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Wer arbeiten will findet Arbeit?

Wer arbeiten will findet Arbeit?


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Powermieze
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1    Mittwoch, 04. Oktober 2006 um 21:17 Uhr
      

Das war einer der Sätze die neulich in einem Gespräch bei uns in der Clique gefallen sind. Ein Freund von mir ist 22 und seit über 2 Jahren schon arbeitslos. Er sagt immer er bekäme keinen Job, egal wo er sich bewirbt.
Dagegen hielt eine Freundin von mir dagegen. :padre:
Sie würde zwar auch liebend gern in ihren erlernten Beruf wieder arbeiten, aber findet zur Zeit auch nichts, deswegen geht sie kellnern oder hat auch schon bei Mc Donalds gearbeitet. Cool
Deswegen sagt, sie knallhart zu ihm das er zum faul zum arbeiten sei.

Ich halte hier auch zu ihr, da es heutzutage auch noch genügend Jobs gibt wo man zwar kaum geld verdient aber man wenigstens was hat worauf man stolz sein kann und nicht immer alles vom Staat zu beziehen. :bier:

wie seht ihr das?


Lykaon
Grünschnabel

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2    Mittwoch, 04. Oktober 2006 um 21:30 Uhr
      

Stolz zu sein ist für mich so eine Sache. Stolz bin ich, wenn ich für etwas gekämpft habe und es geschafft habe UND es sich wirklich auszahlt. Ich war 3 Jahre lang arbeitslos und wäre bzw. bin erst zu einem Arbeitsplatz gekommen, bei dem ich mehr war als ein Kellner. und zwar aus einem bestimmten Grund. Wenn ich in einer großen Stadt lebe, bei der es sich rentiert, zu arbeiten, weil man genug Chancen hat, zu diesem Arbeitsplatz zu kommen, dann bin ich auf Seiten der Freundin.

Für mich muss eindeutig der Gewinn größer als der Aufwand sein. Investiere ich einen Großteil meiner Zeit und möglicherweise auch einen großen Teil des Gehalts in den Erhalt der Arbeit, zum Beispiel durch Pendeln auf großer Strecke(muss für einen Billigjob weit fahren), dann sagt mir die reine Logik schon, daß ich es mir nicht leisten kann, zu arbeiten.

Ich bin derzeit in einer Lage, eine Arbeit und eine Wohnung und sogar noch ein Auto zu besitzen. Was ich durch die Arbeit eingebüsst habe, ist nicht nur Zeit. Aber ich glaube daran, daß es besser werden kann, nur das hält mich derzeit an dem, was ich täglich tue.

Für mich lautet also die Reaktion: Warum will der Freund keinen Billigjob machen? Erst dann urteile ich.



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Mark83
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3    Mittwoch, 04. Oktober 2006 um 22:49 Uhr
      

mc donalds sucht immer.
kumpel von mir ist arbeitslos. wenn der sich aber nicht ständig bewerben, weiterbilden und nebenbei jobben würde, dann würde ich ihm gewaltig in den hintern treten!
wenn ich sehe, wie viele jobs ich machen könnte bzw. dass ich mir meine jobs nach belieben (gehalt, aufwand, vergnügen) aussuchen kann, dann muss ich deiner freundin recht geben.

aber es kommt natürlich auf die umstände an. mein kumpel ist eben körperlich eingeschränkt (hinkt), ziemlich klein, sehr hager und kann nicht sonderlich flüssig sprechen. so leid es mir tut, ich denke er wird auf grund seines auftretens kaum was finden, trotz abgeschlossener ausbildung und leistungswillens


Powermieze
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4    Freitag, 06. Oktober 2006 um 17:34 Uhr
      

Er ist weder köperlich behindert noch in irgendeiner weise eingeschränkt. Er bekommt halt jeden monat sein geld vom Amt, wieviel weiß ich nicht, aber ich denke nach 2 Jahren bekommt man kein Arbeitslosengeld mehr. Und von daher dürfte man mit jedem Job mehr verdienen als er gerade. Ilmenau ist jetzt auch nicht sooo klein das wir hier nicht für jeden was hätten.
Um es genauer auszudrücken, er lebt eher nach dem Motto "lieber 400 euro vom Staat, als sich für 800 Euro bücken müssen".
Alleine die Denkweise ist für mich moralisch schon gar nicht vertretbar, da es genügend Menschen gibt die so auf Kosten anderer leben.
@Lyka
Natürlich hast du Recht wenn der Aufwand (Fahrtkosten) größer ist als der Nutzen, aber das ist hier nicht der Fall.

