Neues Spiel, neues Glück - Uni die vierte, Klappe, Action!
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1 Montag, 03.
April 2006 um 20:32 Uhr
Wenn sich das Grün der Blätter im Frühling nicht ändert, dann ist das Naturgesetz. Wenn sich der 24stündige Alkoholverkauf an deutschen Tankstellen nicht ändert, dann ist das gut. Wenn ein rechter Jugendlicher seine Einstellung nicht änder, dann ist das bedauerlich. Und wenn sich organisatorisch nichts zum Besseren ändert, dann ist das ein ganz normaler Tag an einer Universität.
Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich besuche immer noch die große Uni in der großen, deutschen Stadt. Mittlerweile im vierten Semester und mittlerweile eigentlich recht abgehärtet was Rückschläge und Chaos anbelangt. Mit der Zeit wird man immer und immer mehr daran gewöhnt, dass die Verlässlichkeit vieler Individuen einer solchen Institution gegen Null läuft. Trotzdem ist man immernoch ge- und entnervt wenn die Akademikerbehausung in die saisonale Witzekiste packt.
Heute hat das Sommersemester begonnen. Mit dem Vorsatz selbst bestens vorbereitet für einen gelungenen Start zu sein, arrangierten Freunde und Ich ein Treffen mit einem klaren Ziel. Vier Scheine aus dem letzten Semester galt es abzuholen. Um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen, versicherte man sich via Internet vorab über Öffnungszeiten der Seminarbüros und eventuel notwendige Sprechzeiten der Dozenten. Informativ bestens ausgerüstet ging es also auf die Jagd nach wohlverdientem Lohn für getane Arbeit.
Station Nummer eins: Allgemeine Schulpädagogik. Ernüchterung Nummer eins: "Die erste Sprechstunde findet erst in der nächsten Woche statt". Nagut, soll ja vorkommen und man ist es auch irgendwo gewohnt. Es stehen ja schließlich noch 3 Scheine aus. Nun denn, Station Nummer zwei: Einführung in die Erziehungswissenschaften. Nach halbstündigem Anstehen vor der Bürotür des Dozenten ist man endlich an der Reihe, doch schnell macht es auch hier keinen Spaß mehr. Unsere Frage nach einer Unterschrift wird in etwa folgendermaßen beantwortet: "In den nächsten Minuten wird eine Liste draussen hängen. Wenn sie da drauf stehen und die Klausur bestanden haben, können sie sich im Sekretariat ihre Unterschrift abholen". Im Laufe des Tages änderte sich nichts am Fehlen der ominösen Liste auf irgendeiner Pinnwand dieses Flures. Bislang erschien die Erfolgsquote also schon erbärmlich. Weiter zu Station Nummer drei: Der Kommunikationsbereich im Geistigbehindertenseminar. Im letzten Semester erklärte die Dozentin, dass alle Teilnehmer eines Repititoriums ihren Schein bei ihr persönlich abholen sollen. Von dieser Forderung ist nun jedoch keineswegs die Rede. "Ihren Schein können sie in Raum 120 abholen, bei Frau Paffenhans". Ok, denkt man sich und eigentlich spricht auch nichts dagegen, wäre Frau Paffenhans nicht irgendwie gar nicht da und ihr Geschäftszimmer abgeschlossen. Zwischenbilanz: Null von 3 Scheinen. Der Tag ist mittlerweile schon fast im Arsch und es bleibt nur noch der Tropfen auf dem heissen Stein. Station Nummer vier: Der Geschichtsprofessor. Laut Internet sitzt dieser nun in Raum 421 und hat jetzt gerade Sprechstunde. Laut Realität sitzt allerdings ein Psyschologiemann in diesem Raum. Einen Schein für ein Geschichtsreferat über den Historismus während der NS-Zeit kann dieser freilich weniger aushändigen. Die tapfere Gruppe beschließt daraufhin die Seminarbibliothek aufzusuchen, wo dieser Dozent im letzten Semester seine Sprechstunden abgehalten hat. Dort allerdings weiß man auch nichts genaues und erklärt bedauernd besagten Mann seit Januar auch nicht gesehen zu haben. Der Tag ist gelaufen.
