Dem äußeren Grün
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1 Dienstag, 30.
Mai 2006 um 16:05 Uhr
Um in diesem hübschen Unterforum auch ein wenig beizutragen, ein älteres Gedicht aus meiner Sammlung, entstanden im November 2004. Damals ging es mir... weniger gut als heute.
Dem äußeren Grün
Nackt und elend will ich tanzen
Stumm in der Nacht, wenn Sterne schmelzen
Mich in Rosenbüschen wälzen
In Frauenschöße tote Bäume pflanzen.
Stirb, schwarzer, zugeknöpfter Mund!
Und berstet, Rippen, fahle Schlangen
Nichts wahr, nichts wild und nichts gesund!
Dem irrend Blick kein Fluch entgangen.
Zieht, unauslöschlich, mürbe Stimmen
Mit heißer Klinge einen Strich
Trennt die Nacht vom roten Glimmen
Trennt die Nacht und mich.
Um in diesem hübschen Unterforum auch ein wenig beizutragen, ein älteres Gedicht aus meiner Sammlung, entstanden im November 2004. Damals ging es mir... weniger gut als heute.
Dem äußeren Grün
Nackt und elend will ich tanzen
Stumm in der Nacht, wenn Sterne schmelzen
Mich in Rosenbüschen wälzen
In Frauenschöße tote Bäume pflanzen.
Stirb, schwarzer, zugeknöpfter Mund!
Und berstet, Rippen, fahle Schlangen
Nichts wahr, nichts wild und nichts gesund!
Dem irrend Blick kein Fluch entgangen.
Zieht, unauslöschlich, mürbe Stimmen
Mit heißer Klinge einen Strich
Trennt die Nacht vom roten Glimmen
Trennt die Nacht und mich.
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3 Dienstag, 30.
Mai 2006 um 16:47 Uhr
Das macht mir Angst. Aber zweifellos hat es einen gewissen Reiz. Ich musste es - trotz Schauder - drei Mal lesen. Es lässt kaum los...
Das macht mir Angst. Aber zweifellos hat es einen gewissen Reiz. Ich musste es - trotz Schauder - drei Mal lesen. Es lässt kaum los...
Daemonarch
Grünschnabel

Beiträge: 1946

Dabei seit: 28. Feb 2008
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Grünschnabel

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Anika
Mitgliedschaft beendet
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5 Mittwoch, 31.
Mai 2006 um 20:53 Uhr
Das kommt mir vor wie ein Monolog aus einem Horror-Szenario.
Um derart drastische Metapher und Begriffe zu finden, muss es in einem schon ziemlich übel aussehen. Und wenn dann jemand Talent zum Schreiben hat wie du, Padre, dann entsteht eben so ein Gedicht.
Ich finde es sehr gelungen.
Neben Traurigkeit, Ausweglosigkeit und Wut kommt für mich auch noch der Wunsch nach Selbstzerstörung rüber, und das erschreckt mich.
Das ist nichts Negatives, weil ich leicht zu erschrecken bin. Es zeigt nur, wie gut du mit Worten umgehen kannst und wie gut du du in aller Kürze mit diesen Worten eine bedrückende Atmosphäre erzeugen kannst.
Das kommt mir vor wie ein Monolog aus einem Horror-Szenario.
Um derart drastische Metapher und Begriffe zu finden, muss es in einem schon ziemlich übel aussehen. Und wenn dann jemand Talent zum Schreiben hat wie du, Padre, dann entsteht eben so ein Gedicht.
Ich finde es sehr gelungen.
Neben Traurigkeit, Ausweglosigkeit und Wut kommt für mich auch noch der Wunsch nach Selbstzerstörung rüber, und das erschreckt mich.
Das ist nichts Negatives, weil ich leicht zu erschrecken bin. Es zeigt nur, wie gut du mit Worten umgehen kannst und wie gut du du in aller Kürze mit diesen Worten eine bedrückende Atmosphäre erzeugen kannst.
6 Donnerstag, 01.
Juni 2006 um 01:17 Uhr
Vielen Dank für das Feedback.
Die Stimmung der letzten Strophe ist in der Tat sehr suizidal.
Der unauslöschliche Strich: Die Narbe des letzten verzweifelten Schlages der Befreiung. Offen lasse ich, ob das "rote Glimmen" die Morgenröte ist, die meine Nacht endlich hinter mir lässt, oder hervortretendes Blut.
Als ich das Gedicht geschrieben habe, war es letzteres für mich. Heute würde ich die andere Interpretation, die ich damals möglich gelassen habe, bevorzugen. Die, in der die Narbe mich immer noch erinnert an die mürben Stimmen, die mich damals verfluchten, aber in mir auch vieles von damals gestorben ist.
Unter den vielen Gedichten, die ich bisher geschrieben habe, ist dieses mein Favorit. Zum Einen, weil ich es sprachlich und atmosphärisch selbst sehr gelungen finde, aber auch, weil es mich an eine viel zu lange Strecke meines Lebens erinnert, die ich nicht wieder gehen will. Die ich vielleicht auch nicht wieder gehen könnte, ohne innerlich endgültig zerrissen zu werden.
Vielen Dank für das Feedback.
| Zitat von Anika | |
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Die Stimmung der letzten Strophe ist in der Tat sehr suizidal.
Der unauslöschliche Strich: Die Narbe des letzten verzweifelten Schlages der Befreiung. Offen lasse ich, ob das "rote Glimmen" die Morgenröte ist, die meine Nacht endlich hinter mir lässt, oder hervortretendes Blut.
Als ich das Gedicht geschrieben habe, war es letzteres für mich. Heute würde ich die andere Interpretation, die ich damals möglich gelassen habe, bevorzugen. Die, in der die Narbe mich immer noch erinnert an die mürben Stimmen, die mich damals verfluchten, aber in mir auch vieles von damals gestorben ist.
Unter den vielen Gedichten, die ich bisher geschrieben habe, ist dieses mein Favorit. Zum Einen, weil ich es sprachlich und atmosphärisch selbst sehr gelungen finde, aber auch, weil es mich an eine viel zu lange Strecke meines Lebens erinnert, die ich nicht wieder gehen will. Die ich vielleicht auch nicht wieder gehen könnte, ohne innerlich endgültig zerrissen zu werden.