Du warst 3 Jahre arbeitslos in Berlin und hast keine Arbeit gefunden?
Das kann man sich auch vorstellen.


Lykaon
Grünschnabel

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5    Freitag, 06. Oktober 2006 um 17:44 Uhr
      

nein, ich war 3 jahre arbeitslos auf dem Dorf, erst durch die Stelle bin ich umgezogen. Das war der Grund, da sich, wie ich von Anderen, nicht unbedingt etwas ergibt, nachdem man umgezogen ist, gerade wenn es finanziell gebraucht wird. Ich bin jetzt seit 2 jahren in Berlin angestellt und wohnhaft Smilie


Powermieze
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6    Sonntag, 15. Oktober 2006 um 22:11 Uhr
      

 Zitat von Lykaon;121994
nein, ich war 3 jahre arbeitslos auf dem Dorf, erst durch die Stelle bin ich umgezogen. Das war der Grund, da sich, wie ich von Anderen, nicht unbedingt etwas ergibt, nachdem man umgezogen ist, gerade wenn es finanziell gebraucht wird. Ich bin jetzt seit 2 jahren in Berlin angestellt und wohnhaft Smilie



Huch, dann habe ich dich falsch verstanden.

Ich mein ja nur, da es ja heutzutage genügend junge (!) Arbeitslose gibt die so tun als würden sie keine Arbeit finden, dabei hängen sie den ganzen Tag nur vor der fernsehkiste. Mittlerweile kennt man immer mehr von solchen Fällen und da ist mein Kumpel noch harmlos.


Piet

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7    Montag, 16. Oktober 2006 um 20:58 Uhr
      

 Zitat von Powermieze;122398
Ich mein ja nur, da es ja heutzutage genügend junge (!) Arbeitslose gibt die so tun als würden sie keine Arbeit finden, dabei hängen sie den ganzen Tag nur vor der fernsehkiste.



Ich hoffe das der staat dagegen bald vorgeht, wie sowas zu schaffen ist weiß ich nicht. Ein Schritt ist aber mit Sicherheit das mittlerweile angewendete Bewerbungschreiben-"Gutachten".
Gerade die Jungs die Bewerbungen mit Absicht falsch und lächerlich schreiben um weiterhin Stütze zu beziehen müssten richtig bestraft werden.
Solln froh sein in so einem Sozialstaat zu leben. Bei Ami's sähen soclhe ziemlich arm aus. Obwohl vielleicht würde es da anders laufen weil dort ja wenigstens Druck herrscht.....


Giganto
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8    Freitag, 20. Oktober 2006 um 21:48 Uhr
      

ein sehr interessantes thema, das ich bisher scheinbar übersehen habe.



 Zitat
Ich halte hier auch zu ihr, da es heutzutage auch noch genügend Jobs gibt wo man zwar kaum geld verdient aber man wenigstens was hat worauf man stolz sein kann und nicht immer alles vom Staat zu beziehen.


also ich glaube gerade in solchen beschäftigungsverhältnissen, fällt der stolz hinten über. wenn ich an die armen menschen denke, die für rund 3 € buckeln müssen und sich ggf. gemeinheiten gefallen lassen müssen um den job halten zu können wird mir schlecht.

ich halte sehr viel von der mindestlohn debatte. unter einem gewissen stundenlohn sollte niemand nach hause gehen müssen. der reichtum einiger weniger wird doch gerade durch menschen geschaffen, die am existenzminimum buckeln müssen. dort muss man meiner meinung nach ansetzen: umverteilen von reich nach arm!

 Zitat
Stolz zu sein ist für mich so eine Sache. Stolz bin ich, wenn ich für etwas gekämpft habe und es geschafft habe UND es sich wirklich auszahlt.


das sehe ich ganz genauso. wie will man seine mitarbeiter denn auch sonst motivieren. würde mir ein unternehmen gehören, ich würde meine belegschaft prozentual am gewinn beteiligen. so zahlt sich das für alle aus, ein gemeinschaftsgefühl entwickelt sich und jeder sieht was er wirlich geleistet hat.

