


Nein, leider nicht.

Man kann lediglich von einer Verbesserung von etwa 50% ausgehen, was nichts weiter als eine Abminderung der Narben bedeutet.
Eine langwierige Nachbehandlung ist notwendig, und die enormen Kosten sind vom Patienten in den meisten Fällen selbst zu tragen.


PEOPLES
Grünschnabel

Beiträge: 2002


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4    Mittwoch, 05. September 2007 um 01:03 Uhr
      

danke anika, leider bin ich davon auch betroffen, gottseidank weniger im gesicht, sondern mehr auf dem rücken. wobei das bei mir in "schüben" kommt, in der einen woche sieht das gut aus, in der nächsten wieder schlimm. die mittelchen helfen nur bedingt (ich schluck sicher nicht ständig antibiotika wegen "sowas"Zwinker und ernährung hab ich schon getestet -> konnte bisher noch nichts eindeutiges finden.
was super funktioniert ist viel sonnenlicht und salzwasser.

kannst du was zu Roaccuttan sagen? mit zink hab ich's schon probiert, aber der erfolg war nicht nennenswert.

vielen dank


Anika

Mitgliedschaft beendet
5    Mittwoch, 05. September 2007 um 07:55 Uhr
      

Hallo Michi,

Eine schwere Frage am frühen Morgen, bei der ich dir nicht so gut raten kann. Zwinker

Das Präparat Roaccutan ist wohl nicht unumstritten, schon allein wegen seiner Nebenwirkungen.
Ich hab keine Erfahrungen damit, hab dir hier aber mal was rausgesucht.

Packungsbeilage zu Roaccutan&A...eutikum von Hoffmann-La Roche

Die Erfahrungsberichte lauten mal so und mal so.
Vielleicht kannst du dich hier mal einlesen und befragen.:

Roaccutan und Isotretinoin - Akne Forum - akneforum.de

Und natürlich einen Arzt befragen.

Lieben Gruß
Andrea


Patient
Grünschnabel

Beiträge: 2858


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6    Mittwoch, 05. September 2007 um 09:11 Uhr
      

Die Liste der möglichen und teilweise erschreckenden Nebenwirkungen von Roa ist so lang wie eine Rolle Klopapier. Beidseitig bedruckt.

Es findet gerne im Kampf gegen steroidindizierte (häufig starke) Akne Anwendung. Verschrieben bekommt man es meines Wissens nur bei wirklich harten Fällen von Akne. Was sich bei Roa auf jeden Fall sagen lässt: Es funktioniert. Anders als andere Mittel beseitigt Roa nicht nur die Symptome, sondern geht direkt an die Wurzel, indem es die Talkdrüsen abwürgt. Erfahrungsberichte gibt es in allen sachbezogenen Foren, aber auch auf Bodybuilding-Seiten. Faktische Informationen sind über Google in Unmengen verfügbar. Wirkstoff: Isotretinoin.


Piet

Mitgliedschaft beendet
7    Mittwoch, 05. September 2007 um 17:42 Uhr
      

Ein Freund von mir hat mit Roa auch eine "Kur" gemacht, mit sensationellen Erfolg. Er hatte vor allem am Rücken und auf den Schultern Akne. Diese ist jetzt zwar nicht weg. Aber entschieden weniger geworden.


      

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