Was läuft in deutschen Klinken/Pflegeheimen falsch?
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Aurora
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1 Freitag, 16.
Juni 2006 um 13:12 Uhr
Die Meldungen der letzten Tage sprechen dafür, dass sowohl in mancher Klinik als auch in Senioren- sowie Pflegeheimen einiges schief läuft:
1) In Neukölln verirrt sich der demente 63jährige Wolfgang B. vor sieben Tagen mitten in der Nacht (er wurde um 03:00h letztmalig gesehen) in einem Technikraum des Vivantes-Klinikums. Sechs Tage später wird seine Leiche gefunden. Fremdverschulden oder gar Selbstmord werden ausgeschlossen.
2) In einem privaten Pflegeheim in Friedrichshain badet ein Pfleger am 09.06. einen 79jährigen zu heiß, so dass 40% seiner Haut stark verbrannt sind. Er stirbt einen Tag später an Nierenversagen.
3) In der Charite in Steglitz sitzt ein 68jähriger Mann in seinem Rollstuhl drei Tage lang in einem Aufzug fest.
In den jeweiligen Häusern spricht man jeweils von einem `žbedauerlichen Einzelfall`œ. :naja:
Wie denkt ihr darüber? (Zum Teil tragische) Einzelfälle? Oder ist man in Kliniken/Heimen wirklich zunehmend weniger Herr der Lage wegen Personalabbau, Streiks usw.? Gerade Demente z.B. bedürfen einer erhöhten Kontrolle, die sich nicht gerade einfach gestaltet (Türen dürfen nicht verschlossen werden bspw.).
Quelle: http://morgenpost.ber.../16/berlin/835578.html
Die Meldungen der letzten Tage sprechen dafür, dass sowohl in mancher Klinik als auch in Senioren- sowie Pflegeheimen einiges schief läuft:
1) In Neukölln verirrt sich der demente 63jährige Wolfgang B. vor sieben Tagen mitten in der Nacht (er wurde um 03:00h letztmalig gesehen) in einem Technikraum des Vivantes-Klinikums. Sechs Tage später wird seine Leiche gefunden. Fremdverschulden oder gar Selbstmord werden ausgeschlossen.
2) In einem privaten Pflegeheim in Friedrichshain badet ein Pfleger am 09.06. einen 79jährigen zu heiß, so dass 40% seiner Haut stark verbrannt sind. Er stirbt einen Tag später an Nierenversagen.
3) In der Charite in Steglitz sitzt ein 68jähriger Mann in seinem Rollstuhl drei Tage lang in einem Aufzug fest.
In den jeweiligen Häusern spricht man jeweils von einem `žbedauerlichen Einzelfall`œ. :naja:
Wie denkt ihr darüber? (Zum Teil tragische) Einzelfälle? Oder ist man in Kliniken/Heimen wirklich zunehmend weniger Herr der Lage wegen Personalabbau, Streiks usw.? Gerade Demente z.B. bedürfen einer erhöhten Kontrolle, die sich nicht gerade einfach gestaltet (Türen dürfen nicht verschlossen werden bspw.).
Quelle: http://morgenpost.ber.../16/berlin/835578.html
2 Freitag, 16.
Juni 2006 um 13:13 Uhr
finde gerade dieses Verbrühen sehr fahrlässig. Wird denn nicht geprüft, wie warm das Wasser ist?
finde gerade dieses Verbrühen sehr fahrlässig. Wird denn nicht geprüft, wie warm das Wasser ist?
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Aurora
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3 Freitag, 16.
Juni 2006 um 13:17 Uhr
Doch, der Pfleger habe ihn in den Lift gesetzt und vorher die Temperatur des Wassers überprüft. Seiner Meinung nach war sie "angemessen" - jetzt wird die gesamte Einrichtung des Baderaumes von TÜV etc. überprüft. Aber von jetzt auf gleich wird schließlich kein Wasser derart heiß...
| Zitat von Lykaon | |
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Doch, der Pfleger habe ihn in den Lift gesetzt und vorher die Temperatur des Wassers überprüft. Seiner Meinung nach war sie "angemessen" - jetzt wird die gesamte Einrichtung des Baderaumes von TÜV etc. überprüft. Aber von jetzt auf gleich wird schließlich kein Wasser derart heiß...
