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1 Sonntag, 15.
April 2007 um 19:50 Uhr
Trübe liegt die Sonne auf einem Kissen von Staub. Der Sand bäumt sich im fahlen Hauch des leisen Windzugs, winzige Schritte und Worte verblassen in dieser Mittagshitze. Die Straße liegt verlassen da. Es hat gerade 13 Uhr geschlagen, und die Welt versinkt in fieberhaftes Träumen.
Meine müden, schmerzenden Beine tragen mich durch diese Einöde, selbst aus den Häusern um mich herum dringen keine neugierigen Blicke auf mich herunter. Schweißperlen haben sich zu salzigen Körnern geformt und brennen sich in meine Haut.
Vor meinen Augen flimmert die Welt und ich suche Unterschlupf in einem Tor. Gepresst an die brodelnd rote Stahlwand versuche ich meinen Verstand wieder einzufangen.
Der würzige Duft von altem Holz umschwärmt mich wie eine Schar von Mücken, treibt mich weiter die Straße hinunter, der Hauch von Verderbnis und Alter.
Schwarz ist die Wand, an die ich meine Arme stütze, grau von Staub das Glas, das mir ein Bild vorgaukelt, mich selbst.
Eine leise, traurige Stimme überfällt meinen Geist und lässt mich erzittern.
"Hallo, schöner Mann", nur diese einfachen Worte, eine Stimme, die mich an Leidenschaft denken lässt, an Wärme und an die Süße eines wilden Baches, der mir im Wald meine Lippen benetzt.
Ich stehe vor einem alten Laden, dessen Name so verwittert ist, daß man nichts mehr darin lesen kann. Ich fühle beim Anblick Schrecken vor der Vergangenheit, höre die Truppen des Krieges brennen und die alten Worte rufen, sich opfern.
Unfähig, mich zu widersetzen, folgt mein Körper der neu erwachten Sehnsucht, berührt die Tür, schwarz gebrannt, verzogener Messingknauf, Knacken und Rascheln ertönt aus dem Innern des Ladens. Ich öffne die Tür, nur das Klicken einer alten Uhr übertönt meine vorsichtigen Schritte.
Im nächsten Augenblick stehe ich fassungslos in mitten des Raums und starre an die Wand. Ich sehe die Hälfte eines Gesichts, die andere Hälfte ist verdeckt durch einen alten schmutzigen Teppich. Das Bild hängt direkt vor mir, ich müsste nur meine Hand ausstrecken, dann wäre es mein. ich reiße den Teppich herunter und was ich sehe, dem verfalle ich augenblicklich.
Der Staub der Jahre kann dieser Frau nichts antun, sie ist ewig schön und jung.
Ich sehe zuerst das Gesicht, das traurig sich zur Seite dreht, die Lippen geschürzt, als würde sie sich vor der Trauer wehren, die sie umgibt. Sie kniet vor Kerzen, die fast abgebrannt sind, als würde sie schon lange warten. Ihr langes rotes Haar fällt in Wellen an ihrem Kleid entlang. Sie trägt ein großes goldenes Kreuz zwischen ihrem Dekolleté, ihr Kleid ist aus rotem Samt gefertigt, die Arme frei, doch sehe ich Spitze an ihren Handgelenken.
Küssen möchte ich sie, weil sie so traurig ist, fühle doch mehr als Trauer, fühle ihre Sehnsucht, die Hoffnung, erlebe, erfühle den Abend, den sie vorbereitet hatte. Fühle das Warten, fühle sie ganz und gar in meinem Herzen.
Da ertönt hinter mir eine Stimme, dir mich anknurrt: "Ah, noch ein Opfer". Schreckensbleich drehe ich mich um und ich finde mich einem alten Mann gegenüber, der mich anglotzt wie ein Fisch. Seine Augen trüb, doch boshaft, seine Mundwinkel beben vor Begierde.
