Der alljährliche Amoklauf
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1 Montag, 20.
November 2006 um 19:59 Uhr
Es war mal wieder soweit.
Ein (Ex)Schüler ist mal wieder Amok gelaufen.
Dieses Jahr zum Glück nur ein Toter. Er hat sich am Ende selbst erschossen.
GMX - Blutiger Überfall auf Schule (20.11.2006)
Hab den Bericht gelesen und bis kurz vor Ende geglaubt, es würde auf die "üblichen Verdächtigen" diesmal verzichtet.
Aber dann kam der letzte Satz:
Wenigstens kommt der Metal mal ungeschoren davon...
Den Herrn Pädagogen und Politikern sollte das hier Gedanken machen:
Wie kann es sein, dass weder Familie noch Lehrer was merken (wollen)?
Es war mal wieder soweit.
Ein (Ex)Schüler ist mal wieder Amok gelaufen.
Dieses Jahr zum Glück nur ein Toter. Er hat sich am Ende selbst erschossen.
GMX - Blutiger Überfall auf Schule (20.11.2006)
Hab den Bericht gelesen und bis kurz vor Ende geglaubt, es würde auf die "üblichen Verdächtigen" diesmal verzichtet.
Aber dann kam der letzte Satz:
| Zitat | |
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Wenigstens kommt der Metal mal ungeschoren davon...
Den Herrn Pädagogen und Politikern sollte das hier Gedanken machen:
| Zitat | |
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Wie kann es sein, dass weder Familie noch Lehrer was merken (wollen)?
Piet
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2 Montag, 20.
November 2006 um 20:13 Uhr
ich habs heute tagsüber im Radio verfolgt. Erschreckend den ganze.
Es wurden auch 2 Mitschüler interviewt.
ich kanns nicht wörtlich wiedergeben:
"Er hat gesagt das wir es bereuen werden ihn immer geärgert zu haben und das er Rache nehmen wird. Er war ein Versager, das wußte jeder aber das er sowas macht hätten wir nicht gedacht"
ich habs heute tagsüber im Radio verfolgt. Erschreckend den ganze.
Es wurden auch 2 Mitschüler interviewt.
ich kanns nicht wörtlich wiedergeben:
"Er hat gesagt das wir es bereuen werden ihn immer geärgert zu haben und das er Rache nehmen wird. Er war ein Versager, das wußte jeder aber das er sowas macht hätten wir nicht gedacht"
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Nightwitch
Grünschnabel

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Grünschnabel

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3 Montag, 20.
November 2006 um 20:45 Uhr
Tja hinterher ist man immer schlauer. Die ganze Geschichte ist ca 30 Km nördlich von mir abgelaufen.
Der Junge kam ersten Berichten übrigens aus einem guten Elternhaus.
Angesicht der Waffen und anderen Sachen die er bei sich gehabt hatte, war die Tat lange im Voraus geplant.
Ich denke selbst als Eltern ist es schwer in die Köpfe eines 18-jährigen zu sehen. Er hat die tat wohl auch im Internet schon angekündigt.
Letztendlich wird es wie folgt weiter gehen:
irgendwelche Psychologen werden versuchen ein Profil von ihm zu erstellen, dann werden Gründe gesucht weshalb es dazu kam, es werden den üblichen Verdächtigen ("ballerspiele", Musikrichtungen etc) die Schuld zugeschoben, dann kommt wieder einer daher und fordert ein Verbot solcher Medien, es geht noch ein paar Wochen in den Medien so weiter bis wieder keiner mehr daran denkt.
Aber das Kernproblem wird weiter ignoriert.
Es sind fast immer Aussenseiter die irgendwann zu solchen Taten fähig sind. Sie werden gemobbt, gehänselt, bedroht etc, aber darüber sieht man schon seit Jahren hinweg und daran wird auch nie etwas geändert.
Tja hinterher ist man immer schlauer. Die ganze Geschichte ist ca 30 Km nördlich von mir abgelaufen.
Der Junge kam ersten Berichten übrigens aus einem guten Elternhaus.
Angesicht der Waffen und anderen Sachen die er bei sich gehabt hatte, war die Tat lange im Voraus geplant.
Ich denke selbst als Eltern ist es schwer in die Köpfe eines 18-jährigen zu sehen. Er hat die tat wohl auch im Internet schon angekündigt.
Letztendlich wird es wie folgt weiter gehen:
irgendwelche Psychologen werden versuchen ein Profil von ihm zu erstellen, dann werden Gründe gesucht weshalb es dazu kam, es werden den üblichen Verdächtigen ("ballerspiele", Musikrichtungen etc) die Schuld zugeschoben, dann kommt wieder einer daher und fordert ein Verbot solcher Medien, es geht noch ein paar Wochen in den Medien so weiter bis wieder keiner mehr daran denkt.
Aber das Kernproblem wird weiter ignoriert.
Es sind fast immer Aussenseiter die irgendwann zu solchen Taten fähig sind. Sie werden gemobbt, gehänselt, bedroht etc, aber darüber sieht man schon seit Jahren hinweg und daran wird auch nie etwas geändert.
4 Montag, 20.
November 2006 um 21:10 Uhr
Ich bin vollkommen eurer Meinung... Die meisten Amokläufer sind vermutlich Außenseiter. Sie müssen die täglichen Unterdrückungen und Erniedrigungen durch Gewalt kompensieren. Sie versuchen durch eine solche Tat die Aufmerksamkeit zu bekommen, die sie nie erhalten haben.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass gerade diese gewaltverharmlosenden Gemetzelspiele eine Beitrag zu dem täglichen "Ausschreitungen" leisten. Ob es eine "normale" Schlägerei auf dem Schulhof ist oder, in der wohl extremsten Form, ein Amoklauf...