 Zitat
Um es genauer auszudrücken, er lebt eher nach dem Motto "lieber 400 euro vom Staat, als sich für 800 Euro bücken müssen".
Alleine die Denkweise ist für mich moralisch schon gar nicht vertretbar, da es genügend Menschen gibt die so auf Kosten anderer leben.


1. das kann man meiner meinung nach garnicht so pauschalisieren. nimm mal einen 50 jährigen als beispiel, der sich sein lebtag keinen tag arbeitslos gemeldet hat, aber immer brav in die arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. der hat eigentlich ein dickes polster, das er auch aufbrauchen dürfen sollte.

2. die schere der gehälter klafft einfach zu weit auseinander. wenn man mal das friseurhandwerk als beispiel nimmt: eine ausgebildete friseurin erhält im monat etwa 600-900 € und arbeitet wohl mindestens 40 wochenstunden dafür. ein arbeitsloser erhält mit allen zusatzzuschüssen etwa das gleiche. wie erkläre ich das einem arbeitenden menschen, das er nicht zuhause lieber ein kostengünstiges hobby pflegen soll, als jeden tag arbeiten gehen zu müssen. an dieser stelle muss einfach etwas unternommen werden. sozialleistungen zu streichen aber nicht.


Enclave
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9    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 08:06 Uhr
      

Ich weiss nur am Rande wie es ist in Deutschland, aber ich bin der Überzeugung (hier in der Schweiz), wer arbeiten will, kann das auch tun. Ich habe schon über 8 verschiedene Jobs gemacht und ich sehe das als Bereicherung! Ich habe soviel geleernt, das darf man auch nicht missen.

Ich habe übrigens zuerst eine Lehre als Zahntechniker abgeschlossen und danach eine Weiterbildung zum Informatiker.


masso
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10    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 08:36 Uhr
      

 Zitat von Giganto;122861
ich halte sehr viel von der mindestlohn debatte.

Durch den Mindestlohn würde die Marktwirtschaft ausgehebelt werden. Wenn eine Arbeit Betrag X Wert ist, sollte sich auch dementsprechend bezahlt werden. Nicht mehr und nicht weniger.


 Zitat von Giganto;122861
unter einem gewissen stundenlohn sollte niemand nach hause gehen müssen.

Wie oben schon geschrieben sollte Arbeit nach ihrem Wert bezahlt werden. Alles darüber hinaus macht keinen Sinn und ist eigentlich auch nicht "gerecht".


Piet

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11    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 08:45 Uhr
      

 Zitat von masso;123187
Durch den Mindestlohn würde die Marktwirtschaft ausgehebelt werden. Wenn eine Arbeit Betrag X Wert ist, sollte sich auch dementsprechend bezahlt werden. Nicht mehr und nicht weniger.
Wie oben schon geschrieben sollte Arbeit nach ihrem Wert bezahlt werden. Alles darüber hinaus macht keinen Sinn und ist eigentlich auch nicht "gerecht".


Ich kenne hier genügend die zwischen 5 und 6 Euro pro Stunde verdienen für harte Arbeit an Pressen. Wer das schonmal gemacht hat weiß das das nicht gerechtfertigt ist. Ach ja und eine Firma aus meinem Dorf stellt Kabelbäume her für Lkw's. Die haben den Ruf das sie nur arbeitslose bekommen die den Job annehmen müssen das sonst das geld gestrichen wird. Verdienst: 4,20.

Ich schreib heut nachmittag oder morgen mehr dazu.


masso
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12    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 08:54 Uhr
      

Der Wert einer Arbeit ergibt sich nicht aus der Anstrengung der Tätigkeit (z.B. Maurer, Stahlbetonbauer) oder dem Beitrag zum Allgemeinwohl (Bsp. Krankenschwester).

Der Wert ergibt sich einzig und allein aus Angebot und Nachfrage. Das ist Marktwirtschaft.

Nehmen wir mal das Angebot. Wie viele Personen - von einer angenommen Menge 100 - können eine Straße fegen? Wahrscheinlich nahezu alle. Im Gegensatz dazu: Wie viele Leute davon haben die Qualifikation eines Steuerberaters? Einer, wenn überhaupt. Einzig und allein aus dem Grund bekommt er mehr Geld als jemand, der die Straße fegt.
Zur Nachfrage: In der heutigen Zeit geht die Nachfrage nach Architekten nahezu gegen Null. Aus dem Grund bekommen sie teilweise Jobs für 1000 EUR Brutto p.m. angeboten. Auch wenn sie gut qualifiziert sind, jahrelang studiert haben, ihr "Marktwert" ist zurzeit am Boden ...