4 Freitag, 16.
Juni 2006 um 13:18 Uhr
genau so ist es carmen! bei dem steigendem personalabbau, können wir uns in zukunft an solche meldungen gewöhnen.
@lykaon: von wegen fahrlässig. oftmals schafft man die arbeit, die ja zeitlich festgelegt ist nur, wenn man 3 dinge gleichzeitig erledigt.
| Zitat von Aurora | |
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genau so ist es carmen! bei dem steigendem personalabbau, können wir uns in zukunft an solche meldungen gewöhnen.
@lykaon: von wegen fahrlässig. oftmals schafft man die arbeit, die ja zeitlich festgelegt ist nur, wenn man 3 dinge gleichzeitig erledigt.
5 Freitag, 16.
Juni 2006 um 13:22 Uhr
wichtiges Thema.
Meine Oma lebt in einem Pflegeheim und sie ist super zufrieden. Die Leute dort sind wirklich nett. Einmal am tag wird rausgefahren ins grüne, nachmittag Spiele gespielt, das Personal ist echt lieb, sie und wir sind da wirklich froh das sie es so gut hat. Meine Eltern und ich haben auch nicht die Zeit uns immer um sie zu kümmern und wie du schon sagst, bei dem was man heute über Pflegeheime hört, hatten wir auch echt bedenken sie dort hin zu schicken. Aber es wurde ein großer Rundgang gemacht. man bekam alles erklärt, auch wie nachts aufgepasst wird. Ich muss zwar zugeben das dies ein der teuersten Pflegeheime hier ist, aber das ist es uns wert.
Es gibt aber auch genügend Heime die nicht soviel Geld zur verfügung haben, die dann leider auch 2 Mitarbeiter wenige pro Schicht haben und wenn dann noch Stress oder schwer kranke Leute da sind, kann ich mir vorstellen wie die zu kämpfen haben das da alles rund läuft.
wichtiges Thema.
Meine Oma lebt in einem Pflegeheim und sie ist super zufrieden. Die Leute dort sind wirklich nett. Einmal am tag wird rausgefahren ins grüne, nachmittag Spiele gespielt, das Personal ist echt lieb, sie und wir sind da wirklich froh das sie es so gut hat. Meine Eltern und ich haben auch nicht die Zeit uns immer um sie zu kümmern und wie du schon sagst, bei dem was man heute über Pflegeheime hört, hatten wir auch echt bedenken sie dort hin zu schicken. Aber es wurde ein großer Rundgang gemacht. man bekam alles erklärt, auch wie nachts aufgepasst wird. Ich muss zwar zugeben das dies ein der teuersten Pflegeheime hier ist, aber das ist es uns wert.
Es gibt aber auch genügend Heime die nicht soviel Geld zur verfügung haben, die dann leider auch 2 Mitarbeiter wenige pro Schicht haben und wenn dann noch Stress oder schwer kranke Leute da sind, kann ich mir vorstellen wie die zu kämpfen haben das da alles rund läuft.
6 Freitag, 16.
Juni 2006 um 13:24 Uhr
hört sich nach einer sog. "alters residenz" an. was zahlt ihr denn im monat für die unterbringung? die realität sieht wohl meist anders aus.
| Zitat von Powermieze | |
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hört sich nach einer sog. "alters residenz" an. was zahlt ihr denn im monat für die unterbringung? die realität sieht wohl meist anders aus.
7 Freitag, 16.
Juni 2006 um 13:36 Uhr
Das kann sein. Es heißt Residenz Ambiente, in Erfurt. Die Kosten weiß ich nicht, das bezahlen meine Eltern.
Das kann sein. Es heißt Residenz Ambiente, in Erfurt. Die Kosten weiß ich nicht, das bezahlen meine Eltern.
8 Freitag, 16.
Juni 2006 um 14:47 Uhr
Ich arbeite jetzt in der dritten Pflegeeinrichtung und sowas kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
1. Wenn ein Patient/ Bewohner eine halbe Stunde nicht da ist, wird sofort gesucht.
Es kommt vor, dass sich Bewohner aus dem Heim entfernen. Man kann nicht 24 Stunden am Tag jeden im Auge haben.