Warum ist jeder Gruselgarten oder jede Geisterbahn erst ab 18? Die Kiddis lachen sich über so etwas nur kaputt :roll:
Ich bin vollkommen eurer Meinung... Die meisten Amokläufer sind vermutlich Außenseiter. Sie müssen die täglichen Unterdrückungen und Erniedrigungen durch Gewalt kompensieren. Sie versuchen durch eine solche Tat die Aufmerksamkeit zu bekommen, die sie nie erhalten haben.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass gerade diese gewaltverharmlosenden Gemetzelspiele eine Beitrag zu dem täglichen "Ausschreitungen" leisten. Ob es eine "normale" Schlägerei auf dem Schulhof ist oder, in der wohl extremsten Form, ein Amoklauf...
Warum ist jeder Gruselgarten oder jede Geisterbahn erst ab 18? Die Kiddis lachen sich über so etwas nur kaputt :roll:
5 Dienstag, 21.
November 2006 um 00:33 Uhr
Hier eine lustige Geschichte:
Das erste Forum in dem ich aktiv war, war ein Halflife-Mapping-Board (Für die Laien: Es geht um das Erstellen von Levels für ein Computerspiel). Registriert habe ich mich da glaube ich im Jahr 2000, seit zwei oder drei Jahren habe ich nichts mehr damit zu tun. Heute schaue ich so mir nichts dir nichts nach langer Zeit mal wieder rein und stoße auf folgenden Thread:
ResistantX ist heute nach eine...- Editing Forum of thewall.de
Der Typ hat seine Schule in Halflife nachgebaut. Das hat fast jeder in dem Forum mal gemacht. Aber ich wette morgen sagen sie, er hätte seine Schule nachgebaut um zu "üben". Hoffentlich hat dieser scheiß Nazi endlich mal den Löffel abgegeben, der nach dem Erfurt-Massaker als "Gewaltspiel-Experte" (geschätzte 70 Jahre, "Ich habe mir diese Spiele einmal angesehen" - mehr sag ich nicht) ungefähr auf jedem TV-Sender kam und in jeder Zeitung zitiert wurde. Den kann ich nämlich gar nicht ausstehen.
PS: Es gab da mal einen Typen, der hat mit anderen Typen einen Mitschüler gefoltert und Videos davon ins Internet gestellt. Raus kam es, als ihr Opfer Selbstmord begangen hat. Den "Haupttäter" kannte ich auch persönlich. Die Welt ist so klein.
Hier eine lustige Geschichte:
Das erste Forum in dem ich aktiv war, war ein Halflife-Mapping-Board (Für die Laien: Es geht um das Erstellen von Levels für ein Computerspiel). Registriert habe ich mich da glaube ich im Jahr 2000, seit zwei oder drei Jahren habe ich nichts mehr damit zu tun. Heute schaue ich so mir nichts dir nichts nach langer Zeit mal wieder rein und stoße auf folgenden Thread:
ResistantX ist heute nach eine...- Editing Forum of thewall.de
Der Typ hat seine Schule in Halflife nachgebaut. Das hat fast jeder in dem Forum mal gemacht. Aber ich wette morgen sagen sie, er hätte seine Schule nachgebaut um zu "üben". Hoffentlich hat dieser scheiß Nazi endlich mal den Löffel abgegeben, der nach dem Erfurt-Massaker als "Gewaltspiel-Experte" (geschätzte 70 Jahre, "Ich habe mir diese Spiele einmal angesehen" - mehr sag ich nicht) ungefähr auf jedem TV-Sender kam und in jeder Zeitung zitiert wurde. Den kann ich nämlich gar nicht ausstehen.
PS: Es gab da mal einen Typen, der hat mit anderen Typen einen Mitschüler gefoltert und Videos davon ins Internet gestellt. Raus kam es, als ihr Opfer Selbstmord begangen hat. Den "Haupttäter" kannte ich auch persönlich. Die Welt ist so klein.
6 Dienstag, 21.
November 2006 um 00:36 Uhr
ich glaube es geht hierbei weniger um aufmerksamkeit sonder mehr darum ein ventil für wut zu finden.
ich glaube ausserdem, dass nicht alle amokläufer aussenseiter sind.
vieliecht ist euch der fall eines bankmanagers aus östereich/ schweiz geläufig, der nach einer wichtigen sitzung wild um sich geschossen hat. er war gerade aus dem urlaub gekommen. in diesem urlaub hat er die "tat" geplant.
aus seinem abschiedsbrief ging hervor, das er von der oberen ebene eben dieser bank gemobbt wurde (oder es jedenfalls so empfunden hat). er hat den druck einfach nicht mehr ausgehalten und wusste sich nicht mehr anders zu helfen. es gab wohl wenige menschen die sich seiner probleme angenommen haben.
in dem aktuellen fall erkenne ich aus der weite parallelen.
ich glaube ein wichtiger grund, warum solche taten gehäuft stattfinden ist, dass der gesellschaftliche druck auf jeden einzelnen immer grösser wird (stichwort: ellenbogen gesellschaft). ausserdem kümmern sich die menschen immer weniger umeinander sondern leben immer häufiger gegeneinander. so werden kleine probleme schonmal mit leichtigkeit grösser.
hier ist übrigens der abschiedsbrief von bastian b.
Bastian B. schrieb einen wirre...-Homepage. - Bild.T-Online.de
übrigens kann ich teile dieses briefs nachvollziehen und finde den mann alles andere als doof. seine tat ist natürlich abscheulich und durch nichts zu rechtfertigen. die tat will ich auch garnicht gutheissen. ich hoffe es versteht niemand falsch.
| Zitat von Sylavia;125174 | |
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ich glaube es geht hierbei weniger um aufmerksamkeit sonder mehr darum ein ventil für wut zu finden.
ich glaube ausserdem, dass nicht alle amokläufer aussenseiter sind.
vieliecht ist euch der fall eines bankmanagers aus östereich/ schweiz geläufig, der nach einer wichtigen sitzung wild um sich geschossen hat. er war gerade aus dem urlaub gekommen. in diesem urlaub hat er die "tat" geplant.
aus seinem abschiedsbrief ging hervor, das er von der oberen ebene eben dieser bank gemobbt wurde (oder es jedenfalls so empfunden hat). er hat den druck einfach nicht mehr ausgehalten und wusste sich nicht mehr anders zu helfen. es gab wohl wenige menschen die sich seiner probleme angenommen haben.
in dem aktuellen fall erkenne ich aus der weite parallelen.
ich glaube ein wichtiger grund, warum solche taten gehäuft stattfinden ist, dass der gesellschaftliche druck auf jeden einzelnen immer grösser wird (stichwort: ellenbogen gesellschaft). ausserdem kümmern sich die menschen immer weniger umeinander sondern leben immer häufiger gegeneinander. so werden kleine probleme schonmal mit leichtigkeit grösser.
hier ist übrigens der abschiedsbrief von bastian b.
