Himmelfahrt
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1 Freitag, 26.
Mai 2006 um 12:10 Uhr
und wieder sitz ich in der Ubahn
entferne mich von dir
allein sitz ich und schau nicht auf
niemanden sehen, hören, fühlen
Ich muss dann denken, was uns kurz verband
ein Lachen, lächeln, Blicke tauschen,
Reden, öffnen, spielen
uns freuen
und plötzlich, wie fast immer doch
unerwartet, weil wir hoffnungsvoll uns
mochten
meldet sich jener, den du doch nicht leiden kannst
der dich nicht mag, doch denkst du dir, du bräuchtest ihn
und murrt und jammert und dich besitzt
und dann gehst du, zu ihm,
um weiterzuleben, wie dus tatest.
Und ich sitz in der Ubahn und Zorn tost durch meine Adern
ich war wohl nur der Urlaub vom Leben, das
du nicht magst, doch bist du es gewohnt.
So wirds das Leben, das du hast, nicht weiter bringen, als
dies kleine Glück. Und ich, wen kümmerts, denn schon steht
jemand wie du
an meinem Reisebüro und bedarf
eines Kurztrip, ein winziges Freuen seiner Seele
und wieder sitz ich in der Ubahn
entferne mich von dir
allein sitz ich und schau nicht auf
niemanden sehen, hören, fühlen
Ich muss dann denken, was uns kurz verband
ein Lachen, lächeln, Blicke tauschen,
Reden, öffnen, spielen
uns freuen
und plötzlich, wie fast immer doch
unerwartet, weil wir hoffnungsvoll uns
mochten
meldet sich jener, den du doch nicht leiden kannst
der dich nicht mag, doch denkst du dir, du bräuchtest ihn
und murrt und jammert und dich besitzt
und dann gehst du, zu ihm,
um weiterzuleben, wie dus tatest.
Und ich sitz in der Ubahn und Zorn tost durch meine Adern
ich war wohl nur der Urlaub vom Leben, das
du nicht magst, doch bist du es gewohnt.
So wirds das Leben, das du hast, nicht weiter bringen, als
dies kleine Glück. Und ich, wen kümmerts, denn schon steht
jemand wie du
an meinem Reisebüro und bedarf
eines Kurztrip, ein winziges Freuen seiner Seele
2 Freitag, 26.
Mai 2006 um 13:29 Uhr
Meine Güte, ist das schön! Obwohl es so traurig ist... Ich habe mich direkt darin wiedererkannt. (Und ich wünsche dir, dass du von dieser Schiene genauso runterkommst, wie ich es geschafft habe.)
Meine Güte, ist das schön! Obwohl es so traurig ist... Ich habe mich direkt darin wiedererkannt. (Und ich wünsche dir, dass du von dieser Schiene genauso runterkommst, wie ich es geschafft habe.)
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Anika
Mitgliedschaft beendet
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3 Samstag, 27.
Mai 2006 um 20:51 Uhr
So, Lyka, es geht los!;-)
Dass mir dein Gedicht gefällt, hab ich dir schon geschrieben.
Ich muss mich berichtigen: Es gefällt mir ausnehmend gut, auch wenn ich mit dem Rhytmus einige Probleme habe. Das muss nicht an dir liegen. Vielleicht sollte ich es mir laut vorlesen.;-)
Die Thematik, die du aufgreifst, ist vermutlich so alt wie die Menschheit.
Die Erkenntnis kann immer nur lauten: Mach dich nicht zum Tröster einer Frau mit Beziehungsproblemen, denn da kannst du nur verlieren.
Es hätte nur noch die geseufzte Bemerkung von ihr gefehlt: "Warum kann er nicht so sein wie du?"
Sehr schön hast du das Bild von der Fahrt mit der UBahn gewählt. Da sitzt einer, nicht allein und doch in einer Anonymität, die es ihm erlaubt, seinen Gedanken nachzuhängen.
Gleichzeitig taugt dieses Bild als Symbol dazu, die wachsende Entfernung zwischen zwei Menschen darzustellen.
Das ist sehr geschickt gewählt. denn so hast du außerdem die Möglichkeit geschaffen, die vergangenen Stunden zu reflektieren, denn für nichts anderes bietet sich diese "geschenkte" Zeit an.
Dass es bittere Gedanken sind, ist traurig, und gerade diese Bitternis hast du sehr gut "rübergebracht".
Der schnelle Wechsel von postiven Gedanken zu zu jener deprimierenden Erkenntnis, dass du verloren hast, hat mich ungemein beeindruckt.
Ich erinnerte mich an einen Beitrag von dir im Was-denkst-du-Thread (Handy aus!), und ich denke, dass sich dein Gedicht auf dieses Date bezog.
