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Großrazzia gegen kommerzielle Raubkopierer

Großrazzia gegen kommerzielle Raubkopierer


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jack200034
Grünschnabel

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1    Freitag, 17. September 2004 um 09:20 Uhr
      

Großrazzia gegen kommerzielle Raubkopierer

Münchner Rechtsanwalt unter Verdacht - Vier Beschuldigte festgenommen

Der Polizei ist einer der größten Schläge gegen den illegalen Vertrieb von Raubkopien über das Internet gelungen. Wie die Staatsanwaltschaft im thüringischen Mühlhausen am Donnerstag mitteilte, wurden vier Beschuldigte zwischen 19 und 46 Jahren festgenommen. Sie sollen seit Juni 2003 über die Internetseite www.ftp-welt.com an rund 45.000 zahlende Abnehmer Raubkopien von Kinofilmen, Musik, Computerspielen und Anwendersoftware vertrieben haben.



Dadurch sei ein Schaden im zweistelligen Millionenbereich entstanden. Die von der Industrie getragene Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sprach vom "weltweit größten Fall" des Verkaufs illegaler Downloads im Internet.

Freie Downloads für 135 Euro pro Monat
Laut Staatsanwaltschaft dürften die Beschuldigten durch ihr Angebot rund eine Million Euro kassiert haben. Interessenten konnten sich demnach die Titel aus dem Internet über verschiedene Server im Ausland herunterladen, nachdem sie sich angemeldet und ein Mitglieds-Abo gekauft hatten.

Laut GVU hatten die Nutzer für einen Betrag von 135 Euro pro Monat unbegrenzt Zugriff auf urhebergeschützte Titel. Die Website www.ftp-welt.com war demnach "der mit Abstand wichtigste und bekannteste kommerzielle Download-Service im deutschsprachigen Raum".

Laut Berliner "Tagesspiegel" gehörten manche Kinofilme schon vor ihrem Deutschland-Start zum Angebot der Seite. Als Zahlungsmittel akzeptiert wurden Kreditkarten, Banküberweisungen und kostenpflichtige Anrufe bei einer 0190er-Telefonnummer.

Rechtsanwalt für Buchhaltung zuständig?
Bei der Durchsuchung von Wohnungen und Geschäftsräumen in drei Bundesländern wurde umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Laut GVU handelte es sich dabei um Thüringen, Niedersachsen und Bayern. Insgesamt habe es acht Durchsuchungen gegeben.

Gründer der Internetseite sind den Ermittlern zufolge zwei 20 und 30 Jahre alte Männer aus Südthüringen. Ein 19-jähriger Thüringer soll den Internetdienst technisch betreut haben, während ein 46-jähriger Rechtsanwalt mit Sitz in München für Rechtliches und Buchhaltung zuständig war. Nach Informationen von "heise online" ist der Anwalt in einer Kanzlei tätig, die in der IT-Branche durch fragwürdige Abmahnungen wegen Verletzung gewerblicher Schutzrechte bekannt geworden ist.

Haftbefehle gegen vier Hauptverdächtige
Den Tatverdächtigen werden unter anderem Vergehen gegen das Urhebergesetz vorgeworfen. Die GVU teilte mit, das Amtsgericht in Mühlhausen habe gegen alle vier Hauptbeschuldigte Haftbefehle erlassen. Inzwischen werde neben der Verbreitung von Raubkopien auch wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Die GVU, die aktiv nach illegalen Angeboten im Internet forscht, hatte nach eigenen Angaben im August 2003 Strafanzeige erstattet und Beweismaterial an die Ermittlungsbehörden übergeben. In der Folge habe der Verband die Ermittler mit weiterem umfangreichen Beweismaterial und Szene-Kenntnissen unterstützt. Erschwert wurden die Ermittlungen demnach durch einen hohen Grad an Konspiration. Die Beschuldigten hätten nahezu ausschließlich über das Internet miteinander kommuniziert, Alias-Namen verwendet, unter Pseudonymen Firmen im Ausland gegründet und die britischen Virgin Islands als Firmensitz gewählt.

© ZDF 2004


Prince_Shame
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2    Freitag, 17. September 2004 um 10:59 Uhr
      

jeppa, hab ich gestern auch mehrfach in den nachrichten gehört.
vielen dank fürs posten jack !!! tongueR

aber wer heute nach den ganzen warnungen es noch so intensiv betreibt, damit geld zu machen ist selbst schuld...aber das thema hatten wir ja bereits mehrfach... Zwinker

greetz, Prince***


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Fragkiller
Grünschnabel

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3    Freitag, 17. September 2004 um 13:43 Uhr
      

135 Euro im Monat????????? DA kann ich mir doch alles im Original kaufen.... oder das waren Leute die DSL3000 haben und 24/7 on sind und sich Material im Wert von >135 Euro ziehen? Oh man.....


