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Ich kenn dich nur aus dunkler Nacht....

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Lykaon
Grünschnabel

Beiträge: 4365


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Dabei seit: 04. Mar 2006
Letzter Login: 17. Oct 2010
 
1    Montag, 28. August 2006 um 10:22 Uhr
      

ich kenn dich nur aus dunkler nacht,
dein rubinmund hat mich angelacht
dein smaragdfeuer hat mich aufgeweckt,
mit gierig Tränen hast du mich bedeckt.

Ich krieche durch die Dunkelheit,
und schleich mich durch die Menschlichkeit,
ein düster Wissen trägt mich hin,
wo ich mit dir alleine bin.

Bei Rebentrunk und Lust und Spiel,
erwartet mich nur Leid-Gefühl,
seitdem du mich hast heiss geküsst,
such ich den Mund, der deiner ist.

Und geht die grelle Sonne auf,
kriech ich zurück, nehms ich in Kauf,
daß dein Gestalt nur im Dunkel lebt,
auf ewig in meinem Herzen schwebt.

Drum tanz mit mir, du wilde Frau
wenn ich dich find, in Wald und Bau,
und wenn die Welt im Schmerz verlischt,
wird der Reigen zum Liebes-Gedicht.


Anika

Mitgliedschaft beendet
2    Montag, 28. August 2006 um 17:47 Uhr
      

Jeden Tag eine neue Überraschung...
Und ich frage mich nach wie vor, wenn ich die beträchtliche Ansammlung deiner Gedichte betrachte, wie es sein kann, dass jemand seine Gedanken in einer so schnellen Folge in solche Worte fassen kann.

Das Gedicht gefällt mir ausnehmend gut.
Die Thematik dürfte niemandem fremd sein.

Dass die Verse zuweilen etwas stolpern ist zweitrangig. Wichtiger erscheinen mir die Tiefe deiner Gedanken und Gefühle und die Bildhaftigkeit der Wortwahl.

Beim letzten Vers musste ich ein bisschen lächeln.
Nicht wegen der Thematik oder des Gefühls, das darin steckt, sondern wegen der Reime.Zwinker

"Frau" und "Bau".Zwinker

Ja, was reimt sich schon auf "Frau"?

 Zitat
Drum tanz mit mir, du wilde Frau
wenn ich dich find, in Wald und Bau,
und wenn die Welt im Schmerz verlischt,
wird der Reigen zum Liebes-Gedicht.


Die Wortwahl hat mich geradezu fasziniert:
Die Verben: Kriechen, schleichen
Die Adjektive: Gierig, düster, heiß, grell
Die Bilder:
Rubinmund,
Smaragdfeuer,
Ich schleich mich durch die Menschlichkeit.
Ich krieche durch die Dunkelheit.

Das ist ungewöhnlich plastisch und stellt einen ganz eigenen, sehr intimen Einblick in deine Gefühlwelt dar.

Fazit: Ein schönes, stimmungsvolles Gedicht.:daumehho:



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