Piet

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13    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 09:16 Uhr
      

dein Studium ist nicht lange her wa Zwinker

Es ging mir jetzt auch eher um den genauen Preis von 4 bzw 5 - 6 Euro pro Stunde. Meiner meinung nach ist das eine Zumutung für das Geld arbeiten gehen zu müssen, da hartz 4 Empfänger heute fürs nichts tun mehr Geld bekommen (alle Zuschüsse eingerechnet).


masso
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14    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 09:57 Uhr
      

Mein Studium ist nicht lange her, richtig. Auch wenn sich das sehr hart anhört, was ich da oben geschrieben habe. Das ist die Realität. So bestimmen sich die Preise...


Giganto
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15    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 11:58 Uhr
      

@masso: du reisst teile meiner beiträge aus dem kontext. so stimmt das ganze natürlich nicht mehr. ich habe unter anderem auch von umverteilung von reich nach arm geschrieben und das ich das gesamte system für nicht gerecht halte. :deal:

wer regelt denn die sog. marktwirtschaft? genau, das sind die, die aus irgendwelchen gründen (oftmals liegt es nicht nur an deren talent und wissen) an der spitze stehen. /forum-showposts-welt-und-inte...209-beziehungs-netzwerke.html

die machen dann auch die gehälter der "anderen".

in welchem verhältnis steht es denn, das ein manager hundertausende pro jahr verdient, die angestellten, die ja sein gehalt mit erwirtschaften aber nur einen bruchteil davon? ohne den fliesbandarbeiter wäre der manager nichts!

genauso verhält es sich mit dem strassenarbeiter. dazu benötigt man auch ein gott gegebenes talent: z.b. die körperlichen voraussetzungen. ich möchte mal den ein oder anderen manager sehen, wie er die autobahn teert bei 50 grad aussentemeratur und mehr.......

unser sog. wohlstand gründet doch z.b. auf der ausbeutung von menschen in der 2. + 3. welt und mittlerweile auch auf der ausbeutung in unserem eigenen land.

wir können unseren kaffee zu 2,90 € das pfund oder unsere schokolade für 0,30 € aus dem aldi doch nur trinken und essen, weil irgendwo in afrika und haste- nicht- gesehen menschen für ein paar cent arbeiten und verhungern.

um mal ein beispiel aus unserem eigenen land zu wählen: wir können unsere burger bei mc donalds doch nur zu einem € das stück verdrücken, weil leute sich für 5 € die stunde abrackern. würde der burger jetzt zb. 3 € kosten, das was er sicherlich wert ist, betrachtet man mal die ganzen kosten die da dranhängen, könnte der mitarbeiter auch 7 oder 8 € pro stunde verdienen.

dieser ganze geiz ist geil wahn beruht doch auf der ausbeutung von menschen. immer mehr, immer geiler, immer billiger. die meisten raffen das aber erst, wenn all ihre sozialleistungen zu nichte gemacht wurden und sie trotz arbeit nicht mehr leben können.

es kann doch nicht angehen, das der steuerzahlen demnächst firmen ihr geld in form von steuerabgaben in den rachen werfen (kombilöhne) damit diese noch profitabler arbeiten und ihren angestellten weniger lohn zahlen müssen.

guck dir die an der börse dotieren unternehmen an. egal wieviel gewinn sie erwirtschaften und arbeit vorhande ist: um ihre kurse künstlich zu steigern, werden menschen entlassen.

nimm z.b. mal die telekom: es werden über 10.000 stellen gestrichen aber da eigentlich genug arbeit vorhanden ist, bedient man sich eines tricks: es werden tochterfirmen aus dem boden gestampft, die dann über umwege menschen einstellen mit zeitvertrag. einer meiner nachbarn arbeitet so für die telekom: kaum sozialleistungen, kündigungsfrist von 4 wochen, etc. pp. die kurse steigen, der gewinn steigt...tolle marktwirtschaft.