Bastian B. schrieb einen wirre...-Homepage. - Bild.T-Online.de
übrigens kann ich teile dieses briefs nachvollziehen und finde den mann alles andere als doof. seine tat ist natürlich abscheulich und durch nichts zu rechtfertigen. die tat will ich auch garnicht gutheissen. ich hoffe es versteht niemand falsch.
Sting
Nicht registriert
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7 Dienstag, 21.
November 2006 um 02:49 Uhr
Danke für den Link, Thorsten.
Ich möchte mich ein wenig zu diesem Brief äußern.
Der Junge beschrieb in seinem Abschiedsbrief recht nachvollziehbare und realistische Umstände, die ich primär als Mobbing interpretiere.
Mobbing ist eine sehr hässliche Sache, gegen die man als Mobbingopfer nicht ohne weiteres vorgehen kann, wenn man nicht gerade erfahren ist, die Mobber und nicht zuletzt auch die eigene Person kritisch hinterfragt.
Mobbing kann - gerade in prägenden Lebensphasen, wie der Schulzeit - erhebliche emotionale Wunden reissen. Wunden, die Teil des Charakters des Opfers werden und ihn sein Leben lang begleiten können.
Kurzum: Mobbing und seine Auswirkungen sind gefährlich.
Der Mobbing-Thematik möchte ich einige Worte über den Jungen selbst vorausschicken.
Aussagen wie diese zeigen für mich eindeutig, dass der Gemobbte nicht in der Lage war, selbstkritisch zu handeln. Die Schuld bzw. Verantwortung liegt nur selten allein bei einer Partei.
Entweder man integriert sich oder lässt es sein. Lässt man es sein, ist man wahrlich ein Individualist, sollte aber auch damit klarkommen können.
Sollte dies nicht möglich sein, hat man sich gefälligst Hilfe zu suchen.
Aber Redewendungen, wie o.g. Zitat, sind meines Erachtens nach lächerlich.
Eine typische Denkweise solcher Kerle ist folgende:
"Ich bin echt und Ihr seid alle Pseudos. Ich hasse Euch. Ich bin mehr wert, als Ihr alle zusammen."
Solche Leute machen es sich einfach zu leicht und versuchen ihre eigene Unfähigkeit, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, Verantwortung zu übernehmen und konsequent und nachhaltig im Sinne der eigenen Interessen und dem Allgemeinwohl zu handeln mit pseudo-philosophischen Aussagen zu kaschieren:
Wie wär's mit ein wenig Kreativität, Selbstbestimmung? Dies ist in einem bestimmten Rahmen möglich. Man kann auch gänzlich unkonventionellere Wege einschlagen, als die im Zitat beschriebene typische Wunschkarriere.
Zurück zum Mobbing:
wie kann man das Leid solcher Menschen rechtzeitig erkennen?
Das stelle ich mir schwer vor, da dies nicht nur zusätzliches Personal und somit sehr hohe Kosten bedeutet, sondern sich Menschen auch verdammt gut verstellen können.
Daher halte ich es für sinnvoller, Mobbing zu reduzieren, das Übel an der Wurzel zu packen.
Dies ist recht einfach möglich, gerade in der Schule.
Man nehme eine Lehrperson, die den Respekt der Schüler geniesst, aber auch gewillt ist, hart durchzugreifen, wenn es erforderlich ist.
Ich habe oft in meinem Leben festgestellt, dass selbst ein Haufen menschlicher Müll durch eine entsprechende Leitperson (temporär) geformt werden kann. Gelenkt werden und zu eigenem, vernünftigen, selbstkritischen Denken bewegt werden kann.
Ein geborener Führer kann, wenn er denn so will, das Gute in einem Menschen hervorbringen. Natürlich klingt dies pathetisch, das bezweifle ich nicht. Es ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt meiner Aussage.
Dies habe ich oft in Seminaren während des Studiums mit Überraschung feststellen müssen:
man nehme eine Gruppe von 20-30 Studenten. Der Grossteil hält sich jeweils für ziemlich cool und lässig. Für die Elite. Man will den Pflichtschein absitzen. Man kann eigentlich ganz lässig dort abhängen und muss nur darauf achten, sich in die Anwesenheitsliste einzutragen. Man kann pennen. Man kann lästern. Man hat keinerlei Bringschuld. Typische Sitzschein-Mentalität.
Hält mal ein Student ein Referat oder einen Vortrag, stellt eine unorthodoxe Frage oder lenkt auf sonst eine Art die Aufmerksamkeit auf sich und stört auf diese Weise die lässigen, coolen Typen, die nur in Ruhe den Schein absitzen wollen, zieht er den kollektiven Ärger auf sich.
Es fallen nicht selten Kommentare, die so moduliert sind, dass die beleidigenden Studenten nicht herausgeschmissen werden können, das "Opfer" aber nervös wird, sich klein fühlt etc.
Es gibt zwar Ausnahmen, die sich von solchen Beleidigungen und Störungen nicht aus der Ruhe bringen lassen, aber der Grossteil leidet darunter und bekommt richtige Panik davor, erneut irgendwann irgendetwas vortragen zu müssen bzw. traut sich gar nicht, sich zu melden.