OnL Y One
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4    Freitag, 17. September 2004 um 15:39 Uhr
      

Ja stell dir doch mal vor die ziehen sich z.B. Paint Shop Pro von irgendeinem Server. Allein das ist doch schon 5000 Euro wert. (Oder war es Photo Shop? Egal.)


jack200034
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5    Freitag, 17. September 2004 um 21:05 Uhr
      

 Zitat
Original von OnL Y One
Ja stell dir doch mal vor die ziehen sich z.B. Paint Shop Pro von irgendeinem Server. Allein das ist doch schon 5000 Euro wert. (Oder war es Photo Shop? Egal.)


*off topic ein* hoooohooo...Photoshop kostet als Vollversion ca. 400 Euro.... und Paint Shop Pro ist noch wesendlich billiger *off topic aus*


jack200034
Grünschnabel

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6    Samstag, 18. September 2004 um 11:09 Uhr
      

wer den Tagesschau Bericht noch nicht gesehen hat :

http://www.tagesschau.de/sendungen/0,119...3619022,00.html


Fragkiller
Grünschnabel

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7    Sonntag, 19. September 2004 um 22:35 Uhr
      

Find ich krass, dann wird man ja quasi gezwungen viel zu saugen, damit die Wirtschaftlichkeit stimmt ;-)


jack200034
Grünschnabel

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8    Dienstag, 21. September 2004 um 16:58 Uhr
      

Verkehrte Web-Welt

Internet-Gemeinde ist nach der Festnahme eines mutmaßlichen Filmpiraten in Sektlaune

Die Internet-Gemeinde bejubelt die Festnahme eines mutmaßlichen Filmpiraten. Eine Lobby-Organisation ermittelt für die Staatsanwaltschaft. Tausende von Kundendaten stehen ungeschützt im Netz - Die Hintergründe des aktuellen Raubkopierfalles "FTPWelt", rund um den Münchner Anwalt S., reichen von skurril bis suspekt.

Wer sich oft in Internet-Foren herumtreibt weiß: Das illegale Kopieren von Software, Musik oder Filmen wird hier zumeist als Kavaliersdelikt angesehen - wenn überhaupt. Links zu Download-Quellen oder Tipps zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen verbreiten sich auf den Diskussionsbrettern im Web schneller als ein Schnupfen im Winter. Um so erstaunlicher, dass am vergangenen Donnerstag in vielen Foren ein mehrstimmiger Jubelchor ausbrach, als die Nachricht von der Verhaftung des Münchner Rechtsanwalts Bernhard S. die Runde machte. S. wird vorgeworfen, illegal hergestellte Filmdateien in großem Stil angeboten zu haben - gegen Bezahlung.

Virtuelle Jubelschreie
"Ich hatte den Glauben an den Rechtsstaat fast verloren *schnüff*. Gott, ich bin so verdammt glücklich, ich könnte heulen", gab sich ein Nutzer im Usenet seiner Sentimentalität hin. Der Grund für diese Sektlaune findet sich jedoch weniger in einer plötzlich aufflammenden Solidarität mit der Entertainment-Branche, sondern vielmehr in der Person des Verhafteten: Der 46-jährige Jurist hatte sich in den vergangenen Jahren alle Mühe gegeben, sich in der Netzgemeinde unbeliebt zu machen.

Als Geschäftsführer des Unternehmens Global Netcom ist S. in der umstrittenen Branche der Internet-Dialer aktiv. Diese Programme wählen automatisch teure Premium-Telefonnummern an und verursachen Kosten bis zu 30 Euro pro Anruf. Die Dialer des Herrn S. finden sich nicht nur dort, wo man sie vermutet - zum Beispiel bei Porno-Angeboten - sondern auch auf vermeintlich harmlosen Info-Seiten wie beispielsweise hausaufgaben.de.

Optimierung durch Google-Bomben
Mit Hilfe so genannter Google-Bomben wurden diese Websites so optimiert, dass sie bei Suchmaschinen-Anfragen möglichst weit oben in den Ergebnissen erscheinen. Kritiker vermuten, S. zockt so minderjährige Schüler ab, die sich ihre Hausaufgaben "zusammengoogeln" wollen. Dazu Silvan Rehberger, Geschäftsführer des Internet-Unternehmens Youngbrain: "Allein dass Google in Bezug auf bestimmte Stichworte absolut nicht mehr zu gebrauchen ist und Schüler auf der Suche nach Referaten in Dialerfallen geraten, ist zu wesentlichen Teilen auch den Firmen zu verdanken, deren Geschäftsführer S. ist."

Damit nicht genug: Mit kostenpflichtigen Abmahnungen ging S. gegen Verbraucherschutzportale wie Computerbetrug.de und Dialerschutz.de vor. Sein Vorwurf: Diese Websites würden unerlaubte Rechtsberatung anbieten. Insider vermuten jedoch Einschüchterungsversuche. In den genannten Foren werden auch die Tätigkeiten des Rechtsanwalts S. stets kritisch diskutiert.

Mit solcherlei Aktivitäten macht man sich im Internet keine Freunde. Kein Wunder also, dass viele Netznutzer die Verhaftung von S. wie eine gewonnene Fußballweltmeisterschaft feiern.