das schliesst doch den kreis zu einem ganz anderen problem: die deutschen sollen kinder bekommen: welcher normaldenkende mensch lässt sich denn auf eigene kinder ein, wenn er nicht weiss ob er morgen noch arbeit hat.

aber ich wette, das wird nicht mehr allzulange bestand haben.
menschen aus armen ländern drängen in die reichen staaten um ein stück abzubekommen. zäune und mauern werden errichtet, bewaffnete wachen aufgestellt um sie zurück zu drängen.
wenn das deine marktwirtschaft ist, die auf dem prinzip von angebot und nachfrage beruht na dann prost.

das ist ein künstlich system, geschaffen und geschützt zum wohle von einigen wenigen, das nicht mehr allzulange bestand haben wird.

die ersten auswirkungen von ländern die in die eu drängen spüren wir ja jetzt schon, dabei wird noch vieles reglementiert zum schutz der reichen und besser gestellten in den reicheren eu staaten.
menschen aus polen, ungarn, etc. werden auch nicht mehr lange für einen hungerlohn arbeiten wollen und einen stück vom kuchen und unserem lebenStandard abhaben wollen.


masso
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16    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 13:45 Uhr
      

Es ist nicht meine Marktwirtschaft. Ich habe sie nicht erfunden, nur noch einmal kurz zusammengefasst.

 Zitat von Giganto;123211
in welchem verhältnis steht es denn, das ein manager hundertausende pro jahr verdient, die angestellten, die ja sein gehalt mit erwirtschaften aber nur einen bruchteil davon? ohne den fliesbandarbeiter wäre der manager nichts!

Drehen wir den Spieß mal um. Was wäre denn ein Fließbandareiter ohne "den Manager"? Er müsste entweder woanders unter einem anderen Manager arbeiten oder sich selbständig machen. Die meisten davon können dies aber nicht. Die Vielzahl der gescheiterten Existenzgründungen spricht Bände.

Zum anderen muss man sich wahrscheinlich auch überlegen, ob es so spaßig ist, auf der Karriereleiter immer weiter nach oben zu klettern. Mein direkter Vorgesetzter wird irgendwas zwischen 70 und 90 T€ im Jahr verdienen, schätze ich zumindest. Dafür ist er aber auch 5 Tage die Woche von 7 bis 19 Uhr im Unternehmen. Wenn man die Fahrtzeit hinzurechnet, bringt er jeden Tag 13 Stunden für das Unternehmen auf. Von der Wochenendarbeit einmal abgesehen. Wenn ich mir dann noch seine Verantwortung, sein Aufgabengebiet und seinen Stress anschauen, dann sage ich nur "Hut ab, das Geld kann er meinetwegen haben".
Wenn ich mir dann noch sei unglaubliches Wissen vor Augen halte, dann Prost Mahlzeit.



 Zitat von Giganto;123211
genauso verhält es sich mit dem strassenarbeiter. dazu benötigt man auch ein gott gegebenes talent: z.b. die körperlichen voraussetzungen. ich möchte mal den ein oder anderen manager sehen, wie er die autobahn teert bei 50 grad aussentemeratur und mehr.......


Es geht dabei immer noch um Angebot und Nachfrage. Dass "ein Manager" körperlich nicht so fit ist wie "ein Straßenarbeiter", damit magst Du Recht haben. War wahrscheinlich nie seine Stärke oder Schwerpunkt in der Vergangenheit.
Spielt aber auch keine Rolle. Könnte ein Straßenarbeiter denn die Tätigkeiten eines Managers übernehmen? Auf jeden Fall weniger als umgekehrt.
Spielt aber auch insgesamt keine Rolle: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Daran kann man nichts deuteln.



 Zitat von Giganto;123211
[Thema: Dritte Welt]

Stimme ich Dir zu. Zwinker



Welches Thema hatte wir nochmal?


Piet

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17    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 14:03 Uhr
      

 Zitat von masso;123223
Drehen wir den Spieß mal um. Was wäre denn ein Fließbandareiter ohne "den Manager"? Er müsste entweder woanders unter einem anderen Manager arbeiten oder sich selbständig machen. Die meisten davon können dies aber nicht. Die Vielzahl der gescheiterten Existenzgründungen spricht Bände.


das stimmt dennoch sollte das ganze in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Wenn Produktionsarbeiter heute 12-14 tausend Euro pro Jahr verdienen, aber der Big Box weit mehr als das 5fache verdient ist das in meinen Augen nicht gerecht fertigt. Das ein Manager mehr verdient als seine Angestellten ist natürlich klar.