"Hat sie dich auch gefangen? Pass bloß auf, mein junger Held, wartest doch auf sie vergebens, wie auch ich. Ich stahl damals dieses Bild von meinem Onkel, der es auch stahl. Alle wir verliebten uns in die Wartende, in die Sehnsüchtige. Dennoch war es nur Warten, was man uns zu tun erlaubte. Mein Besitz, LOS VERSCHWINDE".
Keifend packt der Mann mich an, zerrt mich hinaus in die Mittagsglut. Ich reiße mich los und fliehe noch einmal, fluchend verfolgt von ihm, in die Dunkelheit. Da erblick ich sie noch einmal, weine lächelnd, weil ichs muss, und spreche ihr ein Trostwort zu.
"Meine Liebste, ade. Mögest du frei sein. "
Dann küss ich meine tränennassen Finger und berühre langsam und zärtlich ihre Lippen, hinterlasse einen Kuss und gehe.
Heiss umfängt mich diese Welt, erschlägt mich mit ihrer dumpfen Art, versetzt mich wieder zurück in ihre kalte, fiebrige Art. Erinnerung an etwas Wildes bäumen sich auf... verblassen.
Kreischend fällt der alte Mann mir in den Rücken, sein Stock fällt auf den Boden. Er brüllt mich an, `žwo sie denn wäre`œ? Ich zucke verwirrt mit den Schultern.
Da taucht aus dem Licht der Sonne eine Gestalt auf, langsam tanzend. Ich folge meinem Herzen, das sich aufbäumt, das plötzlich lacht. Ich gehe auf auf das Wesen zu, erkenne, staune, bin verwirrt und aufgelöst.
Von ferne höre ich ein Schreien, das versiegt... der alte Mann hat sie erkannt.
Ich höre leise ihre Stimme, die mir sagt, daß sie mich liebhat. Leise geht die Welt vorbei, nur wir beide tanzen, strahlen, schaun uns an und lachen leise.
(c) Lykaon 2007, als ein Geschenk für die eine spezielle Frau :-*
Trübe liegt die Sonne auf einem Kissen von Staub. Der Sand bäumt sich im fahlen Hauch des leisen Windzugs, winzige Schritte und Worte verblassen in dieser Mittagshitze. Die Straße liegt verlassen da. Es hat gerade 13 Uhr geschlagen, und die Welt versinkt in fieberhaftes Träumen.
Meine müden, schmerzenden Beine tragen mich durch diese Einöde, selbst aus den Häusern um mich herum dringen keine neugierigen Blicke auf mich herunter. Schweißperlen haben sich zu salzigen Körnern geformt und brennen sich in meine Haut.
Vor meinen Augen flimmert die Welt und ich suche Unterschlupf in einem Tor. Gepresst an die brodelnd rote Stahlwand versuche ich meinen Verstand wieder einzufangen.
Der würzige Duft von altem Holz umschwärmt mich wie eine Schar von Mücken, treibt mich weiter die Straße hinunter, der Hauch von Verderbnis und Alter.
Schwarz ist die Wand, an die ich meine Arme stütze, grau von Staub das Glas, das mir ein Bild vorgaukelt, mich selbst.
Eine leise, traurige Stimme überfällt meinen Geist und lässt mich erzittern.
"Hallo, schöner Mann", nur diese einfachen Worte, eine Stimme, die mich an Leidenschaft denken lässt, an Wärme und an die Süße eines wilden Baches, der mir im Wald meine Lippen benetzt.
Ich stehe vor einem alten Laden, dessen Name so verwittert ist, daß man nichts mehr darin lesen kann. Ich fühle beim Anblick Schrecken vor der Vergangenheit, höre die Truppen des Krieges brennen und die alten Worte rufen, sich opfern.
Unfähig, mich zu widersetzen, folgt mein Körper der neu erwachten Sehnsucht, berührt die Tür, schwarz gebrannt, verzogener Messingknauf, Knacken und Rascheln ertönt aus dem Innern des Ladens. Ich öffne die Tür, nur das Klicken einer alten Uhr übertönt meine vorsichtigen Schritte.