Erinnert stark an Schule, möchte ich behaupten ;-)
Habe bereits ein Studium abgeschlossen und daher einige solcher Veranstaltungen besucht. Erst kürzlich jedoch, im neuen Studium, war ich in einer Sitzscheinveranstaltung, die von einem Dozenten ganz anderen Kalibers geleitet wurde. Er hat die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer auf sich gezogen, klipp und klar die Regeln erklärt (was er duldet und was er *definitiv* nicht duldet) und war der King. Er hat alle Teilnehmer motiviert und bis auf eine einzige Ausnahme (20 Teilnehmer) haben alle mit Interesse und gegenseitigem Respekt mitgemacht.
Die Teilnehmer waren zum grössten Teil die üblichen Verdächtigen (siehe oben); es gab keine aktive Teilnahmepflicht; jeder hätte einfach nur die Schnauze halten können. Dennoch war dies ein Bilderbuch-Seminar.
Es handelte sich um ein Blockseminar, das an 4 Samstagen stattfand, jeweils 7h lang. Dies sollte die Laune der Teilnehmer eigentlich eher verschlechtern, als ihre Kooperationsbereitschaft zu erhöhen. Dennoch ist das Prinzip des bestimmenden und das Gute aus den Leuten herausholenden Führers aufgegangen.
Nun übertrage man dieses Konzept auf Schulen.
Ein Klassenlehrer begleitet eine Klasse mehrere Jahre lang und hat so die Möglichkeit, einen beträchtlichen Einfluss auszuüben; man kann auch von Erziehung sprechen.
Durch eine entsprechende Erziehung kann Mobbing - bzw. die nötigen Voraussetzungen zum Entstehen und Aufrechterhalten von Mobbing-Situationen - auf ein Mindestmaß reduziert werden. Es bedarf nur eines Mindestmaßes an Zivilcourage, um im Entstehen begriffenes Mobbing im Keim zu ersticken.
Eine entstehende Mobbinggruppe zu zerschlagen bedarf nur weniger couragierter Gegenstimmen. Kein Wunder, die meisten Mobber sind Feiglinge.
Just my 2 cents.
Danke für den Link, Thorsten.
Ich möchte mich ein wenig zu diesem Brief äußern.
Der Junge beschrieb in seinem Abschiedsbrief recht nachvollziehbare und realistische Umstände, die ich primär als Mobbing interpretiere.
Mobbing ist eine sehr hässliche Sache, gegen die man als Mobbingopfer nicht ohne weiteres vorgehen kann, wenn man nicht gerade erfahren ist, die Mobber und nicht zuletzt auch die eigene Person kritisch hinterfragt.
Mobbing kann - gerade in prägenden Lebensphasen, wie der Schulzeit - erhebliche emotionale Wunden reissen. Wunden, die Teil des Charakters des Opfers werden und ihn sein Leben lang begleiten können.
Kurzum: Mobbing und seine Auswirkungen sind gefährlich.
Der Mobbing-Thematik möchte ich einige Worte über den Jungen selbst vorausschicken.
| Zitat von Junge | |
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Aussagen wie diese zeigen für mich eindeutig, dass der Gemobbte nicht in der Lage war, selbstkritisch zu handeln. Die Schuld bzw. Verantwortung liegt nur selten allein bei einer Partei.
Entweder man integriert sich oder lässt es sein. Lässt man es sein, ist man wahrlich ein Individualist, sollte aber auch damit klarkommen können.
Sollte dies nicht möglich sein, hat man sich gefälligst Hilfe zu suchen.
Aber Redewendungen, wie o.g. Zitat, sind meines Erachtens nach lächerlich.
Eine typische Denkweise solcher Kerle ist folgende:
"Ich bin echt und Ihr seid alle Pseudos. Ich hasse Euch. Ich bin mehr wert, als Ihr alle zusammen."
Solche Leute machen es sich einfach zu leicht und versuchen ihre eigene Unfähigkeit, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, Verantwortung zu übernehmen und konsequent und nachhaltig im Sinne der eigenen Interessen und dem Allgemeinwohl zu handeln mit pseudo-philosophischen Aussagen zu kaschieren:
| Zitat | |
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Wie wär's mit ein wenig Kreativität, Selbstbestimmung? Dies ist in einem bestimmten Rahmen möglich. Man kann auch gänzlich unkonventionellere Wege einschlagen, als die im Zitat beschriebene typische Wunschkarriere.
Zurück zum Mobbing:
wie kann man das Leid solcher Menschen rechtzeitig erkennen?
Das stelle ich mir schwer vor, da dies nicht nur zusätzliches Personal und somit sehr hohe Kosten bedeutet, sondern sich Menschen auch verdammt gut verstellen können.
Daher halte ich es für sinnvoller, Mobbing zu reduzieren, das Übel an der Wurzel zu packen.
Dies ist recht einfach möglich, gerade in der Schule.
Man nehme eine Lehrperson, die den Respekt der Schüler geniesst, aber auch gewillt ist, hart durchzugreifen, wenn es erforderlich ist.
Ich habe oft in meinem Leben festgestellt, dass selbst ein Haufen menschlicher Müll durch eine entsprechende Leitperson (temporär) geformt werden kann. Gelenkt werden und zu eigenem, vernünftigen, selbstkritischen Denken bewegt werden kann.
Ein geborener Führer kann, wenn er denn so will, das Gute in einem Menschen hervorbringen. Natürlich klingt dies pathetisch, das bezweifle ich nicht. Es ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt meiner Aussage.
Dies habe ich oft in Seminaren während des Studiums mit Überraschung feststellen müssen:
man nehme eine Gruppe von 20-30 Studenten. Der Grossteil hält sich jeweils für ziemlich cool und lässig. Für die Elite. Man will den Pflichtschein absitzen. Man kann eigentlich ganz lässig dort abhängen und muss nur darauf achten, sich in die Anwesenheitsliste einzutragen. Man kann pennen. Man kann lästern. Man hat keinerlei Bringschuld. Typische Sitzschein-Mentalität.
Hält mal ein Student ein Referat oder einen Vortrag, stellt eine unorthodoxe Frage oder lenkt auf sonst eine Art die Aufmerksamkeit auf sich und stört auf diese Weise die lässigen, coolen Typen, die nur in Ruhe den Schein absitzen wollen, zieht er den kollektiven Ärger auf sich.