 Zitat
Zum anderen muss man sich wahrscheinlich auch überlegen, ob es so spaßig ist, auf der Karriereleiter immer weiter nach oben zu klettern. Mein direkter Vorgesetzter wird irgendwas zwischen 70 und 90 T€ im Jahr verdienen, schätze ich zumindest. Dafür ist er aber auch 5 Tage die Woche von 7 bis 19 Uhr im Unternehmen. Wenn man die Fahrtzeit hinzurechnet, bringt er jeden Tag 13 Stunden für das Unternehmen auf. Von der Wochenendarbeit einmal abgesehen. Wenn ich mir dann noch seine Verantwortung, sein Aufgabengebiet und seinen Stress anschauen, dann sage ich nur "Hut ab, das Geld kann er meinetwegen haben".
Wenn ich mir dann noch sei unglaubliches Wissen vor Augen halte, dann Prost Mahlzeit.


das ist leider nicht wirklich ein Argument. Ich hab viele Kumpels aufm Bau bzw war ich ja selber eine Zeitlang dort. 12 Std am Tag sind normal + Fahrzeit und viele Samstage. Und das ist bestimmt nicht nur da so.
Augabengebiet und Verantwortung - ok hat sicherlich der manager mehr.
Stress - würde ich auch nicht unbedingt generell dem Manager mehr zusprechen.
Nur weil man oben sitzt heit es nicht das man automatisch mehr machen muss als die kleinen Arbeiter.

 Zitat
Es geht dabei immer noch um Angebot und Nachfrage. Dass "ein Manager" körperlich nicht so fit ist wie "ein Straßenarbeiter", damit magst Du Recht haben. War wahrscheinlich nie seine Stärke oder Schwerpunkt in der Vergangenheit.
Spielt aber auch keine Rolle. Könnte ein Straßenarbeiter denn die Tätigkeiten eines Managers übernehmen? Auf jeden Fall weniger als umgekehrt.
Spielt aber auch insgesamt keine Rolle: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Daran kann man nichts deuteln.

In den oberen Reihen werden die Preise eher selber geregelt bzw die für den kleinen mann gleich mit. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich das die Spitzenverdiener in den oberen Etagen auch wirklich "spitze" verdienen.....
denn dann passiert sowas wie thorsten schrieb:
 Zitat
es kann doch nicht angehen, das der steuerzahlen demnächst firmen ihr geld in form von steuerabgaben in den rachen werfen (kombilöhne) damit diese noch profitabler arbeiten und ihren angestellten weniger lohn zahlen müssen.

guck dir die an der börse dotieren unternehmen an. egal wieviel gewinn sie erwirtschaften und arbeit vorhande ist: um ihre kurse künstlich zu steigern, werden menschen entlassen.

nimm z.b. mal die telekom: es werden über 10.000 stellen gestrichen aber da eigentlich genug arbeit vorhanden ist, bedient man sich eines tricks: es werden tochterfirmen aus dem boden gestampft, die dann über umwege menschen einstellen mit zeitvertrag. einer meiner nachbarn arbeitet so für die telekom: kaum sozialleistungen, kündigungsfrist von 4 wochen, etc. pp. die kurse steigen, der gewinn steigt...tolle marktwirtschaft.



Das hier ist der Knackpunkt:
 Zitat
unser sog. wohlstand gründet doch z.b. auf der ausbeutung von menschen in der 2. + 3. welt und mittlerweile auch auf der ausbeutung in unserem eigenen land.



Giganto
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18    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 14:13 Uhr
      

 Zitat von masso;123223
Es ist nicht meine Marktwirtschaft. Ich habe sie nicht erfunden, nur noch einmal kurz zusammengefasst.



lass mich doch ein wenig provozieren. sonst ists ja langweilig. ausserdem scheints du ja beführworter zu sein. sei deshalb mal nicht so empflindlich :p


 Zitat
Drehen wir den Spieß mal um. Was wäre denn ein Fließbandareiter ohne "den Manager"? Er müsste entweder woanders unter einem anderen Manager arbeiten oder sich selbständig machen. Die meisten davon können dies aber nicht. Die Vielzahl der gescheiterten Existenzgründungen spricht Bände.