Ja, und nun kommt das Finale !
Neben Resignation spüre ich hier (glücklicherweise) auch Wut. Wie schön!
Dann wieder der Rückfall in deine alten Denkmuster.
Das hast du zwar nahezu genial dargestellt, sehr gefühlvoll und bildhaft (Reisebüro, Kurztrip), doch sollte dich das einen Schritt weiter führen, nämlich endlich mal aufhören zu resignieren. Es hört sich tatsächlich so an, als würdest du diese Art von Frauen geradezu anziehen. Jedenfallst ist das wohl deine Erkenntnis, wie ich den fünf letzten, unheimlich schönen Zeilen entnehme.
Die Überschrift ist gut gewählt.
Ich deute das für mich mal so: Es war eine Fahrt in den Himmel, die mit einem unsanften Aufprall auf dem Boden der Ernüchterung endete.
Fazit: Ein schönes Gedicht, das mitreißt und nachdenklich macht.
Die Worte sind gut gewählt, und die Atmosphäre ist dicht.
Und was das Allerbeste ist: Ich hab nicht nur gelesen, ich habe auch gefühlt!;-)
So, Lyka, es geht los!;-)
Dass mir dein Gedicht gefällt, hab ich dir schon geschrieben.
Ich muss mich berichtigen: Es gefällt mir ausnehmend gut, auch wenn ich mit dem Rhytmus einige Probleme habe. Das muss nicht an dir liegen. Vielleicht sollte ich es mir laut vorlesen.;-)
Die Thematik, die du aufgreifst, ist vermutlich so alt wie die Menschheit.
Die Erkenntnis kann immer nur lauten: Mach dich nicht zum Tröster einer Frau mit Beziehungsproblemen, denn da kannst du nur verlieren.
Es hätte nur noch die geseufzte Bemerkung von ihr gefehlt: "Warum kann er nicht so sein wie du?"
Sehr schön hast du das Bild von der Fahrt mit der UBahn gewählt. Da sitzt einer, nicht allein und doch in einer Anonymität, die es ihm erlaubt, seinen Gedanken nachzuhängen.
Gleichzeitig taugt dieses Bild als Symbol dazu, die wachsende Entfernung zwischen zwei Menschen darzustellen.
Das ist sehr geschickt gewählt. denn so hast du außerdem die Möglichkeit geschaffen, die vergangenen Stunden zu reflektieren, denn für nichts anderes bietet sich diese "geschenkte" Zeit an.
Dass es bittere Gedanken sind, ist traurig, und gerade diese Bitternis hast du sehr gut "rübergebracht".
Der schnelle Wechsel von postiven Gedanken zu zu jener deprimierenden Erkenntnis, dass du verloren hast, hat mich ungemein beeindruckt.
Ich erinnerte mich an einen Beitrag von dir im Was-denkst-du-Thread (Handy aus!), und ich denke, dass sich dein Gedicht auf dieses Date bezog.
Ja, und nun kommt das Finale !
Neben Resignation spüre ich hier (glücklicherweise) auch Wut. Wie schön!
Dann wieder der Rückfall in deine alten Denkmuster.
Das hast du zwar nahezu genial dargestellt, sehr gefühlvoll und bildhaft (Reisebüro, Kurztrip), doch sollte dich das einen Schritt weiter führen, nämlich endlich mal aufhören zu resignieren. Es hört sich tatsächlich so an, als würdest du diese Art von Frauen geradezu anziehen. Jedenfallst ist das wohl deine Erkenntnis, wie ich den fünf letzten, unheimlich schönen Zeilen entnehme.
Die Überschrift ist gut gewählt.
Ich deute das für mich mal so: Es war eine Fahrt in den Himmel, die mit einem unsanften Aufprall auf dem Boden der Ernüchterung endete.
Fazit: Ein schönes Gedicht, das mitreißt und nachdenklich macht.
Die Worte sind gut gewählt, und die Atmosphäre ist dicht.
Und was das Allerbeste ist: Ich hab nicht nur gelesen, ich habe auch gefühlt!;-)
4 Samstag, 27.
Mai 2006 um 21:09 Uhr
ich habe noch keine so schöne Rezension gelesen.
Du bereicherst mir den Abend.
Danke :-)
ich habe noch keine so schöne Rezension gelesen.
Du bereicherst mir den Abend.
Danke :-)
Anika
Mitgliedschaft beendet
Mitgliedschaft beendet
5 Samstag, 27.
Mai 2006 um 21:10 Uhr
Gern geschehen.
Und danke für die Blumen. ;-)
| Zitat von Lykaon | |
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Gern geschehen.
Und danke für die Blumen. ;-)