Es fallen nicht selten Kommentare, die so moduliert sind, dass die beleidigenden Studenten nicht herausgeschmissen werden können, das "Opfer" aber nervös wird, sich klein fühlt etc.
Es gibt zwar Ausnahmen, die sich von solchen Beleidigungen und Störungen nicht aus der Ruhe bringen lassen, aber der Grossteil leidet darunter und bekommt richtige Panik davor, erneut irgendwann irgendetwas vortragen zu müssen bzw. traut sich gar nicht, sich zu melden.
Erinnert stark an Schule, möchte ich behaupten ;-)
Habe bereits ein Studium abgeschlossen und daher einige solcher Veranstaltungen besucht. Erst kürzlich jedoch, im neuen Studium, war ich in einer Sitzscheinveranstaltung, die von einem Dozenten ganz anderen Kalibers geleitet wurde. Er hat die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer auf sich gezogen, klipp und klar die Regeln erklärt (was er duldet und was er *definitiv* nicht duldet) und war der King. Er hat alle Teilnehmer motiviert und bis auf eine einzige Ausnahme (20 Teilnehmer) haben alle mit Interesse und gegenseitigem Respekt mitgemacht.
Die Teilnehmer waren zum grössten Teil die üblichen Verdächtigen (siehe oben); es gab keine aktive Teilnahmepflicht; jeder hätte einfach nur die Schnauze halten können. Dennoch war dies ein Bilderbuch-Seminar.
Es handelte sich um ein Blockseminar, das an 4 Samstagen stattfand, jeweils 7h lang. Dies sollte die Laune der Teilnehmer eigentlich eher verschlechtern, als ihre Kooperationsbereitschaft zu erhöhen. Dennoch ist das Prinzip des bestimmenden und das Gute aus den Leuten herausholenden Führers aufgegangen.
Nun übertrage man dieses Konzept auf Schulen.
Ein Klassenlehrer begleitet eine Klasse mehrere Jahre lang und hat so die Möglichkeit, einen beträchtlichen Einfluss auszuüben; man kann auch von Erziehung sprechen.
Durch eine entsprechende Erziehung kann Mobbing - bzw. die nötigen Voraussetzungen zum Entstehen und Aufrechterhalten von Mobbing-Situationen - auf ein Mindestmaß reduziert werden. Es bedarf nur eines Mindestmaßes an Zivilcourage, um im Entstehen begriffenes Mobbing im Keim zu ersticken.
Eine entstehende Mobbinggruppe zu zerschlagen bedarf nur weniger couragierter Gegenstimmen. Kein Wunder, die meisten Mobber sind Feiglinge.
Just my 2 cents.
8 Dienstag, 21.
November 2006 um 11:43 Uhr
kritisch hinterfragen und die wahrheit finden reicht da meiner meinung nach in den meisten fällen nicht aus. wenn man die wahrheit erkannt hat, ist es doch oftmals schwierig sich dagegen zu wehr zu setzen. die meisten mobber werden wohl wenig gesprächsbereitschaft signalisieren und argumente zulassen.
gerade das ist ja das teufliche am mobbing.
wie könnte es aussehen, wenn man sich wehrt?
dazu benötigt man:
1. ein instanz, die die wirkliche wahrheit erkennt und entsprechende massnahmen zur umsetzung und einhaltung ergreift. oftmals kann man sich der situation ja nicht entziehen, weil schule und arbeitsplatz existenzgrundlage bedeuten.
ausserdem will man ja das feld nicht einfach so räumen, weil man sich im besten falle im recht glaubt und dieses recht nicht aufgeben will.
auf der einen seite kann es bis zur selbstzerstörung gehen, wie vieliecht in diesem fall geschehen. im besten fall ist sowas aber gesund.
wie uns das beispiel mit dem bankmanager zeigt, ist es auch für erwachsene, gereifte persönlichkeiten mit einem hohen intelligenzqoutinten und einem grossen mass an klarsicht und logischer intelligenz sehr gefährlich.
das liest sich für mich eher wie ein schutzwall, den er errichtet hat.
im grund hat man doch nur 2 möglichkeiten, wenn man keine instanz findet, die einem aus der misere heraus hilft:
1. man macht die mobbenden in seinem kopf so klein das sie im grunde keine gefahr mehr darstellen. allerdings verzerrt sich dadurch auch die wahrnehmung deutlich.
2. man rutscht in eine depression und erkennt die eigene schuld ein, die aber eigentlich vieleicht keine schuld ist. daran zerbricht man in jedem fall und wird verrückt.
lehrkörper sind in vielen schulen doch selber die gemobbten oder haben immer weniger einfluss auf die schüler. ich rede jetzt nicht unbedingt von gymnasien wo viele schüler wissen wohin der weg einmal gehen wird. real- und hauptschulen sind wohl weitaus häufiger von solchen problemen betroffen. hier schliesst sich wohl auch der kreis, wenn ich jetzt an das thema ellenbogengesellschaft und perpektivlosigkeit (jobmarkt) denke.
daran muss einfach gearbeitet werden. es muss unserer gesellschaft der druck genommen werden. wenn ich als schüler schon weiss, mit lehrstelle und co. ist wahrscheinlich eh essig, dann wird doch vieles egal.
der junge ist wohl aus einem gutbürgerlichen elternhaus gekommen und hatte somit wahrscheinlich mehr perspektiven als mancher seiner mitschüler. sowas - könnte ich mir jedenfalls vorstellen- zieht schonmal neider an die einem dann vieleicht nicht gut gesinnt sind.
ich glaube das ist zu einfach gedacht. wie willst du menschen die eh keine perspektive sehen "drohen"?
die meisten machen sich doch wahrscheinlich einen spass daraus. wie diese ekelpakete z.b. die videos von ihrem berufsschulkollegen gedreht haben, während ihrer misshandlungen.