naja, und die misswirtschaft in vielen grossen betrieben, unternehmen und in der politik auch.
ich bin sehr dafür, das ein manager mit seinem privatvermögen für (absichtliche) fehlleistungen haftet und nicht auch noch dafür mit millionenabfindungen belohnt wird. und nochmal: der manager wäre ohne den angestellten nichts und umgekehrt. weshalb dann dieser gehaltsunterschied? arbeiter und angestellte arbeiten oftmals genausoviel. gerade in kleinen unternehmen wird im sommer oder wenn viel zu tun ist 12 - 16 std. am tag malocht. der vater eines freundes ist selbständiger handwerker mit angestellten. ich kann dir aus erster hand erzählen was da abgeht. piet sicher auch, der kommt ja aus der branche.

 Zitat
Zum anderen muss man sich wahrscheinlich auch überlegen, ob es so spaßig ist, auf der Karriereleiter immer weiter nach oben zu klettern. Mein direkter Vorgesetzter wird irgendwas zwischen 70 und 90 T€ im Jahr verdienen, schätze ich zumindest. Dafür ist er aber auch 5 Tage die Woche von 7 bis 19 Uhr im Unternehmen. Wenn man die Fahrtzeit hinzurechnet, bringt er jeden Tag 13 Stunden für das Unternehmen auf. Von der Wochenendarbeit einmal abgesehen. Wenn ich mir dann noch seine Verantwortung, sein Aufgabengebiet und seinen Stress anschauen, dann sage ich nur "Hut ab, das Geld kann er meinetwegen haben".
Wenn ich mir dann noch sei unglaubliches Wissen vor Augen halte, dann Prost Mahlzeit.


dann nimm doch mal eine krankenschwester oder mich als gegenbeispiel:

ich arbeite zwar eigentlich auf einer 28,88 std. stelle. meine realität sieht ganz anders aus:

- in etwa 1x pro woche bereitschaft (das ist eigentlich ein 24 std. dienst, bezahlt werde ich für die ca. 8 nachtstunden die tatsächliche anfallen und die ich in der regel nicht schalfend verbringe mit einer std. die mir angerechnet wird.)
in dieser zeit trage ich verantwortung für ca. 18 menschen mit ganz unterschiedlichen arten von behinderungen und krankheiten (epilepsie)

- wochenendarbeit

- arbeit an feiertagen

- wechselschicht

- regelmässig mehrarbeitsstunden, die einfach mal vorausgesetzt werden

- regelmässig erledigen wir alleine oder zu zweit aufgaben, die eigentlich für 3 oder 4 leute vorgesehen sind. das ist nicht nur geistiger stress sondern auch körperlicher.

der alltag einer krankenschwester sieht wahrscheinlich ähnlich aus, nur mit anderen aufgabenbereichen. sie trägt auch eine hohes mass an verantwortung für eine vielzahl von patienten (medikamente, überwachung des gesundheitzustandes, etc. pp.).

ich will mich nicht beklagen: ich hab arbeit, die mir sogar oftmals spass macht und dazu relativ gut bezahlt wird. ich verdiene aber keine 100.000 € im jahr. soviel kann ich wohl verraten.

 Zitat
Es geht dabei immer noch um Angebot und Nachfrage. Dass "ein Manager" körperlich nicht so fit ist wie "ein Straßenarbeiter", damit magst Du Recht haben. War wahrscheinlich nie seine Stärke oder Schwerpunkt in der Vergangenheit.
Spielt aber auch keine Rolle. Könnte ein Straßenarbeiter denn die Tätigkeiten eines Managers übernehmen? Auf jeden Fall weniger als umgekehrt.
Spielt aber auch insgesamt keine Rolle: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Daran kann man nichts deuteln.


fast jeder trägt doch seinen möglichkeiten und begabungen entsprechend etwas dazu bei, das unser land blüht und wächst. weshalb dann diese unterschiede? die meisten machen es sich wohl nicht leicht. ich empfinde das als höchst ungerecht, einseitig und sehr künstlich. nochmal: wer macht denn diese regeln (siehe thread link)?


masso
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19    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 14:27 Uhr
      

Die Regeln macht die Marktwirtschaft, Giganto. Die Marktwirtschaft ist ein System, welches sich hier entwickelt hat. Ob man nun dafür oder dagegen ist, man muss sich ihr stellen...