So kann es schon sein, dass man 2-3 mal im Jahr die Umgebung (Feldwege etc...) absuchen muss.
Aber das fällt immer schnell auf und die Leute werden auch schnell gefunden.
Das jemand 7 Tage weg ist, darf nicht passieren. Spätestens Abends/ Morgens beim Rundgang muss es einfach auffallen.
Keine Ahnung, wie man das macht. Dachten die, der wäre entlassen worden?
2. Man hat die Pflicht, das Wasser immer selbst zu prüfen. Und zwar mit dem Handrücken, da die Finger und Handinnenfläschen höhere Temperaturen vertragen.
Bei Bei Bewohnern, die sich noch mitteilen können, prüfen diese danach selbst nochmal die Temperatur.
Das man sich so schlimm verbrüht, fordert eine hohe Temperatur. Und das merkt man selbst, wenn man nur den Finger rein hält.
Der Kerl hat das Wasser nie und nimmer getestet.
3. Wie schon oben gesagt, muss es schnell auffallen, dass wer fehlt.
Außerdem wird der Aufzug sehr viel genutzt in Heimen.
Auch vom Personal. Wenn da jemand drin fest steckt, merkt man das einfach schnell.
Es kann nicht sein, dass 3Tage wer im Aufzug vergessen wird.
Zustände die in diesen Heimen herrschen, mag ich mir gar nicht vorstellen.
Personal ist überall wenig. Es gibt viel Arbeit und viel Stress.
Hinzukommt, das man die Arbeit trotzdem langsam ausführen muss. Man kann nicht einfach mal schnell machen und sich beeilen wie in anderen Berufen.
Die Arbeit mit Menschen erfordert Zeit, die man sich nehmen muss.
Aber wenn die Arbeitsplanung stimmt, dann haut das trotzdem alles hin.
Wobei mit den Leuten zwar geredet wird, aber sie sitzen schon einige Stunden am Tag still da.
Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob alte Menschen überhaupt wollen, dass man den ganzen Tag mit ihnen spielt und sie beschäftigt.
Oft wollen die auch einfach mal ihre Ruhe haben.
Von der beschäftigung her gibt es eigendlich ein Standardprogramm: Krankengymnastik, Spaziergänge, Gottesdienst und natürlich "Gespräche".
Die größte Freude haben die Leute aber meistens, wenn sie Besuch von Verwanten bekommen. Kann man ja auch verstehen.
Ich arbeite jetzt in der dritten Pflegeeinrichtung und sowas kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
1. Wenn ein Patient/ Bewohner eine halbe Stunde nicht da ist, wird sofort gesucht.
Es kommt vor, dass sich Bewohner aus dem Heim entfernen. Man kann nicht 24 Stunden am Tag jeden im Auge haben.
So kann es schon sein, dass man 2-3 mal im Jahr die Umgebung (Feldwege etc...) absuchen muss.
Aber das fällt immer schnell auf und die Leute werden auch schnell gefunden.
Das jemand 7 Tage weg ist, darf nicht passieren. Spätestens Abends/ Morgens beim Rundgang muss es einfach auffallen.
Keine Ahnung, wie man das macht. Dachten die, der wäre entlassen worden?
2. Man hat die Pflicht, das Wasser immer selbst zu prüfen. Und zwar mit dem Handrücken, da die Finger und Handinnenfläschen höhere Temperaturen vertragen.
Bei Bei Bewohnern, die sich noch mitteilen können, prüfen diese danach selbst nochmal die Temperatur.
Das man sich so schlimm verbrüht, fordert eine hohe Temperatur. Und das merkt man selbst, wenn man nur den Finger rein hält.
Der Kerl hat das Wasser nie und nimmer getestet.
3. Wie schon oben gesagt, muss es schnell auffallen, dass wer fehlt.
Außerdem wird der Aufzug sehr viel genutzt in Heimen.
Auch vom Personal. Wenn da jemand drin fest steckt, merkt man das einfach schnell.