edit: misst! die hälfte von meinem text ist weg. ich schreibs nochmal
| Zitat | |
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kritisch hinterfragen und die wahrheit finden reicht da meiner meinung nach in den meisten fällen nicht aus. wenn man die wahrheit erkannt hat, ist es doch oftmals schwierig sich dagegen zu wehr zu setzen. die meisten mobber werden wohl wenig gesprächsbereitschaft signalisieren und argumente zulassen.
gerade das ist ja das teufliche am mobbing.
wie könnte es aussehen, wenn man sich wehrt?
dazu benötigt man:
1. ein instanz, die die wirkliche wahrheit erkennt und entsprechende massnahmen zur umsetzung und einhaltung ergreift. oftmals kann man sich der situation ja nicht entziehen, weil schule und arbeitsplatz existenzgrundlage bedeuten.
ausserdem will man ja das feld nicht einfach so räumen, weil man sich im besten falle im recht glaubt und dieses recht nicht aufgeben will.
auf der einen seite kann es bis zur selbstzerstörung gehen, wie vieliecht in diesem fall geschehen. im besten fall ist sowas aber gesund.
| Zitat | |
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wie uns das beispiel mit dem bankmanager zeigt, ist es auch für erwachsene, gereifte persönlichkeiten mit einem hohen intelligenzqoutinten und einem grossen mass an klarsicht und logischer intelligenz sehr gefährlich.
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das liest sich für mich eher wie ein schutzwall, den er errichtet hat.
im grund hat man doch nur 2 möglichkeiten, wenn man keine instanz findet, die einem aus der misere heraus hilft:
1. man macht die mobbenden in seinem kopf so klein das sie im grunde keine gefahr mehr darstellen. allerdings verzerrt sich dadurch auch die wahrnehmung deutlich.
2. man rutscht in eine depression und erkennt die eigene schuld ein, die aber eigentlich vieleicht keine schuld ist. daran zerbricht man in jedem fall und wird verrückt.
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lehrkörper sind in vielen schulen doch selber die gemobbten oder haben immer weniger einfluss auf die schüler. ich rede jetzt nicht unbedingt von gymnasien wo viele schüler wissen wohin der weg einmal gehen wird. real- und hauptschulen sind wohl weitaus häufiger von solchen problemen betroffen. hier schliesst sich wohl auch der kreis, wenn ich jetzt an das thema ellenbogengesellschaft und perpektivlosigkeit (jobmarkt) denke.
daran muss einfach gearbeitet werden. es muss unserer gesellschaft der druck genommen werden. wenn ich als schüler schon weiss, mit lehrstelle und co. ist wahrscheinlich eh essig, dann wird doch vieles egal.
der junge ist wohl aus einem gutbürgerlichen elternhaus gekommen und hatte somit wahrscheinlich mehr perspektiven als mancher seiner mitschüler. sowas - könnte ich mir jedenfalls vorstellen- zieht schonmal neider an die einem dann vieleicht nicht gut gesinnt sind.
| Zitat | |
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ich glaube das ist zu einfach gedacht. wie willst du menschen die eh keine perspektive sehen "drohen"?
die meisten machen sich doch wahrscheinlich einen spass daraus. wie diese ekelpakete z.b. die videos von ihrem berufsschulkollegen gedreht haben, während ihrer misshandlungen.
edit: misst! die hälfte von meinem text ist weg. ich schreibs nochmal

Piet
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9 Dienstag, 21.
November 2006 um 19:13 Uhr
Danke Open und Gig für die links.
Besonders der Blog und der Abschiedsbrief waren sehr heftig. Nicht wirklich im Sinne von erschreckend, denn er machte seinen Standpunkt deutlich klar. Nur in seine Situation rein zu versetzen das können wohl die wenigsten.
Ich werd mir das noch ein paar mal durchlesen.
Irgendwie nimmt einen das doch mit.....
Danke Open und Gig für die links.
Besonders der Blog und der Abschiedsbrief waren sehr heftig. Nicht wirklich im Sinne von erschreckend, denn er machte seinen Standpunkt deutlich klar. Nur in seine Situation rein zu versetzen das können wohl die wenigsten.
Ich werd mir das noch ein paar mal durchlesen.
Irgendwie nimmt einen das doch mit.....
10 Dienstag, 21.
November 2006 um 20:01 Uhr
Der Kerl war ziemlich intelligent, wenn ich das so lese.
Er hat das ganze wohl gründlich überdacht, bevor er die Tat beging.
Dabei ist er zu dem Entschluss gekommen, dass er für sich keine Zukunft sieht.
Keine mögliche Zukunft, die er für erlebenswert hält.
Sein Amoklauf sollte ihn in die Schlagzeilen bringen. Er wollte auf sich und seine Gedanken aufmerksam machen.
Das dafür Menschen verletzt werden mussten, hat er einkalkuliert und für sich selbst moralisch begründet.
In vielen seiner Gedanken sehe ich eine richtige Richtung.
Aber er hat nicht richtig zu Ende gedacht.
Es gibt Alternativen. Man ist nicht gezwungen einen Job anzunehmen und bis zum Tod zu schuften.
Nicht bei seinem Verstand und nicht in Deutschland.
Wenn das ganze mit geringer Kaufkraft einhergeht, dann wäre es doch für ihn nicht tragisch gewesen, da er nach eigenen Angaben das ganze Konsumgebaren hasste.
Auch hätte er Anschluss finden können in sozialen Gruppen, die nicht so denken, wie die große konsumgeile Masse.
Ich frag mich, wieso er diese Alternativen nicht gesehen hat?
War er am Ende doch nicht so schlau und hat den Abschiedsbrief zusammengeklaut von verschiedenen anderen Stellen?
Viele der Sichtweisen kommen mir sehr bekannt vor. Kann aber keine Stelle des Briefs irgendwo hin einordnen.
Aber gerade in der Schule ist es schwierig "anders" zu sein.
Den meisten Kindern und Jugendlichen in dem Alter fehlt die Fähigkeit Dinge zu hinterfragen und zu verstehen, dass man auch anders leben kann.