Und die Marktwirtschaft regelt den Preis nach Angebot und Nachfrage. Gibt es mehr Kartoffeln als die Leute kaufen wollen, sind sie günstig. Gibt es viele Kartoffeln, die Nachfrage ist aber nicht da, geht der Preis gegen Null. Wollen die Leute auf einmal viele Kartoffeln, so steigt der Preis. Gibt es mehr Nachfrage nach Kartoffeln als angeboten werden, steigt der Preis sogar noch mehr an und irgendwer bleibt auf der Strecke. Das ist nunmal so.



 Zitat von Giganto;123233

fast jeder trägt doch seinen möglichkeiten und begabungen entsprechend etwas dazu bei, das unser land blüht und wächst. weshalb dann diese unterschiede? die meisten machen es sich wohl nicht leicht. ich empfinde das als höchst ungerecht, einseitig und sehr künstlich. nochmal: wer macht denn diese regeln (siehe thread link)?



Die Möglichkeiten und Begabungen werden aber nunmal nicht alle gleich bepreist. Wieder sind wir bei Angebot und Nachfrage.

Und jeder trägt auch nicht gleich zum Wirtschaftswachstum bei, dass ist ein Irrtum. Ich habe gerade noch einmal in meinen alten Unterlagen gewühlt: Eine steigende Arbeitsproduktivität ergibt sich aus technischem Fortschritt, Wissen und Kapital; wobei technischer Fortschritt durch Wissen bedingt ist. Nicht also die Quantität entscheidet, sondern die Qualität!


Giganto
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20    Mittwoch, 25. Oktober 2006 um 14:39 Uhr
      

 Zitat
Die Regeln macht die Marktwirtschaft, Giganto. Die Marktwirtschaft ist ein System, welches sich hier entwickelt hat. Ob man nun dafür oder dagegen ist, man muss sich ihr stellen...


also grundsätzlich: ich muss garnichts. ich kann auch in den wald ziehen und mir eine hütte bauen, jagen, sammel --> back to basic :p mach ich aber nicht.

zur marktwirtschaft: das hat sich nicht entwickelt, es wurde entwickelt und zwar meiner meinung nach schlecht.

 Zitat
Und die Marktwirtschaft regelt den Preis nach Angebot und Nachfrage. Gibt es mehr Kartoffeln als die Leute kaufen wollen, sind sie günstig. Gibt es viele Kartoffeln, die Nachfrage ist aber nicht da, geht der Preis gegen Null. Wollen die Leute auf einmal viele Kartoffeln, so steigt der Preis. Gibt es mehr Nachfrage nach Kartoffeln als angeboten werden, steigt der Preis sogar noch mehr an und irgendwer bleibt auf der Strecke. Das ist nunmal so.


ich war 2 jahre lang auf einer wirtschaftschule. ich kenne die grundlagen.
aber so wie du das schreibst stimmt es ja auch nicht. gerade was den gemüse und obstsektor betrifft steht und fällt der preis sowie die löhne mit poltischen interessen. stichwort: subvension! fazit --> alles künstlich!





 Zitat
Die Möglichkeiten und Begabungen werden aber nunmal nicht alle gleich bepreist. Wieder sind wir bei Angebot und Nachfrage.


ja und wer steckt dahinter?

 Zitat
Und jeder trägt auch nicht gleich zum Wirtschaftswachstum bei, dass ist ein Irrtum. Ich habe gerade noch einmal in meinen alten Unterlagen gewühlt: Eine steigende Arbeitsproduktivität ergibt sich aus technischem Fortschritt, Wissen und Kapital; wobei technischer Fortschritt durch Wissen bedingt ist. Nicht also die Quantität entscheidet, sondern die Qualität!



wahrscheinlich die gleichen ausbeuter und krxxxxxxxx, die auch deine wirtschaftbücher geschrieben haben! die arbeiten sich doch gegenseitig mit ihren holen phrasen in die tasche. eine krähe hakt der anderen kein auge aus.

da du meinen verlinkten thread nicht lesen magst, ein paar stichwörter: oligarchie (danke an michael), beziehungsnetzwerke, das weltkapital ist in den händen der 100 reichsten familien und clans. sie bestimmen die regeln.


      
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