Bald wieder frei?
Auch Günter von G., der Kanzleikollege von S. ist im Internet kein unbeschriebenes Blatt. Er gilt als Abmahnkönig. Aufsehen erregten seine juristischen Auseinandersetzungen um die Begriffe "Explorer" und "Webspace". In den achtziger Jahren soll G. unter dem falschen Absender "Tanja" Briefe an minderjährige Computernutzer verschickt und sie darin aufgefordert haben, kopierte Software zu tauschen - um die Angeschriebenen dann später wegen Urheberrechtsverletzung anzuzeigen.

Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" äußerte sich Günter von G. optimistisch, was die Zukunft seines Partners angeht. Der Vorwurf der Geldwäsche sei bereits entkräftet. Diese Einschätzung kann der leitende Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Petri allerdings nicht teilen. "Da ist überhaupt nichts dran", sagt er zu heute.de, "Herr von G. versucht jetzt Rundumschläge, weil die Sache ja auch seinem Berufsstand schadet." Trotzdem bestehe die Möglichkeit, dass S. bald aus dem Thüringer Gefängnis entlassen würde. "Der Haftbefehl stützt sich auf Verdunkelungsgefahr. Falls er eine Aussage machen und alles preisgeben sollte, dann ist auch nichts mehr zu verdunkeln", sagt Petri.

Wie der Oberstaatsanwalt am Dienstag gegenüber heute.de erklärte, wird S. momentan verhört. Ob seine Ausführungen für eine Außerkraftsetzung des Haftbefehls reichen werden, wird wohl erst im Laufe der nächsten Tage entschieden.

Kundendaten für jedermann
Offenbar fühlte die Raubkopierer-Clique sich sehr sicher, denn selbst einen rudimentären Schutz ihres Webservers hielten sie für überflüssig. In den einschlägigen Foren kursiert seit Tagen der Link auf eine Sicherheitskopie der Kundendatenbank von "FTPWelt". Der dazugehörige Server lässt sich in Estland lokalisieren. Jeder Surfer mit einem Browser und der entsprechenden Web-Adresse konnte so tagelang Einblick in die Liste derjenigen nehmen, die für geklaute Filmdateien Geld bezahlt hatten. Im Netz hieß diese Datenbank schnell "Deppen-Pranger".

Wir konfrontierten den Mühlhausener Oberstaatsanwalt Petri mit diesen Erkenntnissen, und tatsächlich ging der verräterische Webserver einige Stunden danach vom Netz. Später ist zu erfahren, dass der Hannoversche IT-Fachverlag Heise die Ermittler bereits am vergangenen Samstag über die Datenlücke informiert hatte - ohne Ergebnis.

Wer ermittelt eigentlich?
Über die komplexe Welt des Internet erfährt man während des Jura-Studiums wenig. Wer berät die Staatsanwaltschaft in technischer Hinsicht? "Wir haben einen Kollegen, der Internetkriminalität bearbeitet. Der ist fit auf diesem Gebiet", sagt Petri. Jedoch: "Im technischen Bereich stützen wir uns auf die GVU." Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen arbeitet im Auftrag der Filmwirtschaft und der Entertainment-Softwareindustrie. Sie hatte auch Anzeige im vorliegenden Fall erstattet.

Diese Allianz ist dem Düsseldorfer Fachanwalt für Strafrecht, Udo Vetter, ein Dorn im Auge: "Die GVU repräsentiert gleichzeitig die Geschädigten", sagt er, "in anderen Bereichen wäre es undenkbar, dass der Geschädigte parallel die Beweisergebnisse aufarbeitet.
" Und: "Wer sich als Verfolger geriert, kann nicht gleichzeitig als Sachverständiger oder als technischer Dienstleister arbeiten."

Bedenklicher Schulterschluss

Udo Vetter hält die Liaison von Ermittlern und Geschädigten sogar für "rechtsstaatlich bedenklich". Er zitiert aus den so genannten Heidelberger Kommentaren zur Strafprozessordnung: "Es darf kein Outsourcing polizeilicher Ermittlungsarbeit geben."

Tatsächlich finden sich in den Sicherungen der Kundendateien, die heute.de vorliegen (Stand: 11.09.04), lediglich 15.000 individuelle Datensätze, statt der 45.000 angeblicher Kunden, von denen ebenfalls in den staatsanwaltlichen Presseerklärungen die Rede war. Auch der bezifferte Schaden von einer Million Euro ist laut Vetter zu relativieren: "Bei solchen Schätzungen geht man davon aus, dass wirklich jeder, der sich eine Filmdatei herunter lädt, ansonsten ins Kino gegangen wäre oder sich eine DVD gekauft hätte." Die GVU war bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

In den Webforen wird derweil weiter die Festnahme von Gerhard S. gefeiert. Warum, ist den meisten egal.

© ZDF 2004








:M :M :M :M :M :M


Fragkiller
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9    Dienstag, 21. September 2004 um 22:18 Uhr
      

*g* Was für ein Penner. Wer anderen eine Grube gräbt....


      

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