Deshalb ist gerade diese Gruppe besonders anfällig für Konsum jeglicher Art.
Allerdings gibt es mehr und mehr Erwachsene, die ebenfalls nicht mehr zu kritischem Hinterfragen in der Lage sind.
| Zitat von Psycho_Cowboy;125222 | |
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Der Kerl war ziemlich intelligent, wenn ich das so lese.
Er hat das ganze wohl gründlich überdacht, bevor er die Tat beging.
Dabei ist er zu dem Entschluss gekommen, dass er für sich keine Zukunft sieht.
Keine mögliche Zukunft, die er für erlebenswert hält.
Sein Amoklauf sollte ihn in die Schlagzeilen bringen. Er wollte auf sich und seine Gedanken aufmerksam machen.
Das dafür Menschen verletzt werden mussten, hat er einkalkuliert und für sich selbst moralisch begründet.
In vielen seiner Gedanken sehe ich eine richtige Richtung.
Aber er hat nicht richtig zu Ende gedacht.
Es gibt Alternativen. Man ist nicht gezwungen einen Job anzunehmen und bis zum Tod zu schuften.
Nicht bei seinem Verstand und nicht in Deutschland.
Wenn das ganze mit geringer Kaufkraft einhergeht, dann wäre es doch für ihn nicht tragisch gewesen, da er nach eigenen Angaben das ganze Konsumgebaren hasste.
Auch hätte er Anschluss finden können in sozialen Gruppen, die nicht so denken, wie die große konsumgeile Masse.
Ich frag mich, wieso er diese Alternativen nicht gesehen hat?
War er am Ende doch nicht so schlau und hat den Abschiedsbrief zusammengeklaut von verschiedenen anderen Stellen?
Viele der Sichtweisen kommen mir sehr bekannt vor. Kann aber keine Stelle des Briefs irgendwo hin einordnen.
Aber gerade in der Schule ist es schwierig "anders" zu sein.
Den meisten Kindern und Jugendlichen in dem Alter fehlt die Fähigkeit Dinge zu hinterfragen und zu verstehen, dass man auch anders leben kann.
Deshalb ist gerade diese Gruppe besonders anfällig für Konsum jeglicher Art.
Allerdings gibt es mehr und mehr Erwachsene, die ebenfalls nicht mehr zu kritischem Hinterfragen in der Lage sind.
11 Dienstag, 21.
November 2006 um 23:16 Uhr
Mit Natur hat das gar nichts zu tun. Es liegt ganz gewiss nicht in der Natur des Menschen sich selbst umzubringen.
Das hat viel eher was mit Gesellschaft und Kultur zu tun.
Solchen Typen geht es aber genau darum, ihre Mitmenschen zu verletzen.
Ein "normaler" Selbstmord sorgt erstens für weniger Schlagzeilen und erfüllt zweitens nicht den Wunsch, mit einem Racheakt aus der Welt zu scheiden.
sorry, mich hat das zitat von rabauke gestört. deshab wurde dieser beitrag editiert.
| Zitat von Rabauke;125255 | |
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Mit Natur hat das gar nichts zu tun. Es liegt ganz gewiss nicht in der Natur des Menschen sich selbst umzubringen.
Das hat viel eher was mit Gesellschaft und Kultur zu tun.
| Zitat von Rabauke;125255 | |
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Solchen Typen geht es aber genau darum, ihre Mitmenschen zu verletzen.
Ein "normaler" Selbstmord sorgt erstens für weniger Schlagzeilen und erfüllt zweitens nicht den Wunsch, mit einem Racheakt aus der Welt zu scheiden.
sorry, mich hat das zitat von rabauke gestört. deshab wurde dieser beitrag editiert.
Daemonarch
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12 Mittwoch, 22.
November 2006 um 10:11 Uhr
Möchte doch echt mal wissen wessen zweiter/dritter Teil der Gespaltenen Persönlichkeit Rabauke ist.
So dumm/provokant kann kein Mensch real sein. Kommt mir ein wenig vor wie der asoziale Kontrakandidat der in den Vormittagstalkshows immer vorgeschickt wird..
Zum Thema :
Leider wird unsere kalte egoistische Gesellschaft immer wieder schwache verzweifelte Geister hervorbringen die sich nicht anders zu helfen wissen als einmal in einem letzten "blaze of glory" abzutreten..
Da haben die Pfosten von Littleton leider ein scheinbar sehr ansteckendes Negativbeispiel geliefert.
Unser Kandidat kann zum Glück in die Kategory "Erfolglosester Attentäter 2006" einsortiert werden, was in mir auch etwas
den Verdacht weckt, daß er es vielleicht doch nicht wirklich über sich gebracht hat, jemanden kaltblütig zu töten.
Gelegenheit dazu hatte er an dem Tag sicher genug.
Schockierend, aber leider ist es in einer derart multisozialen Gesellschaft wÃe unserer praktisch unmöglich wahre Amokläufe rechtzeitig von Virtuellen zu unterscheiden.
Schulform-mäßig sollte man sich meiner Meinung nach aber von wirkungsvolleren Modellen z.b. in nordischen Staaten inspirieren lassen..
Schuluniform, persönlichere Förderung BEVOR es zu spät ist, engagiertere Lehrkräfte usw..
Was laber ich? Hab ich noch Hoffnung auf ne positive Zukunft? Nö?
Möchte doch echt mal wissen wessen zweiter/dritter Teil der Gespaltenen Persönlichkeit Rabauke ist.
So dumm/provokant kann kein Mensch real sein. Kommt mir ein wenig vor wie der asoziale Kontrakandidat der in den Vormittagstalkshows immer vorgeschickt wird..
Zum Thema :
Leider wird unsere kalte egoistische Gesellschaft immer wieder schwache verzweifelte Geister hervorbringen die sich nicht anders zu helfen wissen als einmal in einem letzten "blaze of glory" abzutreten..
Da haben die Pfosten von Littleton leider ein scheinbar sehr ansteckendes Negativbeispiel geliefert.