Es kann nicht sein, dass 3Tage wer im Aufzug vergessen wird.
Zustände die in diesen Heimen herrschen, mag ich mir gar nicht vorstellen.
Personal ist überall wenig. Es gibt viel Arbeit und viel Stress.
Hinzukommt, das man die Arbeit trotzdem langsam ausführen muss. Man kann nicht einfach mal schnell machen und sich beeilen wie in anderen Berufen.
Die Arbeit mit Menschen erfordert Zeit, die man sich nehmen muss.
Aber wenn die Arbeitsplanung stimmt, dann haut das trotzdem alles hin.
Wobei mit den Leuten zwar geredet wird, aber sie sitzen schon einige Stunden am Tag still da.
Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob alte Menschen überhaupt wollen, dass man den ganzen Tag mit ihnen spielt und sie beschäftigt.
Oft wollen die auch einfach mal ihre Ruhe haben.
Von der beschäftigung her gibt es eigendlich ein Standardprogramm: Krankengymnastik, Spaziergänge, Gottesdienst und natürlich "Gespräche".
Die größte Freude haben die Leute aber meistens, wenn sie Besuch von Verwanten bekommen. Kann man ja auch verstehen.
9 Freitag, 16.
Juni 2006 um 16:26 Uhr
Der Patient im UKBF war nicht stationär aufgenommen und nach dem 63jährigen im Neuköllner Krankenhaus wurde eine großangelegte Suchaktion gestartet, die leider nicht von Erfolg gekrönt war. Insofern hätten diese Ereignisse auch an anderen Orten geschehen können. Die Versorgungs- und Personallage ist nicht die Schlechteste, wohl aber die Bezahlung.
Hier handelt es sich aber auch um große Kliniken. Das UKBF hat 2*6 Fahrstühle in den Haupttürmen und bestimmt noch 30 kleinere. Da fallen alle paar Tage mal welche aus.
Zu dem Vorfall im Pflegeheim: Versehen oder Aufsichtsverletzung ist die Frage--prinzipiell trifft man überall schlechte oder unaufmerksame, von mir aus auch verbitterte Arbeitskräfte an. Die Schuldfrage ist Sache der Gerichte. Hier sollte man erstmal aufs Urteil warten und nicht voreilig Schlüsse auf die deutschen Pflegeeinrichtungen im Allgemeinen ziehen.
Der Patient im UKBF war nicht stationär aufgenommen und nach dem 63jährigen im Neuköllner Krankenhaus wurde eine großangelegte Suchaktion gestartet, die leider nicht von Erfolg gekrönt war. Insofern hätten diese Ereignisse auch an anderen Orten geschehen können. Die Versorgungs- und Personallage ist nicht die Schlechteste, wohl aber die Bezahlung.
Hier handelt es sich aber auch um große Kliniken. Das UKBF hat 2*6 Fahrstühle in den Haupttürmen und bestimmt noch 30 kleinere. Da fallen alle paar Tage mal welche aus.
Zu dem Vorfall im Pflegeheim: Versehen oder Aufsichtsverletzung ist die Frage--prinzipiell trifft man überall schlechte oder unaufmerksame, von mir aus auch verbitterte Arbeitskräfte an. Die Schuldfrage ist Sache der Gerichte. Hier sollte man erstmal aufs Urteil warten und nicht voreilig Schlüsse auf die deutschen Pflegeeinrichtungen im Allgemeinen ziehen.
10 Montag, 19.
Juni 2006 um 07:11 Uhr
es gibt schon einige Bücher über derartige Vorfälle bzw. Schlamperei in Pflegeheimen oder bei Pflegdienste... allerdings kann man nicht immer das Personal als Schuldige ausmachen! Grade bei Pflegediensten sind die Bezüge für bestimmte Leistungen so im Keller - das es wirklich um min geht. Da bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke...
es gibt schon einige Bücher über derartige Vorfälle bzw. Schlamperei in Pflegeheimen oder bei Pflegdienste... allerdings kann man nicht immer das Personal als Schuldige ausmachen! Grade bei Pflegediensten sind die Bezüge für bestimmte Leistungen so im Keller - das es wirklich um min geht. Da bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke...
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