Im nächsten Augenblick stehe ich fassungslos in mitten des Raums und starre an die Wand. Ich sehe die Hälfte eines Gesichts, die andere Hälfte ist verdeckt durch einen alten schmutzigen Teppich. Das Bild hängt direkt vor mir, ich müsste nur meine Hand ausstrecken, dann wäre es mein. ich reiße den Teppich herunter und was ich sehe, dem verfalle ich augenblicklich.
Der Staub der Jahre kann dieser Frau nichts antun, sie ist ewig schön und jung.
Ich sehe zuerst das Gesicht, das traurig sich zur Seite dreht, die Lippen geschürzt, als würde sie sich vor der Trauer wehren, die sie umgibt. Sie kniet vor Kerzen, die fast abgebrannt sind, als würde sie schon lange warten. Ihr langes rotes Haar fällt in Wellen an ihrem Kleid entlang. Sie trägt ein großes goldenes Kreuz zwischen ihrem Dekolleté, ihr Kleid ist aus rotem Samt gefertigt, die Arme frei, doch sehe ich Spitze an ihren Handgelenken.
Küssen möchte ich sie, weil sie so traurig ist, fühle doch mehr als Trauer, fühle ihre Sehnsucht, die Hoffnung, erlebe, erfühle den Abend, den sie vorbereitet hatte. Fühle das Warten, fühle sie ganz und gar in meinem Herzen.
Da ertönt hinter mir eine Stimme, dir mich anknurrt: "Ah, noch ein Opfer". Schreckensbleich drehe ich mich um und ich finde mich einem alten Mann gegenüber, der mich anglotzt wie ein Fisch. Seine Augen trüb, doch boshaft, seine Mundwinkel beben vor Begierde.
"Hat sie dich auch gefangen? Pass bloß auf, mein junger Held, wartest doch auf sie vergebens, wie auch ich. Ich stahl damals dieses Bild von meinem Onkel, der es auch stahl. Alle wir verliebten uns in die Wartende, in die Sehnsüchtige. Dennoch war es nur Warten, was man uns zu tun erlaubte. Mein Besitz, LOS VERSCHWINDE".
Keifend packt der Mann mich an, zerrt mich hinaus in die Mittagsglut. Ich reiße mich los und fliehe noch einmal, fluchend verfolgt von ihm, in die Dunkelheit. Da erblick ich sie noch einmal, weine lächelnd, weil ichs muss, und spreche ihr ein Trostwort zu.
"Meine Liebste, ade. Mögest du frei sein. "
Dann küss ich meine tränennassen Finger und berühre langsam und zärtlich ihre Lippen, hinterlasse einen Kuss und gehe.
Heiss umfängt mich diese Welt, erschlägt mich mit ihrer dumpfen Art, versetzt mich wieder zurück in ihre kalte, fiebrige Art. Erinnerung an etwas Wildes bäumen sich auf... verblassen.
Kreischend fällt der alte Mann mir in den Rücken, sein Stock fällt auf den Boden. Er brüllt mich an, `žwo sie denn wäre`œ? Ich zucke verwirrt mit den Schultern.
Da taucht aus dem Licht der Sonne eine Gestalt auf, langsam tanzend. Ich folge meinem Herzen, das sich aufbäumt, das plötzlich lacht. Ich gehe auf auf das Wesen zu, erkenne, staune, bin verwirrt und aufgelöst.
Von ferne höre ich ein Schreien, das versiegt... der alte Mann hat sie erkannt.
Ich höre leise ihre Stimme, die mir sagt, daß sie mich liebhat. Leise geht die Welt vorbei, nur wir beide tanzen, strahlen, schaun uns an und lachen leise.
(c) Lykaon 2007, als ein Geschenk für die eine spezielle Frau :-*
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