Einzig amüsant bleibt die Entdeckung vor dem Soziologiebüro. Nach gänzlich erfolgloser Scheinjagd will man noch eben nachschauen, welche Veranstaltung man nach dem Anmeldeverfahren tatsächlich bekommen hat und schaut verblüfft auf die aushängenden Listen, welche die vorangegangen Online-Anmelde-Prozeduren bestätigen. Dort tummelt sich zwischen Hans Meier mit der Matrikelnummer 1234567 und Rita Berg 7654321 ein gewisser Lukas Podolski. Matrikelnummer 10. Ein vorbeschreitender Ökonomiedozent (wir sehen uns auf der nächsten Antifademo) kommentiert dies gewohnt treffend: "Habt ihr's auch schon gesehen? Riesen Gag wie ich finde. Da hat sich jemand mal richtig gut über das chaotische Anmeldeverfahren lustig gemacht. Leider ist die Lage für Euch wohl so zugespitzt, das darauf sehr humorlose Reaktionen folgen". Damit meinte er den Kommentar, den ein erböster Student mit Kugelschreiber darunter geschrieben hatte: "Was soll der Scheiss? Der bekommt nen Platz und ich nicht!? Wie blöd könnt ihr denn noch sein?". Verständlich. Heisst das doch nichts anderes, als das an dieser Uni nicht einmal geprüft wird, ob diejenigen, die sich anmelden, überhaupt eingeschrieben sind.
Und so enden 5 Stunden in diesem Laden erfolglos, humorlos und als der Start in ein neues Semester, den man auch nicht anders gewohnt ist. Das sinnvollste, was meiner einer heute geschafft hat, waren 3 Bier beim Kiosk zu kaufen und mir das 95er Chaostagevideo reinzuziehen. Bezeichnend.
Da fällt mir auch gleich ein Zitat eines Kommilitonen ein, der bei einem Gespräch über unsere Lern-Feiern-Relation meinte: "Das machen wir nicht so. Das passiert mit uns!". Recht hat er.
P.S. Foto von Lukas auf der Anmeldeliste folgt.
Wenn sich das Grün der Blätter im Frühling nicht ändert, dann ist das Naturgesetz. Wenn sich der 24stündige Alkoholverkauf an deutschen Tankstellen nicht ändert, dann ist das gut. Wenn ein rechter Jugendlicher seine Einstellung nicht änder, dann ist das bedauerlich. Und wenn sich organisatorisch nichts zum Besseren ändert, dann ist das ein ganz normaler Tag an einer Universität.
Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich besuche immer noch die große Uni in der großen, deutschen Stadt. Mittlerweile im vierten Semester und mittlerweile eigentlich recht abgehärtet was Rückschläge und Chaos anbelangt. Mit der Zeit wird man immer und immer mehr daran gewöhnt, dass die Verlässlichkeit vieler Individuen einer solchen Institution gegen Null läuft. Trotzdem ist man immernoch ge- und entnervt wenn die Akademikerbehausung in die saisonale Witzekiste packt.
Heute hat das Sommersemester begonnen. Mit dem Vorsatz selbst bestens vorbereitet für einen gelungenen Start zu sein, arrangierten Freunde und Ich ein Treffen mit einem klaren Ziel. Vier Scheine aus dem letzten Semester galt es abzuholen. Um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen, versicherte man sich via Internet vorab über Öffnungszeiten der Seminarbüros und eventuel notwendige Sprechzeiten der Dozenten. Informativ bestens ausgerüstet ging es also auf die Jagd nach wohlverdientem Lohn für getane Arbeit.
Station Nummer eins: Allgemeine Schulpädagogik. Ernüchterung Nummer eins: "Die erste Sprechstunde findet erst in der nächsten Woche statt". Nagut, soll ja vorkommen und man ist es auch irgendwo gewohnt. Es stehen ja schließlich noch 3 Scheine aus. Nun denn, Station Nummer zwei: Einführung in die Erziehungswissenschaften. Nach halbstündigem Anstehen vor der Bürotür des Dozenten ist man endlich an der Reihe, doch schnell macht es auch hier keinen Spaß mehr. Unsere Frage nach einer Unterschrift wird in etwa folgendermaßen beantwortet: "In den nächsten Minuten wird eine Liste draussen hängen. Wenn sie da drauf stehen und die Klausur bestanden haben, können sie sich im Sekretariat ihre Unterschrift abholen". Im Laufe des Tages änderte sich nichts am Fehlen der ominösen Liste auf irgendeiner Pinnwand dieses Flures. Bislang erschien die Erfolgsquote also schon erbärmlich. Weiter zu Station Nummer drei: Der Kommunikationsbereich im Geistigbehindertenseminar. Im letzten Semester erklärte die Dozentin, dass alle Teilnehmer eines Repititoriums ihren Schein bei ihr persönlich abholen sollen. Von dieser Forderung ist nun jedoch keineswegs die Rede. "Ihren Schein können sie in Raum 120 abholen, bei Frau Paffenhans". Ok, denkt man sich und eigentlich spricht auch nichts dagegen, wäre Frau Paffenhans nicht irgendwie gar nicht da und ihr Geschäftszimmer abgeschlossen. Zwischenbilanz: Null von 3 Scheinen. Der Tag ist mittlerweile schon fast im Arsch und es bleibt nur noch der Tropfen auf dem heissen Stein. Station Nummer vier: Der Geschichtsprofessor. Laut Internet sitzt dieser nun in Raum 421 und hat jetzt gerade Sprechstunde. Laut Realität sitzt allerdings ein Psyschologiemann in diesem Raum. Einen Schein für ein Geschichtsreferat über den Historismus während der NS-Zeit kann dieser freilich weniger aushändigen. Die tapfere Gruppe beschließt daraufhin die Seminarbibliothek aufzusuchen, wo dieser Dozent im letzten Semester seine Sprechstunden abgehalten hat. Dort allerdings weiß man auch nichts genaues und erklärt bedauernd besagten Mann seit Januar auch nicht gesehen zu haben. Der Tag ist gelaufen.