Unser Kandidat kann zum Glück in die Kategory "Erfolglosester Attentäter 2006" einsortiert werden, was in mir auch etwas
den Verdacht weckt, daß er es vielleicht doch nicht wirklich über sich gebracht hat, jemanden kaltblütig zu töten.
Gelegenheit dazu hatte er an dem Tag sicher genug.
Schockierend, aber leider ist es in einer derart multisozialen Gesellschaft wÃe unserer praktisch unmöglich wahre Amokläufe rechtzeitig von Virtuellen zu unterscheiden.
Schulform-mäßig sollte man sich meiner Meinung nach aber von wirkungsvolleren Modellen z.b. in nordischen Staaten inspirieren lassen..
Schuluniform, persönlichere Förderung BEVOR es zu spät ist, engagiertere Lehrkräfte usw..
Was laber ich? Hab ich noch Hoffnung auf ne positive Zukunft? Nö?
13 Mittwoch, 22.
November 2006 um 11:58 Uhr
Könnt ihr einer ahnungslosen Frau erklären warum Amokschützen vorher Heavy Metal Musik hören und Ballerspiele spielen? Ist da vieleicht doch was dran? Die Diskussion über das Verbot von Ballerspielen wird wieder verschärft geführt nur weiß ich nicht was ich davon halten soll. Ich hab da keine ahnung drüber.
Könnt ihr einer ahnungslosen Frau erklären warum Amokschützen vorher Heavy Metal Musik hören und Ballerspiele spielen? Ist da vieleicht doch was dran? Die Diskussion über das Verbot von Ballerspielen wird wieder verschärft geführt nur weiß ich nicht was ich davon halten soll. Ich hab da keine ahnung drüber.
Daemonarch
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14 Mittwoch, 22.
November 2006 um 12:05 Uhr
Natürlich um restlos alle Klischees zu erfüllen..
Die meisten haben auch ein Abo der Bildzeitung.
Mein Verdacht in der Richtung bleibt jetzt aber mal unausgeschrieben..
| Zitat von Lisa;125297 | |
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Natürlich um restlos alle Klischees zu erfüllen..
Die meisten haben auch ein Abo der Bildzeitung.
Mein Verdacht in der Richtung bleibt jetzt aber mal unausgeschrieben..
15 Mittwoch, 22.
November 2006 um 12:08 Uhr
was wäre, wenn ein Amokschütze vorher Teletubbies anschaut und Klassik hört (wie Hitler z.B. sehr gern Wagner hörte). Für mich steht außer Frage, daß der Täter sich nebst schlechter Grammatik auch schlechte Erfahrungen in der Schule hatte. Die haben viele, ich weiss. Aber nicht jeder, der diese Musik hört oder Ballerspiele spielt, tötet. Es ist einfach zu billig, 2 Dinge für alles Leid der Welt verantwortlich zu machen. Aber Menschen vereinfachen sehr gern
was wäre, wenn ein Amokschütze vorher Teletubbies anschaut und Klassik hört (wie Hitler z.B. sehr gern Wagner hörte). Für mich steht außer Frage, daß der Täter sich nebst schlechter Grammatik auch schlechte Erfahrungen in der Schule hatte. Die haben viele, ich weiss. Aber nicht jeder, der diese Musik hört oder Ballerspiele spielt, tötet. Es ist einfach zu billig, 2 Dinge für alles Leid der Welt verantwortlich zu machen. Aber Menschen vereinfachen sehr gern
16 Mittwoch, 22.
November 2006 um 12:33 Uhr
Es ist doch aber wahr das nach jeder Amoktat egal ob hier in Deutschland oder in Amerika Ballerspiele auf den Computern gefunden werden. Natürlich ballert nicht jeder Computerspiele seine Mitmenschen nieder. Aber vieleicht lösen diese Medien bei solchen Leuten etwas aus was ohne sie nicht passieren würde.
Wenn die Wahrnehmung jetzt wirklich verzerrt ist wie Giganto schreibt dann ist das vieleicht der Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.
| Zitat | |
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Es ist doch aber wahr das nach jeder Amoktat egal ob hier in Deutschland oder in Amerika Ballerspiele auf den Computern gefunden werden. Natürlich ballert nicht jeder Computerspiele seine Mitmenschen nieder. Aber vieleicht lösen diese Medien bei solchen Leuten etwas aus was ohne sie nicht passieren würde.
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Wenn die Wahrnehmung jetzt wirklich verzerrt ist wie Giganto schreibt dann ist das vieleicht der Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.
17 Mittwoch, 22.
November 2006 um 12:37 Uhr
Videospiele gehören fast bei jedem Jugendlichen zur Freizeitgestaltung dazu.
Und Metal hat er nicht gehört, sonst hätte es im Artikel gestanden.
Videospiele gehören fast bei jedem Jugendlichen zur Freizeitgestaltung dazu.
Und Metal hat er nicht gehört, sonst hätte es im Artikel gestanden.
18 Mittwoch, 22.
November 2006 um 12:46 Uhr
der Junge hatte außerdem einen kleinen Waffenschein. Aber das wird mal wieder verdrängt. :mrgreen:
der Junge hatte außerdem einen kleinen Waffenschein. Aber das wird mal wieder verdrängt. :mrgreen:
19 Mittwoch, 22.
November 2006 um 12:59 Uhr
Oh doch das steht in anderen Artikeln. Er hat zum Beispiel Videos von sich ins Internetz gestellt und mit Heavy Metalmusik unterlegt.
Interessante Info Lykaon, danke! Ich hab mich schon gefragt wie er an die vielen Waffen und den Sprengstoff gekommen ist. Was ist ein kleiner Waffenschein genau? Was bedeutet das? Was darf man damit kaufen? Bekommt so einen Waffenschein jeder?
| Zitat | |
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| Zitat | |
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20 Mittwoch, 22.
November 2006 um 13:01 Uhr
Waffenschein - Wikipedia
anscheinend war er "offiziell in der geistigen Verfassung" (fail)
Waffenschein - Wikipedia
anscheinend war er "offiziell in der geistigen Verfassung" (fail)

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