Die Bundeswehr in Afghanistan
Die Bundeswehr in Afghanistan
Geschichte, Auftrag, Konzept
Die Islamische Republik Afghanistan, die im Norden an Turkmenistan und Usbekistan, im Nordosten an Tadschikistan und China im Süden und Südosten an Pakistan und im Westen an den Iran grenzt, umfasst eine Fläche von 652 000 Quadratkilometern.
Mehr als 90% der Landesfläche ist Gebirgsland (Hindukusch mit Bergen bis 7500 Metern Höhe und die Bergmassive des Sefid Kuh) und nur schwer oder nicht zugänglich. Weniger als 10% liegen unterhalb von 600 Metern.
Die Bevölkerung `“ zu 99% muslimisch - wird auf etwa 30 Millionen Menschen geschätzt, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen angehören, von denen die größte den Paschunen angehört.
Schätzungsweise werden in Afghanistan mehr als 57 verschiedene Sprachen und über 200 Dialekte gesprochen. Offizielle Amtsprachen sind - neben einigen Minderheitssprachen in einigen Gebieten - Paschto und Persisch.
Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia
Als Republik besitzt das Land ein Präsidialsystem mit zwei Vizepräsidenten. Präsident ist Hamid Karzai.
Über 22 Jahre herrschte in Afghanistan Bürgerkrieg.
Im Dezember 1979 marschierten Sowjettruppen ein, und es entwickelte sich ein so genannter `˛Stellvertreterkrieg`œ zwischen der sowjetischen Besatzungsmacht und den von den USA, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützten islamischen Mudschaheddin, der 1989 mit der Niederlage der sowjetischen Truppen endete.
Ein neuer Bürgerkrieg entbrannte, als die verschiedenen Mudschaheddin-Gruppierungen begannen, sich gegenseitig zu bekämpfen.
Radikal-islamische Taliban, die von Pakistan aus operierten, eroberten im Jahre 1995 Kabul und nahmen bis 2001 etwa 90% des Landes ein.
Für die Bevölkerung begann damit eine Leidenszeit mit großen Einschränkungen. Die an die Macht gekommenen Taliban-Milizen setzten die Scharia, das islamische Rechtssystem, mit großer Härte durch:
- Verbot von Musik, Sport und Fernsehen
- Schließung fast aller Schulen und Universitäten
- Pflicht der Männer, Bärte zu tragen
- Verhüllungspflicht der Frauen durch die Burqa
- Frauen durften nur in männlicher Begleitung das Haus verlassen.
- Frauen und Mädchen waren Schulbesuch und Berufstätigkeit untersagt.
Bis heute leidet das Land zudem unter den Folgen des Bürgerkriegs: Zerstörungen, Verminung ganzer Landstriche, organisierte Kriminalität und ethnisch motivierte Spannungen.
Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001, die in Afghanistan geplant wurden, vermutete die US-Regierung, dass sich der aus Saudi-Arabien stammende Osama bin Laden und außerdem Teile des Terrornetzwerkes, die als Drahtzieher der Anschläge gesehen wurden, in Afghanistan aufhielten.
Es erfolgte eine Invasion Afghanistans durch die USA mit Hilfe von Allianztruppen unter ihrer Führung, die durch einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates legitimiert war.
Die herrschenden Taliban wurden gestürzt, doch gelang es nicht, Osama bin Laden zu fassen.
Es wurde eine provisorische Regierung unter Führung des paschtunischen Stammesführers Hamid Karsai gebildet und um die Stationierung einer internationalen Truppe ersucht, die einem Mandat der Vereinten Nationen unterstellt war.
Im Dezember 2001 wurde daraufhin die internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF (International Security Assistance Force) gebildet.
Seit 2002 beteiligt sich die Bundeswehr auf der Grundlage der Resolution 1623 des Weltsicherheitsrates an der NATO-geführten ISAF.
Deutschland ist als Leitnation für den gesamten Norden Afghanistans verantwortlich (Regional Command North = RC-North), stellt dort die einzigen Aufklärungskapazitäten und ist verantwortlich für den taktischen Lufttransport.
Insgesamt gibt es fünf von der NATO gebildete regionale Bereiche.
Erst kürzlich wurde der Einsatz der Bundeswehr vom Bundestag für ein weiteres Jahr bis 2008 bestätigt. Das Kontingent beträgt 3500 Soldaten und sechs Aufklärungstornados.
Die Sicherheitslage in Afghanistan ist kritisch und hat sich seit Ende 2005 weiter verschlechtert, wie an der Zunahme von Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten zu sehen ist. Ebenso ist eine bedeutsame Zunahme des Drogenanbaus in einigen Teilen des Landes zu verzeichnen.
So ist es ein erklärtes Ziel der Bemühungen der internationalen Schutztruppen, beim Aufbau einer funktionierenden Polizeistruktur zu helfen und dafür zu sorgen, dass die afghanischen Streitkräfte eigenständig arbeiten können.
Die Bundeswehr leitet in der Nordregion die Aufstellung von Ausbildungsteams für die afghanische Armee. Im zivil-militärischen Bereich leitet die Bundeswehr zwei der fünf regionalen Wiederaufbauteams (Provincial Reconstruction Teams = PRT), die in Kunduz und Faisabad stationiert sind.
Das Afghanistan-Konzept der Bundesregierung beinhaltet u.a. folgende Punkte:
- Stärkung der Eigenständigkeit beim politisch-zivilen Aufbau
- Verbesserung der Lebensumstände : Bildung, Gesundheitswesen, Maßnahmen der Wirtschaftsförderung, Drogenanbaubekämpfung
- Sicherheit beim Wiederaufbau :
Die Bundeswehr wird ihren Auftrag solange erfüllen, bis die afghanischen Sicherheitskräfte diese Bestimmung aus eigener Kraft erfüllen können.
Die Aufgabe der Bundeswehr besteht demzufolge im ISAF-Verband in der der Unterstützung der afghanischen Interimsregierung bei der Herstellung und Wahrung der inneren Sicherheit und der Wahrung der Menschenrechte.
Der Kampf gegen die Taliban und die Al Qaida, der noch nicht abgeschlossen ist, ist nicht Aufgabe der ISAF, sondern der `˛Operation ENDURING FREEDOM`œ, einer von den USA geführten militärischen Operation gegen den Terrorismus.
Mit mehr als 3000 Soldaten ist Deutschland der drittgrößte Truppensteller der ISAF.
Ex-Verteidigungsminister Peter Struck rechnet mit einem Verbleib der Bundeswehr in Afghanistan noch für mindestens zehn Jahre.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Afghanistan
www.einsatz.bundeswehr.de
REGIERUNGonline
Stichworte: Frauen, Style, Sport, Politik
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