Einzig amüsant bleibt die Entdeckung vor dem Soziologiebüro. Nach gänzlich erfolgloser Scheinjagd will man noch eben nachschauen, welche Veranstaltung man nach dem Anmeldeverfahren tatsächlich bekommen hat und schaut verblüfft auf die aushängenden Listen, welche die vorangegangen Online-Anmelde-Prozeduren bestätigen. Dort tummelt sich zwischen Hans Meier mit der Matrikelnummer 1234567 und Rita Berg 7654321 ein gewisser Lukas Podolski. Matrikelnummer 10. Ein vorbeschreitender Ökonomiedozent (wir sehen uns auf der nächsten Antifademo) kommentiert dies gewohnt treffend: "Habt ihr's auch schon gesehen? Riesen Gag wie ich finde. Da hat sich jemand mal richtig gut über das chaotische Anmeldeverfahren lustig gemacht. Leider ist die Lage für Euch wohl so zugespitzt, das darauf sehr humorlose Reaktionen folgen". Damit meinte er den Kommentar, den ein erböster Student mit Kugelschreiber darunter geschrieben hatte: "Was soll der Scheiss? Der bekommt nen Platz und ich nicht!? Wie blöd könnt ihr denn noch sein?". Verständlich. Heisst das doch nichts anderes, als das an dieser Uni nicht einmal geprüft wird, ob diejenigen, die sich anmelden, überhaupt eingeschrieben sind.
Und so enden 5 Stunden in diesem Laden erfolglos, humorlos und als der Start in ein neues Semester, den man auch nicht anders gewohnt ist. Das sinnvollste, was meiner einer heute geschafft hat, waren 3 Bier beim Kiosk zu kaufen und mir das 95er Chaostagevideo reinzuziehen. Bezeichnend.
Da fällt mir auch gleich ein Zitat eines Kommilitonen ein, der bei einem Gespräch über unsere Lern-Feiern-Relation meinte: "Das machen wir nicht so. Das passiert mit uns!". Recht hat er.
P.S. Foto von Lukas auf der Anmeldeliste folgt.
breitbaulat
Nicht registriert
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3 Dienstag, 04.
April 2006 um 15:28 Uhr
Bin ja mal gespannt was mich dann in nem halben jahr erwartet
Bin ja mal gespannt was mich dann in nem halben jahr erwartet
4 Dienstag, 04.
April 2006 um 20:53 Uhr
Hast doch lesen gelernt oder?
| Zitat von breitbaulat | |
|
Hast doch lesen gelernt oder?

breitbaulat
Nicht registriert
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Anika
Mitgliedschaft beendet
Mitgliedschaft beendet
6 Dienstag, 04.
April 2006 um 21:16 Uhr
Hey, komm, Breiti!:nono:
Lies nur, denn diese kleinen Geschichten sind wunderbar. Ich liebe sie.
Zu dieser hier schreib ich bei Gelegenheit noch was. Gelesen hab ich sie schon.
| Zitat von breitbaulat | |
|
Hey, komm, Breiti!:nono:
Lies nur, denn diese kleinen Geschichten sind wunderbar. Ich liebe sie.
Zu dieser hier schreib ich bei Gelegenheit noch was. Gelesen hab ich sie schon.
7 Mittwoch, 05.
April 2006 um 01:36 Uhr
Aber Stiff kann wirklich gut schreiben mir macht es immer spass seine beiträge zu lesen
| Zitat von breitbaulat | |
|
Aber Stiff kann wirklich gut schreiben mir macht es immer spass seine beiträge zu lesen
8 Mittwoch, 05.
April 2006 um 01:51 Uhr
Oh man.. wie gut ich das kenne.
Letzte Woche Dienstag um 6 Uhr aufgestanden und mim Zug nach Trier gefahren. Natürlich vorher informiert, ob der/ die Professor/en auch ja Sprechstunde an dem Tag haben.
Und wer sitzt im Zimmer? Ne Hilfskraft. "Der Proff ist im Haus unterwegs.. weiss nicht ob der heut noch Zeit findet".
Die Hilfskraft konnte natürlich nicht die wichtigen Fragen beantworten, aber ans Prüfungsamt verweisen.
Der zweite Professor war nicht im Haus. Er hat nur Donnerstags Sprechstunde. Warum zum Teufel steht das dann nicht auf seiner Internetseite?
Dann also auf zum Prüfungsamt.
Die Frau, die für meinen Buchstaben zuständig ist - was für ein lustiger Zufall -, ist ganz neu und weiss noch weniger von der Prüfungsordnung als ich.
"kann ich die mündliche Prüfung ablegen, wenn ich Statistik noch nicht hab?"
"Welche mündliche Prüfung?"
"Die, die Soziologen am Ende des Grundstudium haltne müssen."
"Ach müssen die das..."
Naja.. also am Abend dann wieder zuhause angekommen und kein bischen klüger als vorher.
Ich bin mir fast zu 100% sicher, dass es an der ganzen Uni niemanden gibt, der die ganzen Fachwahl- und Prüfungsregeln kennt.
Mich erinnerte das ganze an den Asterix-Film, in dem die beiden im Amt rum rennen und versuchen irgendeinen Schein zu bekommen.
Oh man.. wie gut ich das kenne.
Letzte Woche Dienstag um 6 Uhr aufgestanden und mim Zug nach Trier gefahren. Natürlich vorher informiert, ob der/ die Professor/en auch ja Sprechstunde an dem Tag haben.
Und wer sitzt im Zimmer? Ne Hilfskraft. "Der Proff ist im Haus unterwegs.. weiss nicht ob der heut noch Zeit findet".
Die Hilfskraft konnte natürlich nicht die wichtigen Fragen beantworten, aber ans Prüfungsamt verweisen.
Der zweite Professor war nicht im Haus. Er hat nur Donnerstags Sprechstunde. Warum zum Teufel steht das dann nicht auf seiner Internetseite?
Dann also auf zum Prüfungsamt.
Die Frau, die für meinen Buchstaben zuständig ist - was für ein lustiger Zufall -, ist ganz neu und weiss noch weniger von der Prüfungsordnung als ich.
"kann ich die mündliche Prüfung ablegen, wenn ich Statistik noch nicht hab?"
"Welche mündliche Prüfung?"
"Die, die Soziologen am Ende des Grundstudium haltne müssen."
"Ach müssen die das..."
Naja.. also am Abend dann wieder zuhause angekommen und kein bischen klüger als vorher.
Ich bin mir fast zu 100% sicher, dass es an der ganzen Uni niemanden gibt, der die ganzen Fachwahl- und Prüfungsregeln kennt.
Mich erinnerte das ganze an den Asterix-Film, in dem die beiden im Amt rum rennen und versuchen irgendeinen Schein zu bekommen.
9 Mittwoch, 05.
April 2006 um 17:21 Uhr
Wie versprochen, hier der Bildbeweis von Poldis Studiererei
(inklusive des erbosten Kommentars)
Wie versprochen, hier der Bildbeweis von Poldis Studiererei
(inklusive des erbosten Kommentars)
Sting
Nicht registriert
Nicht registriert
10 Dienstag, 11.
April 2006 um 16:35 Uhr
Das hat man davon, wenn man ein Streberschwein ist ;-)
...
Nein, ernsthaft: ist schon übel, kenn' ich, kennt wohl jede(r) Studierende ;-(
Viel Erfolg im neuen Semester - immer schön strebsam sein.
Das hat man davon, wenn man ein Streberschwein ist ;-)
...
Nein, ernsthaft: ist schon übel, kenn' ich, kennt wohl jede(r) Studierende ;-(
Viel Erfolg im neuen Semester - immer schön strebsam sein.
11 Dienstag, 11.
April 2006 um 19:30 Uhr
Ich und strebsam
Da könnte ich Dir Geschichten erzählen oder einfach meinen Stundenplan vorzeigen
Schönes Wochenende
| Zitat von Sting | |
|
Ich und strebsam

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Schönes Wochenende

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